Buch-Tipp

„Das Ende des Alphabets“: Die Geschichte eines liebevollen Lebens

Ambrose bleiben nur noch 26 Tage zu leben. Er beschließt, eine alphabetische Reise mit seiner Frau zu starten und die Orte ihrer Liebe zu besuchen. Ein Roman über Liebe und Sorgen.
Annika hat einen Buchtipp für Euch, der die Kraft von Erinnerungen zeigt. © pixabay.de

Was stellt man mit seinem restlichen Leben an, wenn man die Nachricht bekommt, dass man nur noch 26 Tage zu leben hat? Ambrose Zephyr muss sich dieser Frage gemeinsam mit seiner geliebten Frau Zipper in dem Buch „Das Ende des Alphabets“ stellen und findet eine schöne Antwort für sich.

Ambrose arbeitet in der Werbebranche und hat einen Faible dafür, Dinge alphabetisch zu ordnen und in Reihe zu bringen – auch wenn seine Ordnung nicht direkt für jeden ersichtlich sein muss.

Erinnerungen von A bis Z auffrischen

Bei 26 Tagen, die ihm bleiben, zieht er natürlich direkt die Verbindung zu den 26 Buchstaben im Alphabet. Um die letzten Tage auf Erden mit seiner Frau ausgiebig zu kosten, stellt er also eine Liste mit 26 Orten in alphabetischer Reihenfolge auf, die das Paar nochmal besichtigen möchte.

Der Roman von Charles Scott Richardson erzählt die Geschichte von Zipper und Ambrose die eine letzte alphabetische Reise an die Orte ihrer Liebe unternehmen. © Atlantik Verlag

Es geht in der Geschichte aber nicht darum, neue Dinge zu erleben, die man immer noch mal gerne machen wollte, weil man sie noch nie gesehen oder getan hat. Es geht eher darum, das, was man kennt und liebt, noch mal zu sehen, um sich zu verabschieden. Erinnerungen wach zu rufen und mit neuen zu verbinden.

So landen die beiden Londoner unter anderem in Amsterdam, Berlin, Paris und bei den Pyramiden von Gizeh, um die Wege ihrer Vergangenheit nochmal zu gehen. Dabei erfährt man kleine Details über ihre Charaktere, ihr Zusammenleben und ihre Liebe, ohne zu viel Profil zu bekommen.

Die Reise neigt sich dem Ende zu

Als Zipper eines Tages bei dem Buchstaben „I“ sieht, wie unsicher ihr Mann plötzlich auf den Beinen geworden ist, beschließt sie, das Projekt abzubrechen und nach Hause zu fahren. Ambrose widerspricht ihr nicht. Auch er merkt, dass seine Zeit langsam zu Ende geht.

Charles Scott Richardson: „Das Ende des Alphabets“

Atlantik Verlag, 144, Seiten

ISBN: 9-783-455-600-100, 13 Euro

„Das Ende des Alphabets“ ist kein klassischer Roman, der eine stringente Geschichte erzählt, sondern eher ein Buch, das Eindrücke und kurze Sequenzen aus einem liebevollen Leben gibt, das nun zu Ende geht. Es geht darum, alte Erinnerungen aufleben zu lassen und das Beste aus der verbliebenen Zeit zu machen, die man noch hat.

Es geht aber auch um Sorgen um die, die man zurücklässt und die Liebe, die man für diese Personen empfindet. Da der Schreibstil von C.S. Richardson so schön ist, nimmt man dem Buch die vielen Auslassungen auch nicht übel. Es macht die Geschichte eher noch ein bisschen poetischer.

Das einzige, an das man sich ein gewöhnen muss, ist die Art und Weise, wie der Autor Dialoge aufgeschrieben hat. Das kann man der kurzen Geschichte auf 144 Seiten aber verzeihen.

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