Wissenschaft als Ferienspaß/Video

Verrückte Maschine gegen den Fachkräftemangel

Einen Ferienspaß der ganz anderen Art erleben Jugendliche in einem leeren Laden in der Altstadt. Sie genießen die Ferien mit Tüfteln, Programmieren und Rechnen. Hintergrund ist ein Mangel.
Naturwissenschaften mit Spaßfaktor: Netzwerk Mint.REgio-Leiter Markus Real (M.) mit den beiden Dozenten Milan Zeidler (l.) und Stefan Simanek auf einem von Kursteilnehmern gebauten Gokart. © Oliver Kleine

Seit Beginn der Sommerferien ist das MINT.city-lab an der Herrenstraße 19 in Betrieb. Jugendliche der Jahrgangsstufen sieben bis 13 können dort ihrer Vorliebe für naturwissenschaftliche Themen frönen. Von Robotik über Kryptographie bis zum Bau einer „Crazy Machine“ ist alles dabei. Die fertige verrückte Maschine kann beim Bummel durch die Altstadt bereits im Schaufenster besichtigt werden.

Ein Drittel der Teilnehmer ist weiblich

Es handele sich um eine Nonsens-Maschine, erläutert Markus Real, Leiter des MINT.REgio-Netzwerks, das das Labor betreibt. „Die erste Aktion löst die nächste aus, diese wieder die nächste und so weiter.“ Kleine Fahrzeuge rollen über eine Rampe, schießen Bälle los, die ein Rad weiterdrehen… Die Mädchen und Jungen haben die Maschine selbst entworfen und entwickelt. „Es ist uns ein wichtiges Anliegen, dass sie mitentscheiden, den Lernprozess mitgestalten“, erklärt Real. Apropos Mädchen: ein Drittel der Teilnehmer der kostenlosen Kurse sei weiblich. Beim Bau der Crazy Maschine habe eines der Mädchen von sich aus beim Bau die Leitung übernommen. „Das war schön zu sehen.“

Die theoretischen Grundlagen zum Programmieren von Microcontrollern standen bei den Mädchen und Jungen an den ersten beiden Kurstagen auf dem Stundenplan. © Oliver Kleine © Oliver Kleine

Der neue Kurs baut eine LED-Uhr. Dabei geht es auch um die Programmierung von Microcontrollern. Kein Spielzeug, sondern um Bauteile wie sie auch die Industrie verwende. Die Schüler sollen die Programme selbstständig schreiben. Dazu müssen sie erst einmal zwei Tage Theorie büffeln. Das schreckt sie aber sichtlich nicht. Eine von ihnen ist Hannah. „Ich schreibe an einem Programm“, verrät die 13-Jährige. „Das ist aber nur eine Übung. Das richtige Programm kommt später.“ Mathematik und Informatik hätten ihr immer schon Spaß gemacht. „Der Kurs hörte sich spannend an. Deshalb hab ich mich angemeldet. Die ersten zwei Tage haben mir richtig Spaß gemacht.“

Der Umgang mit Technik macht den Teilnehmern großen Spaß. © Oliver Kleine © Oliver Kleine

„Zukunft durch Innovation.NRW“ (kurz: zdi) ist eine Gemeinschaftsoffensive zur Förderung des naturwissenschaftlich-technischen Nachwuchses in Nordrhein-Westfalen. Ziel ist es, mehr junge Menschen für ein MINT-Studium oder -Ausbildung zu gewinnen, um den Nachwuchs auf regionaler Ebene zu sichern. „Damit kann man nicht früh genug beginnen“, sagt Markus Real.

Begeisterung für Mint-Themen fördern

So gehe es auch bei dem Schülerlabor in der Altstadt darum, die vorhandene Begeisterung für MINT-Themen zu erhalten und zu fördern. Hintergrund ist der Fachkräftemangel. Der erstrecke sich auch auf die Lehrkräfte. „Der Mangel an MINT-Lehrern ist jetzt schon da und er wird in Zukunft noch gravierender.“ Das zeigten die Zahlen eindeutig.

Es gibt in einigen wenigen Kursen noch Plätze: https://www.mint-regio.de

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