Unkraut-Reaktionen

Wo herrenlose Brombeerhecken wuchern

Wir haben Sie, liebe Leserinnen und Leser, gefragt, wo im Stadtgebiet das Unkraut in diesem feucht-warmen Sommer besonders schlimm wuchert. Und Sie haben geantwortet.
Eine Brombeerhecke auf dem Vormarsch: Die Triebe kriechen über das Pflaster der Straße Zur Heimöde. © Jörg Gutzeit

Jürgen Krause hat nachgemessen. 1,60 Meter hoch wuchert das zumindest für den Laien namenlose Kraut an der Ecke Dr.-Isbruch-Straße/Ahornstraße. Mittlerweile ist aus den im Frühjahr noch zarten Stängeln ein üppiger Busch geworden. Das aus Krauses Sicht doch recht unansehnliche und unerwünschte Biotop bestehe schon seit mehreren Jahren, berichtet der Recklinghäuser. Über die Melde-App der Stadt habe er sich schon mehrfach über das aus dem Pflaster sprießende, unerwünschte Kleinod beschwert. Geschehen sei bislang nichts. Außer natürlich, dass das Grünzeug immer höher wird.

Dieses ungeplante Biotop an der Ecke Dr.-Isbruch-Straße/Ahornstraße in Süd erregt schon seit längerer Zeit Jürgen Krauses Gemüt. © Jürgen Krause © Jürgen Krause

Gefühlt kann man in diesem Jahr Büschen, Sträuchern und Bäumen beim Wachsen zuschauen. Und wer weiß, vielleicht kann man angesichts der Witterung das Gras in diesem Sommer auch tatsächlich wachsen hören. An der beschaulichen Straße Zur Heimöde in Röllinghausen gedeiht eine scheinbar herrenlose Brombeerhecke derart vital, dass sie mittlerweile einen Gutteil der Fahrbahn einnimmt. Anwohnerin Valerie Stratmann befürchtet: „Bald sieht es hier aus wie bei Dornröschen.“ Offenbar fühle sich für die Brombeerhecke niemand zuständig. Dabei weiß jeder Hobbygärtner, dass mit Dornengewächsen nicht zu spaßen ist. Vor allem nicht mit Brombeeren. Sie wachsen besonders schnell und bilden neue Wurzeln, wo ihre Triebe den Boden berühren. Auf diese Weise erobern Brombeeren in kurzer Zeit verblüffend weite Areale. Die dornige Variante hat dabei ähnliche Eigenschaften wie Natodraht. Zur Abwehr von Eindringlingen ist das raumgreifende Gewächs also bestens geeignet. Außer Kontrolle geraten, dominiert es bald jedoch möglicherweise ganze Straßenzüge.

Das wollen die Kommunalen Servicebetriebe Recklinghausen (KSR) verhindern. Doch in diesem Jahr gestaltet sich der Kampf gegen das Überwuchern von Verkehrsinseln und Böschungen aufgrund der Witterung besonders schwierig. Die KSR haben eine klare Priorität: die Verkehrssicherheit. Schließlich sollen durch öffentliches Grün keine Unfälle geschehen, wie Isabel Wessels aus der Pressestelle im Rathaus betont. Verstärkt gemäht und zurückgeschnitten werde daher zum Beispiel an Straßenkreuzungen, an denen die Sicht wegen zu viel Natur eingeschränkt ist. Das heißt im Umkehrschluss, dass weniger neuralgische Punkte außen vor bleiben. Hier haben Brennnesseln und Brombeeren freies Spiel.

Der Abend in Recklinghausen

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