Kurioser Jahresrückblick

Koksende Fische, Leoparden-Alarm & Co: 12 kuriose Geschichten aus dem Jahr 2021 in NRW

Koksende Lachse, ein Pferd, das einen Autofahrer vor einem Blitzer rettet, ein außergewöhnlich dumm-dreister Führerschein-Prüfling: 12 kuriose Geschichten, die sich 2021 in NRW ereignet haben.
Eine ausgerissene Schafsfamilie hat die Polizei in Solingen mit einem Eimer Ziegenfutter wieder eingesammelt. © picture alliance/dpa/Polizei Wuppertal

Eine Friseurin, die einen Dieb mit dem Besen in die Flucht schlägt, das rätselhafte Verhalten von Junglachsen und ein Pferd, das einen Autofahrer vor einem Blitzer rettet – im Corona-Jahr 2021 gab es eine ganze Reihe von Kuriositäten in Nordrhein-Westfalen.

Longboard-Eigenbau: In Münster zieht die Polizei ein ungewöhnliches Gefährt aus dem Verkehr. Ein 28 Jahre alter Mann wird auf einem motorisierten Longboard (Langes Skateboard) erwischt. Er hat mehrere Motoren an den kleinen Rädern montiert, die er per Fernbedienung steuert. Bis zu 20 km/h kann er damit fahren. Nicht erlaubt, meinen die kritischen Beamten. Das Longboard sei nicht für den öffentlichen Straßenverkehr zugelassen.

Mies gelaufen: „Entschuldigung, kiffen Sie zufällig?“ Mit diesen Worten hat ein 17-Jähriger in Bochum ausgerechnet zwei Zivilpolizisten Drogen angeboten. Es sei kein Problem, „etwas“ zu besorgen. Die Bochumer Beamten geben sich dem Nachwuchsdealer zu erkennen und finden mehrere Tütchen Cannabis bei ihm. Dessen lapidarer Kommentar: „Mies gelaufen“. Er bekommt eine Anzeige und wird den Eltern übergeben.

Dumm-dreist: Ein Autofahrer in spe fährt mit dem Wagen zur eigenen Führerscheinprüfung vor. Der 37-Jährige aus dem Rhein-Erft-Kreis überrascht damit Prüfer und Fahrlehrer gleichermaßen. Die Fahrprüfung wird abgesagt, die Polizei gerufen. Den Beamten erklärte der Mann, er habe das Auto genommen, um es noch pünktlich zur Prüfung zu schaffen.

Besenrein: Dreister Dieb in Detmold: Als er sich im Friseurladen an der Kasse zu schaffen macht, wird er von einer Angestellten überrascht. Die resolute Friseurin kommt aus dem Nebenraum und stellt den Mann zur Rede. Als er sie wegschubst und erneut versucht, die Kasse zu öffnen, schnappt sich die 43-Jährige einen Besen und schlägt den Dieb damit in die Flucht. Der Unbekannte flüchtet ohne Beute.

Lockmittel: Eine ausgebüxte Schafsfamilie hält die Polizei in Solingen auf Trab. Mit einem Eimer Ziegenfutter gelingt es den Beamten schließlich, die Tiere anzulocken und einzusammeln. Die Schafe hätten sich wohl „auf einen morgendlichen Winterspaziergang begeben, dabei allerdings die Gefahr des Straßenverkehrs“ unterschätzt, schreibt die Polizei in ihrem Bericht.

Schwarzfahrer: Fünf ungewöhnliche „Schwarzfahrer“ entdeckt die Düsseldorfer Polizei in einer U-Bahn und übergibt die niedlichen Nager in einem Schuhkarton dem Tierheim. Es habe sich um Hamster gehandelt, die in der Bahn wohl von ihrem Besitzer ausgesetzt worden seien, teilte das Tierheim via Facebook mit. Die Hamster seien auf „frischer Tat“ am Südfriedhof ertappt worden.

Ei-ngriff? Ein Autofahrer berichtet der Polizei in Lüdenscheid, er sei von Unbekannten vor einem Tunnel mit einem Ei beworfen worden. Beamte fahnden rund um die Tunneleinfahrt vergeblich nach einem vermeintlichen Attentäter. Die Erklärung liefern die Beamten später: Dort sei wohl ein Taubenei aus dem Nest gefallen. Damit handele sich nicht um einen „gefährlichen Ei-ngriff“ in den Bahn-, Luft-, Schiffs- oder Straßenverkehr.

Zugedröhnt: In Kirchhundem im Sauerland geben Junglachse in einer Aufzuchtanlage Rätsel auf. Ein Fischwirtschaftsmeister bemerkt das atypische Verhalten bei den für ein Artenschutzprojekt gehaltenen Tieren. „Die Lachse versuchten panikartig aus dem Wasser zu springen“, berichtet Daniel Fey, Fachbereichsleiter Fischereiökologie und Aquakultur.

Junglachse in einem Fischbecken versuchten panikartig aus dem Wasser zu springen. In einem Bachzulauf zu dem Becken wurde später Kokain entdeckt. © picture alliance/dpa/Landesumweltamt NRW

Da müssen die Analytiker des Landesumweltamtes (Lanuv) ran – und werden nach aufwendigem Analyseverfahren fündig: In einem Bachzulauf weisen sie Kokain und das Kokain-Abbauprodukt Benzoylecgonin nach. Im Lanuv-Jahresbericht heißt es über den kuriosen Rauschgiftfall: „Lachse auf Koks“. Wie das Kokain in das Wasser kam, blieb ungeklärt.

Pferde-Glück: Das Glück der Erde liegt auf dem Rücken der Pferde, sagt ein Sprichwort. In diesem Fall läuft das Glück durch die Kamera und bewahrt einen zu schnellen Autofahrer in Ratingen vor einem Bußgeld. Als der mobile Blitzer auslöst, trabt eine Reiterin an der Linse des Messgerätes vorbei und verdeckt den größten Teil des Autos auf dem Blitzerfoto. Das Bild sei unbrauchbar, schreibt die Polizei. Die Geschwindigkeitsübertretung bleibt somit ungesühnt.

Eine Reiterin wird von einem mobilen Blitzer fotografiert, während im Hintergrund ein Auto mit überhöhter Geschwindigkeit vorbeifährt. © picture alliance/dpa/Polizei Mettmann

Preise mit Gebell: Im Beisein von Hunderten Vierbeinern werden in Köln besonders erfolgreiche Hunde-Profile aus sozialen Netzwerken ausgezeichnet. Bei den „German Petfluencer Awards“ setzt sich in der Hauptkategorie der Account „@verpinscht“ durch. Bei Instagram hat er rund 111.000 Fans. Es dreht sich alles um die Hunde Mojo, Rana und Mateo. Petfluencer – Pet ist das englische Wort für Haustier – lassen wie menschliche Influencer ihre Anhänger an ihrem Leben teilhaben und bewerben dabei allerhand Dinge. Man sei sicher, dass die Wettbewerber gemeinsam „eine achtstellige Reichweite“ haben, erklärt der Geschäftsführer einer Petfluencer-Agentur, die die Preisverleihung organisiert. Auf der Vierbeiner-Gala gibt es für die hechelnden Internet-Stars unter anderem zuckerfreies Hundeeis mit Enten-Apfel-Topping. Den Schnüffelnasen soll es schließlich an nichts fehlen. Wau!

Hunde II: Im sauerländischen Neuenrade können Hundebesitzer bei der Anmeldung der Steuer das Geschlecht ihres Vierbeiners eine Zeit lang mit „divers“ angeben. Irgendjemandem fiel auf, dass man online neben „männlich“, „weiblich“ und „keine Angaben“ auch diese Möglichkeit auswählen konnte. Das sei „nicht beabsichtigt“, sondern „ein Fehler im System gewesen“, sagte Bürgermeister Antonius Wiesemann. Die Wahlmöglichkeit „divers“ sei vom Provider bei einem Update des Formulars eingespielt worden. Die Verwaltung änderte das fix.

Ein Serval, eine Wildkatze, sitzt in einem Garten in Stadtlohn. Das streunende Tier, das in den Niederlanden ausgebüxt war, hat 2021 für einige Aufregung gesorgt. © picture alliance/dpa/Kreispolizeibehörde Borken

Leoparden-Alarm: Eine exotische Wildkatze sorgt tagelang in Stadtlohn für Aufregung. Ein Serval – eine aus Afrika stammende mittelgroße gefleckte Wildkatze – streift durch die Straßen und Gärten der Stadt im Münsterland. Ein Experte kann das Tier ins Netz locken. Es kommt in eine Auffangstation für solche Exoten in Witten im Ruhrgebiet. Es stellt sich heraus, dass der zunächst irrtümlich für einen Leoparden gehalten Serval in der etwa 15 Kilometer entfernten niederländischen Nachbargemeinde Winterswijk ausgebüxt ist. Der Halter kann durch die Chipnummer des Tieres identifiziert werden und darf seinen Liebling wieder in die Arme schließen.

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