Im Gespräch mit Scenario: Cro

Cro und sein „Easy“ Leben auf Bali

Rapper Cro hat sich vor rund 1,5 Jahren nach Indonesien verabschiedet und macht nun dort Musik. Herausgekommen ist dabei sein neuestes Album „trip“.
Cro ist im Laufe der Jahre gewachsen und auch seine Maske hat sich immer mit verändert – vorbei ist die Zeit des Pandas. © Universal Music

Seit fast zehn Jahren ist der smart-verpeilte Carlo Waibel alias Cro mit Pop-Rap-Hits wie „Easy“ so gut im Geschäft, dass er sich auf Bali einen komfortablen Rückzugsort direkt am Ozean bauen konnte. Hier, mitten im Paradies, sitzt der 31-Jährige nun meditierend und allerbester Dinge die Pandemie aus.

Hier hat er aber auch gearbeitet und sein ambitioniertes Doppelalbum „trip“ (Release 30. April) eingespielt. Es besteht zur Hälfte aus schwer psychedelisch und bewusstseinserweiternd klingenden, zur anderen Hälfte aus lässigen, heiteren und etwas erwachsener wirkenden R&B-Pop-Hip-Hop-Nummern. Wir sprachen mit Cro.

Cro, seit wann bist Du eigentlich auf Bali?

Seit Silvester 2019. Ich war quasi hierher geflüchtet.

Wovor?

Ich spürte, dass ich nicht mehr so glücklich, nicht mehr ausgeglichen bin. Also habe ich mich aus meinem üblichen Leben rausgerissen, um ganz in Ruhe zu überlegen, wie ich weitermachen will. Ich brauchte definitiv einen Tapetenwechsel, denn ich habe ja mein ganzes Leben in Deutschland verbracht. Dann kam ich hier an und begann, alles sacken zu lassen und einen gewissen Abstand von meiner Karriere zu bekommen. Ich merkte, wie sehr ich die Ruhe gebraucht hatte und wie gut sie mir tat.

Auf Cros neuestem Album „trip“ gibt es neben Solo-Tracks auch Features mit Shindy, Teesy und Capital Bra. © Universal Music © Universal Music

Wie hast Du so Deine Zeit verbracht?

Ich habe viel meditiert, Yoga gemacht, bin oft mit der Sonne aufgestanden und habe mich gut ernährt. Ich habe auf so eine mönchsmäßige Art am Anfang gar nicht viel gemacht und nur gechillt.

Wie intensiv hat das Leben im Paradies auf Deine Musik abgestrahlt?

Bali hat meine neuen Songs stark beeinflusst. Viele der Stücke klingen sehr fröhlich und sonnig, wie sollte es auch anders sein? Ich wache mit der Sonne auf, kleine Welpen tollen über die Wiese, alles ist bunt und fröhlich, die Menschen voller Lebensfreude. Es passt einfach alles. Deshalb klingt das ganze Ding so sehr nach Lagerfeuer und selbstgedrehten Zigaretten.

Die zweite Hälfte des Doppelalbums ist ganz schön schräg geworden und erinnert an die späten Beatles und an Jimi Hendrix. Wie sehr ist der Sound den selbstgedrehten Kippen geschuldet?

Wenn du erst mal anfängst zu meditieren und dich intensiv mit dir selber zu beschäftigen, dann erkennst du irgendwann, dass auch schon vor dir Musiker auf ähnlichen Reisen, ähnlichen Trips unterwegs waren und dabei auf ähnliche Ideen kamen. Es lief auch immer viel Beatles, Doors, Hendrix, Janis Joplin oder Tame Impala. Die waren alle irgendwie anwesend, als ich das Album gemacht habe.

Was würdest Du als Deine wirklichen Bedürfnisse beschreiben?

Die sind überschaubar. Eigentlich sogar sehr minimal. Ich brauche nur Gesundheit und die Möglichkeit, mich frei zu bewegen. Um glücklich zu sein, benötige ich keine Jacht, die von trainierten Delfinen begleitet wird und auch keinen Helikopter. Vieles von dem, was manche Menschen in den sozialen Medien zeigen, macht den Charakter kaputt und zerstört über kurz oder lang die ganze Welt.

Wie ist es eigentlich für Dich, dass jetzt plötzlich alle eine Maske im Gesicht haben?

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Schon ein bisschen lahm, dass mir die ganze Welt das nachmacht (lacht). Jetzt sehen die Leute mal, wie das ist. Ich trage seit zehn Jahren überall in der Öffentlichkeit eine Maske. Es soll sich mal keiner aufregen, wenn er ein oder zwei Jahre lang eine tragen muss

Hat die Bundesregierung bei Dir schon angefragt, ob Du fürs Maskentragen trommeln möchtest?

Nee, aber ich fände das gut. Also falls die Angie mal ein bisschen Werbung für Masken braucht – ich bin am Start.

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