Rhein-Herne-Kanal: Schiff kracht gegen Brücke – Führerhaus abgerissen

Das zerstörte Führerhaus des Frachtschiffes.
Der Rhein-Herne-Kanal wurde für die Dauer der Bergung der versunkenen Teile des Führerhauses für die Schifffahrt gesperrt. © Justin Brosch
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Auf dem Rhein-Herne-Kanal ist ein Tankmotorschiff gegen die Rundbogenbrücke am Nordsternpark gekracht. Bei dem Unfall wurde das Führerhaus abgerissen und der 54-jährige Schiffsführer dadurch leicht verletzt.

Nach Angaben der Feuerwehr hatte das Schiff zuvor entladen und war auf dem Weg zurück zum Industriehafen, um dort erneut beladen zu werden. Auf dem Weg dorthin krachte es dann gegen die Brücke. Ersten Informationen zufolge sind dabei Teile des Führerhauses abgerissen und in den Rhein-Herne-Kanal gefallen. Das Schiff war dann weiter in Richtung Schleusen gefahren und hatte dort angelegt.

Ein Radfahrer hatte das Geschehen am Donnerstagvormittag (6.10.) beobachtet und die Feuerwehr informiert, die auch die Wasserschutzpolizei Essen alarmierte.

An der Rundbogenbrücke waren Metallteile hängen geblieben, die durch die Feuerwehr beseitigt werden mussten. Der Rhein-Herne-Kanal wurde für die Dauer der Bergung der versunkenen Teile des Führerhauses für die Schifffahrt gesperrt. Auch der Schiffsverkehr wurde eingeschränkt.

Fehleinschätzung des Schiffsführers

Nach derzeitigen Erkenntnissen geschah der Unfall wegen einer Fehleinschätzung des Schiffsführers. Ob er es verpasste, das Steuerhaus auf eine entsprechende Höhe abzusenken oder etwas anderes zum Unfall führte, wird laut Polizeiangaben noch ermittelt. Alkohol oder Drogen seien nicht im Spiel gewesen. Die Polizei schrieb eine Anzeige wegen eines gefährlichen Eingriffs in den Schiffsverkehr. Ob beziehungsweise wie stark die Brücke beschädigt wurde, sei noch unklar.

Schiffsunfall in Dorsten: Schäden an Kanalbrücke

In Dorsten war Mitte August ein Kohlefrachter im Wesel-Datteln-Kanal ebenfalls gegen eine Brücke gekracht. Dabei wurde das gesamte Führerhaus des rund 170 Meter langen Schiffes zerstört und nach hinten weggerissen. Die Kollision hatte große Schäden an der Brücke verursacht. Mehrere Querträger müssen nach Angaben des Wasserstraßen- und Schifffahrtsamts ausgetauscht werden.

Über die Brücke führt eine der wichtigsten Verbindungsstraßen in Dorsten. Die B 224 ist seit dem Unfall in beide Richtungen nur einseitig befahrbar, was zu erheblichen Einschränkungen des Verkehrs führt. Auch der Fuß- und Radweg unterhalb der Brücke ist voraussichtlich noch über Monate gesperrt.

dpa/karie