Scenarios Auslandsreihe

Around the World: Kanadische Winter und Feiertage

Kanada – Teil 5: Der Winter in Kanada ist für Jana eine große Umstellung - die Schneemassen ist sie aus Deutschland nicht gewöhnt. Umso schöner war es aber, weiße Weihnachten zu haben.
In unserer Auslandsreihe "Around the World" berichten unsere Jugendreporterinnen und -Reporter von ihren Abenteuern an den unterschiedlichsten Fleckchen der Welt. © pixabay.de

Dass Weihnachten und Neujahr hier in Kanada etwas anders ablaufen, ist mir von Beginn an klar gewesen und deswegen habe ich mich schon sehr auf die Winterzeit in Kanada gefreut. Der erste Schnee kam auch schon Anfang November. Wenn auch noch nicht viel, aber schon mehr, als man in Deutschland zu der Zeit erwarten kann.

Als die Weihnachtszeit immer näher rückte und weil die Kanadier es wirklich ernst nehmen mit der Lichterdekoration an ihren Häusern, nahm meine Gastfamilie mich und meine Gastschwester aus Thailand mit, um samstagabends durch ein besonderes Lichterdorf zu laufen, das jedes Jahr extra für Weihnachten schön und aufwendig geschmückt wird.

Freilichtmuseum wird zum weihnachtlichen Lichterdorf

Da es in der Nacht von Freitag auf Samstag stark geschneit hat und auch am restlichen Tag immer wieder Schnee fiel, sieht das Lichterdorf abends umso schöner aus. Ursprünglich war das Dorf eine Siedlung der europäischen Einwanderer. Heute ist es eine Art Freilichtmuseumsdorf, in dem man sich anschauen kann, wie dort früher gelebt wurde.

Wir liefen knapp zwei Stunden die Straßen entlang, schauten uns eine Lichtershow an und aßen anschließend eine kanadische Spezialität, einen „BeaverTail“. Ein BeaverTail ist ein langgestrecktes, frittiertes Gebäck, ähnlich den Churros, wie wir sie von den Weihnachtsmärkten kennen, das mit süßem Belag (wie Nutella, Zimt, Sahne, zerbröselte Oreos etc.) überzogen ist.

Schulfrei dank Schneestürmen

Als dann der Dezember begann und es zunehmend kälter wurde, kamen auch die ersten Schneestürme, die dann einige freie Schultage für die Schülerinnen und Schüler aus meiner Stadt bedeuten. Die Straßen sind nämlich an manchen Stellen so voller Schnee und Eis, dass die Schulbusse nicht fahren können und es für alle sowieso sicherer ist, zu Hause zu bleiben.

Der See vor dem Resort, in dem Jana die Weihnachtstage verbracht hat, ist komplett zugefroren, sodass man in Ufernähe sogar auf ihm spazieren kann. © Privat

Doch der viele Schnee hat auch seine guten Seiten. Man kann auf verschneiten Hügeln im Park Schlitten fahren, sich auf Skiern durch die Straßen bewegen oder auf zugefrorenen Seen Schlittschuhlaufen und Eishockey spielen. Eishockey macht sehr viel Spaß, obwohl ich gegen die Kanadier, die schon seit der Grundschule spielen können, lange nicht ankomme.

Die richtige Kleidung für kanadische Winter

Ich war schon ziemlich beeindruckt von dem tiefen Schnee, aber meine Gasteltern und meine kanadischen Freundinnen meinten alle, dass das erst der Anfang sei. Deshalb haben meine Gastschwester und ich uns erstmal für den kanadischen Winter geeignete Winterschuhe gekauft.

Was mich zur Weihnachtszeit sehr überrascht hat war, dass in Kanada, einem Land, das man mit dichten riesigen Wäldern verbindet, überwiegend künstliche Weihnachtsbäume aufgestellt werden. Genauso ungläubig war aber auch meine Gastfamilie, als sie gehört haben, dass im „kleinen“ Deutschland fast nur echte Tannenbäume in den Wohnzimmern stehen.

Weihnachtstage im Ferienresort

Die Weihachtstage haben wir im Resort „Calabogie Lodge Reort“ neben dem Calabogie Lake, drei Stunden von uns entfernt, verbracht. Dort haben wir die Weihnachtstage mit den Eltern meines Gastvaters und der Familie seiner Schwester, die ebenfalls einen Austauschschüler aus China bei sich aufgenommen hat, gefeiert. In dem Resort hat jede Familie ihr eigenes Cottage und zusätzlich gibt es noch ein kleines Schwimmbad mit Blick auf den See und einen Spieleraum mit Billardtisch, Tischtennis etc.

Unter dem Tannenbaum der Großeltern ihrer Gastgeschwister lagen sogar ein paar Geschenke für Jana. © Privat

Da in Kanada so wie in den USA die Bescherung am Weihnachtsmorgen ist, gab es am Abend des 24. Dezember ein großes, gemeinsames Abendessen mit Truthahn, Preiselbeersoße und Kartoffelbrei und im Anschluss wurde ein Weihnachtsfilm geguckt und Gesellschaftsspiele gespielt. Am Weihnachtsmorgen waren die Kinder natürlich ganz früh wach und packten noch in ihren Schlafanzügen die Geschenke aus. Auch für meine Gastschwester Beebee und mich gab es ein paar Geschenke von unseren Gasteltern.

Silvesterabend im Schnee mit Freunden

Den Rest des Tages haben wir viel Zeit im verschneiten Wald vor unserem Resort verbracht oder auf dem zugefrorenen See direkt in der Nähe.

Für den Silvesterabend ist unsere Gastfamilie zu den Großeltern nach Ottawa gefahren. Da das wahrscheinlich nicht die spannendste Silvesteraktivität für meine Gastschwester und mich gewesen wäre, durften wir Silvester bei unseren Freunden feiern, d.h. zwei Nächte woanders verbringen.

Ich übernachte bei einer meiner kanadischen Freundinnen, die dieses Schuljahr eine Gastschwester aus Spanien aufgenommen hat, mit der ich auch sehr gut befreundet bin. An den Tagen vor Silvester laufen wir draußen Schlittschuh, bauen Schneemänner und machen Schneeballschlachten.

Jana Weber (15, Oer-Erkenschwick) verbringt ihr zehnmonatiges Auslandsjahr in Ontario, Kanada. Dort lebt sie in einer Gastfamilie, besucht die zehnte Klasse einer kanadischen Highschool und versucht, so viel vom kanadischen Alltag zu erfahren, wie möglich. Bei Scenario berichtet sie von ihrer Zeit in Ontario.

Da wegen Corona keine Events oder von der Stadt organisierte Feuerwerke stattfanden, haben wir in einem etwas kleineren Kreis den Countdown zum Jahreswechsel gezählt und sind anschließend mit ein paar Freunden durch die Straßen gezogen, um uns die vereinzelten Feuerwerke der Nachbarn anzuschauen.

Der Abend in Recklinghausen

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