Küchenkultur

Zwei Köche sind wieder in festen Händen

Pascal Hermeler und Max Mathis haben in der Corona-Krise aus der Not eine Tugend gemacht: Sie wurden zu „Privatköchen“ und machten „Hausbesuche“. Doch das hat nun (fast) ein Ende...
Immer in Bewegung: Pascal Hermeler schwingt künftig auch in der Alten Feuerwache den Kochlöffel. © Meike Holz

Die Corona-Krise hat nicht zuletzt die Gastronomie fest in den Schwitzkasten genommen. Pascal Hermeler und Max Mathis können davon ganze Lieder mit mehreren Strophen singen. Die beiden sind Köche und waren damit unmittelbar Betroffene der Misere, die eine ganze Branche in die Knie gezwungen hat. Grund genug für viele, den Kopf in den Sand zu stecken. Doch da hat das Duo einen ganz anderen Weg gewählt.

Pascal Hermeler, der zusammen mit seiner Mutter lange das „Meson Mallorquin“ an der Steinstraße geführt hatte, war zuletzt im „Lebeweher“, dem Bio-Markt von Feuerwachen-Sanierer Rainer Hans, beschäftigt. Als die Krise kam, ging es für ihn in die Kurzarbeit – doch das stellte ihn nicht zufrieden.

Es war Max Mathis, der die Idee des „Private Dining“ hatte, und Pascal Hermeler konnte sich nach anfänglicher Skepsis allemal dafür begeistern. Das dahinter steckende Konzept ist denkbar einfach: Man fungiert quasi als Mietkoch und versprüht seinen kulinarischen Zauber in privaten Küchen. „Zuletzt war ich quasi ausgebucht, an fünf Tagen in der Woche war ich unterwegs“, erklärt Pascal Hermeler. „Mal waren es nur zwei Leute, für die ich gekocht habe, manchmal aber auch bis zu 30“.

Gut drauf: Max Mathis hat im „1780“ angeheuert. © Meike Holz © Meike Holz

Bei Max Mathis waren es auch schon mal noch mehr, „und das ist dann schon harte Arbeit“, sagt der 29-Jährige, den viele noch aus seiner Zeit als Küchenchef im „Goldstück“ am Anton-Bauer-Weg kennen. Danach war er zu Rewe Kramer gewechselt, um dort unter anderem ein Konzept für eine Außengastronomie zu entwerfen. Dann kam Corona und damit auch bei ihm die Kurzarbeit.

Auf den Gedanken, privat zu kochen, hatten ihn schließlich ehemalige Kunden gebracht, und das kam ihm sehr entgegen: „Es war gut, etwas zu tun, anstatt in Lethargie zu verfallen.“ Damit lag (und liegt) er auf einer Welle mit Hermeler: „Ich bin froh, dass ich schnell raus kam aus dem Selbstmitleid“, so der 30-Jährige.

Doch mit sinkenden Inzidenzzahlen und steigenden Impfquoten erwachte auch die Gastronomie aus dem erzwungenen Winterschlaf, und siehe da: Inzwischen ist das Duo wieder in festen Händen. Max Mathis hat als Küchenchef in Wladimir Pasters „1780“ im Wulffschen Haus angeheuert, wo man inzwischen ein neues „Foodbar“-Konzept betreibt. „Grundsätzlich bieten wir eine Crossover-Küche, in der es auch Lachs und Thunfisch in Sashimi-Qualität gibt, und vieles mehr. Aber man kann auch mal nur eine Kleinigkeit essen.“

Neue Genüsse in der Alten Feuerwache

Auch Pascal Hermeler hat wieder einen festen Arbeitsplatz. Er kehrt an seine frühere Wirkungsstätte zurück – in die Alte Feuerwache. Rainer Hans hatte den Rückzug des „Lebewehr“ bereits bekannt gegeben, stattdessen hat er Pächter für eine neue Gastronomie gefunden. „Mit denen habe ich Gespräche geführt und dann gesagt: Ich bin dabei“, so Hermeler.

Alles könne er noch nicht verraten, aber so viel sei sicher: „Es wird keine abgedrehte Küche, aber wir schmeißen auch nicht alles in die Fritteuse. Man darf gespannt sein.“ Der Name der neuen Lokalität, die weitere Ausrichtung und der Eröffnungstermin sollen in Kürze folgen.

Doch trotz der beruflichen Veränderung will das Duo nicht ganz vom „Private Dining“ lassen. Unisono sagen beide, dass sie immer mal wieder zur Verfügung stehen wollen. Zumal Hermeler der Sache sogar einen Namen gegeben hat: „Ich habe ,Black Spoons‘ als Dienstleistungsbetrieb angemeldet, das ist meine Marke.“ Unter diesem Dach will er einen kompletten „Kitchen-Lifestyle“ anbieten – mit eigens entwickelten Schneidebrettern, Pfeffermühlen und anderen Dingen.

Und dann gibt es da noch die „Secret Nights“: Kulinarische Abende mit immer wieder neuen Köchen an immer wieder neuen Orten, für die man sich bewerben kann und die vor allem dem „Networking“ dienen. Klingt spannend, was die beiden da machen, doch das ist wieder eine ganz andere Geschichte.

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