Persönliches

Lebenskrise als „Twenty-Something“

Mit Mitte 20 gehen die Lebensmodelle von Freunden oder ehemaligen
Steckt hinter der 25 wirklich eine so große Bedeutung? Janine bekommt ein komisches Gefühl bei diesem Alter. © Natalie Dmay von Pexels

In die Altersspanne der Mittzwanziger zu gehören, ist irgendwie komisch. Manche stecken noch mitten im Studium, wohnen noch bei den Eltern, andere sind bereits seit einigen Jahren voll am Arbeiten, wieder andere haben bereits Nägel mit Köpfen gemacht, eine Familie gegründet, bauen vielleicht sogar schon das Eigenheim und man selbst dümpelt irgendwo dazwischen umher.

Es ist seltsam und überfordernd zugleich, dass man mit 25 schon vieles oder gar nichts erreicht haben kann; dass selbst innerhalb eines Freundeskreises plötzlich so viele unterschiedliche Lebensmodelle zu finden sein können, obwohl man doch gleichalt ist – vielleicht sogar zusammen in der Schule war.

In der Schule schienen alle gleich

Da war es nämlich ganz anders. Da war man zwangsläufig auf einer Ebene. Der Schulabschluss stand bevor, man hatte keinen Bock zu lernen, man machte die ersten Erfahrungen in Sachen Liebe. Klar, gab es damals auch gewisse Unterschiede, aber sie waren nie so extrem, wie eben jetzt mit Mitte 20.

Und genau diese Unterschiede regen zum Nachdenken an. Ich ertappe mich ganz oft dabei, dass ich mich ein wenig erschrecke, wenn ich bei der „Welches Brautkleid kaufe ich“-Sendung meines Vertrauens sehe, dass dort Mädels von ihrer bevorstehenden Hochzeit erzählen, die jünger sind als ich.

Ich beginne mich dann jedes Mal unweigerlich zu fragen, ob ich denn nun die Komische bin, weil ich mit 25 noch nicht ans Thema Heiraten denke, weil ich mir dafür irgendwie noch zu sehr „Kind“ bin.

25 stand früher für richtiges Erwachsen-Sein

Vielen graut es vor der 30, aber bei mir war es schon die 25, die mir aus eben jenen Gründen unbewusst Sorgen bereitet hat und es immer noch tut. Wenn ich früher im Kindesalter mit meinen Freundinnen darüber fantasiert habe, wo wir mal stehen, wenn wir 25 sind, kam mir dieses Alter viel erwachsener vor, als ich mich nun tatsächlich fühle.

Wir dachten, mit Mitte Zwanzig hätten wir unser Leben schon vollständig im Griff – dabei sieht die Realität irgendwie anders aus. Man ist noch so sehr auf der Suche nach dem richtigen Weg.

Ich will damit gar nicht sagen, dass ich mein Leben nicht selbstständig auf die Reihe bekomme! Ich kann es nicht mal richtig in Worte fassen. Aber irgendetwas haftet für mich an dieser Zahl, dem ich meinem Gefühl nach einfach nicht gerecht zu werden scheine.

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