Sexueller Missbrauch

Kampfsportschülerin (13) fast 100x missbraucht: Ex-Trainer aus Bochum verurteilt

Ein Kampfsporttrainer aus Bochum hat eine seiner Schülerinnen fast 100 Mal sexuell missbraucht. Das Mädchen war nicht sein einziges minderjähriges Opfer. Nun ist der 37-Jährige verurteilt worden.
Das Foto zeigt den angeklagten Kampfsporttrainer aus Bochum. © Werner von Braunschweig

Ein Kampfsporttrainer aus Bochum ist am Montag wegen sexuellen Missbrauchs zweier Sportschülerinnen zu vier Jahren Haft verurteilt worden. Richter Dirk Reitzig warf dem 37-Jährigen in der Urteilsbegründung Vertrauensbruch vor. Das Vertrauen der Kinder und Eltern sei perfide ausgenutzt worden.

Im Prozess vor der 10. Strafkammer ging es um insgesamt drei Opfer, darunter zwei Kampfsportschülerinnen. Der 37-Jährige hatte gleich beim Prozessauftakt ein Geständnis abgelegt. Wörtlich hatte der Angeklagte erklärt „Das war falsch, das war dumm, das war verletzend. Das weiß ich. Ich bereue das sehr.“

Schülerin vertraut Trainer massive Probleme mit der Mutter an

In 96 von insgesamt 101 angeklagten Fällen hat der Bochumer laut Urteil ein und dieselbe Kampfsportschülerin sexuell missbraucht. Das Mädchen war anfangs 13 Jahre alt. Tatort war fast immer die Wohnung des Kampfsporttrainers in Bochum. Die Schülerin soll dem Angeklagten massive Probleme mit ihrer Mutter anvertraut haben, daraufhin soll der 37-Jährige sie bei sich zu Hause aufgenommen, gemeinsam mit ihr in seinem Bett geschlafen und schlussendlich in Serie sexuell missbraucht haben. Laut Anklage soll der 37-Jährige zuvor behauptet haben, er könne ihre Probleme möglicherweise durch Körperkontakt lösen.

Eine zweite Kampfsportschülerin (15) bedrängte der Angeklagte während der Corona-Pandemie am Rande eines „Personal-Trainings“ in Menden mit Zungenküssen. Drittes Opfer soll eine 17-Jährige gewesen sein, die der Kampfsporttrainer nach einer Familienfeier am Bochumer Bermuda-Dreieck sexuell attackiert haben soll.

Der Angeklagte, der eine spezielle Selbstverteidigungssportart aus dem Nahen Osten unterrichtete, war bereits 2016 wegen sexuellen Missbrauchs einer Ex-Schülerin angeklagt gewesen. Das Verfahren war seinerzeit aber letztlich gegen Zahlung einer Geldauflage in Höhe von 2000 Euro eingestellt worden.

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