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Don’t Look Up: Ein satirisches Abbild unserer Gesellschaft

Der Netflix-Streifen „Don‘t Look Up“ lockt nicht nur mit einem Mega-Cast um Leonardo DiCaprio und Jennifer Lawrence, sondern auch mit einer packenden Story - die aktueller nicht sein könnte.
Leonardo di Caprio und Jennifer Lawrence schlüpfen in "Don't Look Up" in die Rollen der Forscher Dr. Randall Mindy und Kate Dibiasky. Ihre Entdeckung eines planeten-zerstörenden Meteoriten wird allerdings von niemandem ernst genommen und ihr Auftritt in einer Talk-Show zur Lachnummer. © NIKO TAVERNISE/NETFLIX

An Heiligabend hat Netflix mit „Don’t Look Up“ einen echten Hammer veröffentlicht. Ein Mega-Cast und viel Hype haben mich hellhörig werden lassen. Der Film beginnt mit der Entdeckung eines Kometen, der nicht nur so groß wie der Mount Everest ist, sondern sich auch auf direktem Kollisionskurs mit der Erde befindet. Die Astronomen Dr. Randall Mindy (Leonardo DiCaprio) und Kate Dibiasky (Jennifer Lawrence) sind sicher, der gesamte Planet wird zerstört werden.

Taube Ohren statt großer Aufregung

Als die beiden mit dieser Entdeckung an die Präsidentin (Meryl Streep) herantreten wollen, stoßen sie allerdings auf taube Ohren. Ein Komet und die damit verbundene Endzeitstimmung passen so gar nicht in das politische Konzept des Weißen Hauses.

Erst als die beiden auf eigene Faust versuchen, die Menschheit vor der drohenden Apokalypse zu warnen, wird die Präsidentin aktiv. Was anschließend folgt, hätten viele von uns vor zwei Jahren noch für lächerlich gehalten. Doch die letzten beiden Jahre haben uns erkennen lassen, wie blind ein gewisser Teil der Menschheit auf Katastrophen reagiert.

Zweieinhalb Stunden pure Unterhaltung

Neben der exzellenten Besetzung fällt auch die Laufzeit von knapp zweieinhalb Stunden auf. Doch keine Sorge: Diese Zeit vergeht wie im Flug! Die skurrile und zugleich epische Geschichte fesselt die Zuschauenden und wirft fast pausenlos die Frage auf, was wohl als nächstes passieren wird und ob die komplette Zerstörung noch aufgehalten werden kann.

Der Höhepunkt dieser emotionalen Achterbahnfahrt bildet dann das Bild des Kometen, der bereits mit bloßem Auge zu erkennen ist, während Politiker und (angebliche) Zukunftsvisionäre ihre Anhänger dazu auffordern, nicht in den Himmel zu schauen.

Die Satire ist zugegebenermaßen selten so subtil, wie ich es mir gewünscht hätte. Teslagründer Elon Musk, Donald Trump und nicht zuletzt die Welle an Corona-Leugnern bekommen regelmäßig Seitenhiebe. Trotzdem schafft es der Film, die Spaltung der Gesellschaft in akkuratem Maße darzustellen. Diejenigen, die an Wissenschaft festhalten und die, die lieber unreflektiert die bequemste Lösung akzeptieren.

„Don’t Look Up“ ist definitiv keine Enttäuschung und schafft es mit einer Mischung aus Humor und Spannung eine Geschichte zu erzählen, die kaum aktueller sein könnte.

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