Musik-Tipp

Ein Album für wahre Kliemann-Liebhaber

Fynn Kliemann hat mit „Nur“ ein Album rausgehauen, auf dem es keine neuen Songs gibt. Die Platte enthält stattdessen Remixes und Piano-Versionen von einigen seiner bisherigen Songs.
Fynn Kliemanns drittes Album "Nur" ist seit rund einem Monat auf dem Markt. Annika hat sich die Platte mal angehört. © picture alliance/dpa

Allround-Talent und ständiger Projekte-Umsetzer Fynn Kliemann hat kurz vor Weihnachten sein neues Album „Nur“ veröffentlicht. Die Platte enthält keine neuen Tracks. Stattdessen gibt es sechs Remixe und sechs Piano-Versionen seiner Lieblingssongs von den vorherigen Alben „Pop“ und „Nie“ zu hören.

Die Frage, die sich bei „Nur“ aufdrängt, lautet: Wozu ist ein Remix-Album eigentlich gut? Im besten Falle sollte es alten Songs ein neues Gewand verpassen – und zwar so neu, dass es sich lohnt, die Songs in ihrer neuen Form auch noch mal zu veröffentlichen. Das ist auf dem Album „Nur“ so mäßig gelungen.

Zwischen Remix und Original liegen nur wenige Unterschiede

Los geht es mit den Remixes, bei denen Kliemann sich Unterstützung von anderen Musikern wie Yassin, Moglii oder Brenk Sinatra geholt hat, um neue Facetten seiner Stücke herauszuarbeiten.

Im Moglii-Remix von „Twingo“ hört man allerdings kaum weltbewegende Unterschiede zum Original und auch die anderen Einflüsse machen die Songs nicht unbedingt besser als sie vorher waren.

Auf der zweiten Hälfte des Albums folgen dann die Piano-Versionen, unter anderem von „Regen“, „Der Mann und das Meer“ und „Bau mich auseinander“. Bei diesen Liedern wurde leider auf den charakteristischen Gesang von Fynn verzichtet, was in meinen Augen dem Song an Tiefe nimmt.

Emotionen gehen ohne Gesang verloren

Viel Emotion geht bei dem Musiker meiner Meinung nach nämlich über die Stimme und die Grandiosität seiner Texte. Es ist leider auch ein Irrglaube, dass jede Klavier-Ballade direkt große Emotionen vermitteln kann – da bedarf es manchmal mehr. Und dieses Mehr hatte Fynn eigentlich schon in den ursprünglichen Versionen der Songs.

Besonders in Liedern wie „Bau mich Auseinander“, deren unruhiger Beat ein auditives Sinnbild für die Stimmung sein soll, ergibt es wenig Sinn, daraus eine langsame Ballade zu machen, die die eigentliche Message nicht mehr rüberbringen kann.

Ich würde sagen, „Nur“ ist eine Platte für echte Kliemann-Liebhaber, die wirklich alle Songs kennen möchten. Alle anderen können mal reinhören… muss aber auch nicht unbedingt sein.

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