Frage der Woche

Was halten Sie von der Streichung der Lohnfortzahlung für Ungeimpfte?

Für Ungeimpfte soll es nach dem Willen der Landesregierung bald bei angeordneter Quarantäne keine Lohnfortzahlung mehr geben. In einigen Bundesländern gilt diese Regelung bereits.
Kein Pieks – kein Gehalt: Für ungeimpfte Kontaktpersonen von Corona-Infizierten zahlt das Land bald keine Verdienstausfallentschädigung mehr. © picture alliance/dpa/dpa-Zentralbild

Ab dem 11. Oktober – also zusammen mit dem Auslaufen der bundesweit kostenlosen Corona-Bürger-Tests – gilt in Nordrhein-Westfalen: Für ungeimpfte Kontaktpersonen von Corona-Infizierten zahlt das Land keine Verdienstausfallentschädigung mehr.

Ausgenommen von dieser Regelung bleiben Menschen, die sich aus gesundheitlichen Gründen nicht impfen lassen können. Genesene und Geimpfte, die aufgrund von Impfdurchbrüchen oder Neuerkrankungen in Quarantäne müssen, haben ebenfalls weiterhin einen Anspruch auf eine Verdienstausfallentschädigung. Wir fragten Passanten nach ihrer Meinung.

Linda Chuchollek © Oliver Kleine © Oliver Kleine

Linda Chuchollek: „Das finde ich nicht richtig, wenn Ungeimpfte in Quarantäne keine Lohnfortzahlung mehr bekommen. Ich meine, sie sollten auch weiterhin ihr Geld bekommen wie alle anderen auch. Jeder Einzelne sollte doch für sich selbst frei die Entscheidung treffen können, ob er sich impfen lässt, oder nicht. Und nicht unter dem Zwang, dass ihm sonst Nachteile drohen.“

Jenny Trösken © Oliver Kleine © Oliver Kleine

Jenny Trösken: „Ich bin keine Impfgegnerin. Nur um das klar zu sagen. Aber die Maßnahme, die Lohnfortzahlung zu streichen, finde ich nicht in Ordnung. Solange die Situation so ist, dass man die Langzeitfolgen der Impfung nicht vorhersehen kann, sollte doch jeder frei entscheiden können, ob und wann er sich impfen lässt. Deshalb finde ich, dass die Lohnfortzahlung unangetastet bleiben sollte.“

Heike Czaykowski, Carolina © Oliver Kleine © Oliver Kleine

Heike Czaykowski: „Die Regelung, die Lohnfortzahlung für Ungeimpfte nicht mehr zu zahlen, finde ich richtig. Jeder sollte selbst entscheiden können, ob er sich impfen lässt. Das finde ich völlig in Ordnung. Aber anschließend muss jeder dann auch die Konsequenzen für seine Entscheidung selbst tragen und nicht die Allgemeinheit. Wir sind eine Solidargemeinschaft. Wer sich da abmeldet, hat diese Entscheidung selbst getroffen.“

Christos Broussas © Oliver Kleine © Oliver Kleine

Christos Broussas: „Das ist eine schwierige Abwägung. Prinzipiell finde ich es aber richtig, bei denjenigen die Lohnfortzahlung nicht mehr zu zahlen, die zuvor die Möglichkeit hatten, sich impfen zu lassen. Der Arbeitgeber oder die Allgemeinheit können ja nichts für die Entscheidung, sich nicht impfen zu lassen.“

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