Buch-Tipp

Jung, besorgt, abhängig: Literarisches Abbild einer ganzen Generation

Im Sachbuch „Jung, besorgt, abhängig - eine Generation in der Krise“ spricht Ronja Ebeling all die Probleme an, mit denen sich unsere Generation auseinandersetzt. Mehr aber auch nicht.
In ihrem Werk "Jung, besorgt, abhängig" geht Ronja Ebeling auf die Probleme und Sorgen ein, die ihre und unsere Generation beschäftigen. © J. Jähnichen

Ronja Ebeling, Autorin des Buches „Jung, besorgt, abhängig – eine Generation in der Krise“ ist im selben Jahr geboren wie ich. Aus diesem Grund hat mich ihr Buch auch so interessiert, weil sie über all die Probleme schreibt, die unsere Generation hat, obwohl uns jungen Leuten, die Welt doch scheinbar offen steht.

Eine ganze Generation steht vor vielen Problemen

Statt vom Studium in den Traumjob zu starten, tingeln viele weiterhin von Praktikum zu Praktikum, um dann nur einen befristeten Vertrag ergattern zu können. Die Familiengründung rückt deshalb immer weiter in die Ferne. Die Angst vor Altersarmut statt satter Rente wächst. Und hinzu kommen dann noch überteuerte Mieten, Sorgen um den Klimawandel und Geschlechterstereotype, Selbstoptimierungszwang und Hass im Netz.

Das sind viele Themen. Vor allem viele harte Themen. Aber sie gehen die meisten von uns tatsächlich etwas an. Ronja Ebeling zeichnet ein – meiner Meinung nach – sehr gutes Bild von den Fragen und Sorgen, die unsere Generation beschäftigen.

Das Buch ist in verschiedene Kapitel unterteilt, die sich jeweils einem übergeordneten Thema widmen.

Erzählstruktur bringt Nähe

Die Handlungsstränge sehen so aus, dass Ronja sich meist mit einer ihrer Freundinnen unterhält und auf das jeweilige Thema und damit verbundene Problem zu sprechen kommt – zum Beispiel weil Freundin A händeringend eine bezahlbare Wohnung sucht oder Freundin B mit ihrer radikal nachhaltigen Lebensweise aneckt.

Auf 256 Seiten geht es um die Sorgen vor dem Klimawandel, Geschlechtsstereotype oder die Angst vor Altersarmut. © Eden Books Verlag

Ronja und ihre Freundinnen diskutieren dann über das jeweilige Problem, überlegen sich Lösungsansätze und regen sich manchmal auch einfach nur auf (und es wird stets sehr viel Wein und Kaffee konsumiert).

Das soll die eher abstrakten Dinge wahrscheinlich greif- und nahbarer machen, mich hat diese Erzählstruktur allerdings etwas gestört. Die Gespräche schienen mir stellenweise zu konstruiert.

Unbefriedigendes Leseereignis

Generell hat mich das Buch eher zwiegespalten zurückgelassen. Einerseits finde ich es wichtig, dass all diese Sorgen klipp und klar auf den Punkt gebracht wurden. Man fühlt sich mit seinen Gedanken nicht mehr so alleine, sondern ist vielmehr etwas erleichtert, dass es anderen Gleichaltrigen stellenweise genauso geht, wie einem selber.

Ronja Ebeling: „Jung, besorgt, abhängig – eine Generation in der Krise“

Edenbooks Verlag, 256 Seiten

ISBN: 978-3-95910-334-3, Preis: 16 Euro

Andererseits nehme ich mehr als diese Erkenntnis, dass andere junge Leute an denselben Dingen zweifeln, nicht viel mit aus der Lektüre. Natürlich kann die Autorin keine Lösungsvorschläge für all das nennen. Das wäre utopisch. Aber diese bloße Analyse und Aufzählung der Probleme lässt mich ein wenig unbefriedigt zurück.

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