Kriminalität

Reul schockiert von Gewalt-Vorwürfen gegen Polizisten und Chats

Mehrere Kölner Polizisten sollen sich in Chats abgesprochen haben, bei Einsätzen zu provozieren, um Gewalt anwenden zu können. In einem Fall endete das Vorgehen tödlich.
Herbert Reul (CDU), Innenminister von Nordrhein-Westfalen, spricht auf einer Pressekonferenz. Gegen mehrere Beamte der Polizei in Köln wird wegen des Verdachts der Körperverletzung im Amt ermittelt. © picture alliance/dpa

NRW-Innenminister Herbert Reul (CDU) hat sich schockiert von den Gewalt-Vorwürfen gegen mehrere Kölner Polizisten und den dabei aufgetauchten Chats gezeigt. Der Inhalt der Text-Nachrichten sei „absolut inakzeptabel“, sagte Reul am Montag in Düsseldorf. „Eine solches Dienstverständnis, eine solche Haltung in der Polizei – da können sie mich beim Wort nehmen – werde ich nicht dulden“, sagte er.

Möglicherweise hätten die Beamten bei Einsätzen Widerstandshandlungen bewusst provoziert, um selbst Gewalt anwenden zu können, so Reul. Einer der Beschuldigten sei sogar soweit gegangen, dass er mit den Folgen einer Gewaltanwendung geprahlt habe. Ein anderer habe erklärt, er habe „einen umgeklatscht“.

59-Jähriger nach hartem Einsatz gestorben

Mit Stand vom Montag seien fünf Beamte vorläufig des Dienstes enthoben worden. Vier davon seien noch Beamte auf Probe. Sollten sie verurteilt werden, stehe sehr wahrscheinlich ihre Entlassung an.

Die Staatsanwaltschaft hatte zuvor mitgeteilt, dass gegen mehrere Beamte der Polizei in Köln wegen des Verdachts der Körperverletzung im Amt ermittelt werde. Sie sollen bei einem Einsatz übermäßig hart gegen einen 59-Jährigen vorgegangen sein, der später starb.

Im Zuge der Ermittlungen wurden Handys ausgewertet – was dazu führte, dass die Ermittler nun zum Beispiel auch prüfen, ob sich Beteiligte zu gemeinsamen Diensten verabredeten, um dabei potenziell Beschuldige im Fall von Widerstand übermäßig hart anzugehen.

„Natürlich gilt für die fünf Polizisten die Unschuldsvermutung“, sagte Reul. Man könne aber sicher sein, dass alles getan werde, um den Fall restlos aufzuklären. Wer „gewaltaffin“ sei oder mit Gewalt prahle, habe in seinen Augen nichts bei der Polizei zu suchen.

dpa

Der Abend in Recklinghausen

Täglich um 18:00 Uhr berichten unsere Redakteure für Sie im Newsletter über die wichtigsten Ereignisse des Tages.

Informationen zur Datenverarbeitung im Rahmen des Newsletters finden Sie hier.