Kriminalität

Arsenal mit Kriegswaffen gefunden: Bundeswehroffizier hatte auch radioaktives Material

Der Fall um einen Waffenfund in Aldenhoven bei Aachen nimmt immer größere Ausmaße an: Der verdächtige Bundeswehroffizier soll auch radioaktives Material gebunkert haben.
Bei einer Razzia in einem Gebäude in Aldenhoven im Kreis Düren sind verdächtige Objekte aufgetaucht. © picture alliance/dpa

Ein in Nordrein-Westfalen verhafteter Bundeswehroffizier soll neben Waffen auch radioaktives Material gehortet haben. Gefunden worden sei Strontium-90 aus bislang unbekannter Quelle, sagte eine Sprecherin der Frankfurter Staatsanwaltschaft am Freitag auf Anfrage. Die Vorwürfe gegen den Mann seien deshalb um den Tatbestand unerlaubter Umgang mit radioaktiven Stoffen erweitert worden. Zuvor hatte „Der Spiegel“ darüber am Freitag berichtet. Kommende Woche soll der Fall auch Thema im Düsseldorfer Landtag werden.

Bei einer Razzia in Aldenhoven im Kreis Düren hatten Ermittler am 12. Oktober ein Waffenlager mit Kriegswaffen entdeckt – Schusswaffen, Granaten, Handgranaten und Minen. Die Staatsanwaltschaft Frankfurt ist zuständig, da dort am Flughafen vom Zoll ein Paket mit Schalldämpfern abgefangen worden war, das der 32-Jährige in die USA schicken wollte. Deswegen leiteten die Behörden ein Verfahren ein und erwirkten einen Durchsuchungsbeschluss.

Waffen und Munition wohl nicht aus Bundeswehrbeständen

Der Soldat sitzt in Untersuchungshaft. Die sichergestellten Waffen und die beschlagnahmte Munition stammten nach erster Bewertung nicht aus Bundeswehrbeständen, hatte das Verteidigungsministerium erklärt. Es seien allerdings auch „eingestufte“ Dokumente gefunden worden, die nun Gegenstand der Ermittlungen seien.

Die Grünen haben unterdessen einen Bericht zu dem Fall im Innenausschuss des Düsseldorfer Landtags beantragt. Die Fraktion will von der Landesregierung am kommenden Donnerstag unter anderem wissen, was über den verhinderten Empfänger der Schalldämpfer in den USA bekannt ist.

Zudem soll das Innenministerium sagen, ob es Erkenntnisse „zu Kontakten des Beschuldigten mit gewaltbereiten Gruppierungen“ gibt – zum Beispiel „aus dem Bereich der organisierten Kriminalität oder der rechtsextremen Szene“.

dpa