Mord an Kai M.

Zerstückelte Leiche im Rhein: SEK nimmt zwei Hells Angels in Mönchengladbach fest

Spezialkräfte der Polizei haben zwei Hells Angels festgenommen, die an dem Mord an dem Rocker Kai M. beteiligt gewesen sein sollen. Seine Leiche wurde zerstückelt an mehreren Orten gefunden.
Hells Angels Mitglieder aus Mönchengladbach. © picture alliance / dpa

Knapp acht Jahre nach der Ermordung und Zerstückelung des Rockers Kai M. hat die Polizei mithilfe von Spezialkräften zwei Männer festgenommen, die an der Beseitigung der Leiche beteiligt gewesen sein sollen.

Die 43 und 45 Jahre alten Mönchengladbacher seien am Dienstagmorgen in ihren Wohnungen festgenommen worden, teilte die Polizei mit. Die Staatsanwaltschaft Duisburg habe Haftbefehle wegen Strafvereitlung bezüglich gemeinschaftlichen Mordes gestellt.

In derselben Angelegenheit sei einem 36-Jährigen in der Justizvollzugsanstalt Willich ein Haftbefehl eröffnet worden, der dort eine Freiheitsstrafe absitze. Alle drei Tatverdächtigen sind nach Erkenntnissen der Ermittler den Hells Angels zuzurechnen und sollen in unterschiedlicher Tatbeteiligung im Januar 2014 die Tatwaffe und den Leichnam des Opfers Kai M. beseitigt haben.

Arm wurde im Rhein gefunden, Schädel im Kanal

Kai M. war Mitglied der Hells Angels und vor acht Jahren ermordet und zerstückelt worden. Spaziergänger hatten den abgetrennten tätowierten Arm des Mannes im Rhein bei Duisburg entdeckt. Zwei Monate später wurde auch der Torso im Rhein gefunden. Erst 2020 fanden Taucher im Rhein-Herne-Kanal den Schädel des toten Rockers, außerdem Speisfässer mit weiteren einbetonierten Körperteilen.

Die Polizei gab jetzt weitere Details ihres Ermittlungsstands bekannt. Demnach ist die Leiche in einem Autoanhänger von Mönchengladbach nach Duisburg und dann weiter ins Ruhrgebiet transportiert worden. Später wurden Leichenteile in Duisburg am Ufer des Rheins, im Rheinpreußenhafen und im Rhein-Herne-Kanal gefunden.

Für die eigentliche Ermordung soll das 33-jährige Führungsmitglied der Hells Angels Ramin Y. verantwortlich sein, der sich ins Ausland abgesetzt hat und nach dem mit internationalem Haftbefehl gefahndet werde.

Ein weiterer 42 Jahre alter Mitbeschuldigter, der ebenfalls den Hells Angels zuzurechnen sei, soll an der Zerstückelung und Entsorgung des Toten beteiligt gewesen sein. Er war bereits am 2. September festgenommen worden.

Hauptverdächtiger macht sich auf Instagram über die Polizei lustig

An diesem Tag hatte die Polizei unter anderem mit einem gepanzerten Fahrzeug und SEK-Einheiten Razzien in mehreren Städten im Rheinland und im Ruhrgebiet gegen die Hells Angels durchgeführt. Unter anderem verschafften sie sich mit dem gepanzerten Fahrzeug Zugang zu einem Vereinsheim der Hells Angels in Mönchengladbach. Dort soll Raymin Y. zuletzt Präsident gewesen sein.

Der Hauptverdächtige hält sich nach Erkenntnissen der Ermittler derzeit im Iran auf. Er machte sich auf Instagram über die Fahnder lustig. Einen Tag nach der Großrazzia in Nordrhein-Westfalen lud Ramin Y. auf seinem Instagram-Account mehrere Bilder und Videos hoch, in denen er sich über seine Flucht und damit indirekt über die Ermittler lustig macht.

Die Ermittlungen dauern weiter an.

kar/dpa

Der Abend in Recklinghausen

Täglich um 18:00 Uhr berichten unsere Redakteure für Sie im Newsletter über die wichtigsten Ereignisse des Tages.

Informationen zur Datenverarbeitung im Rahmen des Newsletters finden Sie hier.