Persönliches

Die Schwierigkeit, Freundeskreise zu mischen

Die Leute aus der Uni, die besten Freunde aus Kindertagen und die Mitbewohner - drei Freundeskreise, die auf Partys oder Ähnlichem zusammentreffen können. Das geht nicht immer gut.
Wenn man alles Freundeskreise mischt, kommt oft eine große Runde dabei heraus. Ob die auch wirklich harmoniert, muss immer abgewartet werden. © pixabay.de

Als Mensch nehmen wir in unserem Leben ganz unterschiedliche Rollen ein. Am Anfang sind wir einfach Babys, deren Aufgabe im Grunde darin besteht, sich umsorgen zu lassen. Mehr müssen wir nicht tun und unsere Beziehungen gestalten sich alle noch sehr ähnlich.

Irgendwann sind wir aber nicht mehr nur noch Kind, sondern werden auch Brüder und Schwestern, wir werden Schulkinder und Freunde, wir werden Klassensprecher, Teamkollegen und Bekannte. Wir werden zu Menschen, die einem nahestehen oder zu Bekannten, die man flüchtig grüßt.

Eigenes Verhalten variiert von Person zu Person

In all diesen Kontexten haben wir unterschiedliche Funktionen, die wir erfüllen müssen und leicht variierende Charaktere, um der Beziehung zu den anderen Menschen gerecht zu werden. So gehe ich mit einer Person, mit der ich ein Bekanntschaftsverhältnis pflege, natürlich anders um als mit meiner Mutter oder einem guten Freund zum Beispiel.

Interessant ist es, wenn diese verschiedenen Rollen, die wir im Leben so einnehmen, in bestimmten Situationen zusammenfließen (müssen). Bei Geburtstagen zum Beispiel kann es vorkommen, dass verschiedene Rollen aufgrund der eingeladenen Personen aufeinander treffen. Zu den Geburtstagsgästen zählen beispielsweise mein bester Freund, meine Mama und Freunde aus der Uni.

Vor den Freunden wird geflucht, vor Mama nicht

In allen drei Kontexten gebe ich mich als Person ein wenig anders – aber wie gebe ich mich, wenn ich mit allen drei gleichzeitig interagieren muss? Sicherlich würde ich in Anwesenheit meiner Mama weniger fluchen, als im Kreise meiner Freunde.

Oder ich würde meinem besten Freund eher anvertrauen, wenn mir etwas gegen den Strich geht, als wenn nur die Leute aus der Uni zugegen wären. Und vor den Uni-Leuten wäre es mir besonders wichtig, cool zu wirken, viel wichtiger, als es bei meiner Mama oder meinem besten Freund der Fall wäre. Man kommt also in eine Situation, in der man sich ein bisschen verbiegen und anpassen muss, um allen drei Beziehungen gerecht zu werden ohne sich dabei zu verlieren.

Schauen, ob verschiedene Freundeskreise harmonieren

Spannend ist diese Situation aber auch nicht nur aus meiner Warte, sondern auch für die anderen. Schließlich werden sich meine Uni-Freunde auch anders verhalten, wenn meine Mama da ist, als wären wir unter uns. So muss jeder in dieser Situation seine Rolle und den Platz erstmal finden, den er oder sie einnimmt, und neu ausloten.

Das funktioniert manchmal gut und die Personen untereinander harmonieren problemlos – oder es funktioniert gar nicht und unangenehmes Schweigen und Unbehagen sind die Folge. Irgendwann bekommt man ein Gefühl dafür, wer sich gut in solche neuen Rollen reinfindet und sich einfügen kann und wer nicht.

Letztere werden dann immer diejenigen sein, mit denen man sich noch mal gesondert trifft, weil sie nicht zum Rest der Partygäste passen. Aber das ist schließlich auch eine Rolle, die ausgefüllt werden möchte.

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