Hobby

Pflanzen-Pflege: Manche Pflanzen wollen einfach nicht leben

Nach einem großen Fauxpas mit ihrem kleinen Kaktus, behandelt Annika ihre neu errungenen Pflanzen nun mit größter Vorsicht. Trotzdem gehen manche von ihnen ein. Annika hat da eine Erklärung.
Noch ist der Daumen unserer Jugendreporterin nicht annähernd so grün, wie der hier abgebildete. Sie würde ihren Daumen im übertragenen Sinne eher als braun bezeichnen - wie ein verwelktes Blatt. © Alena Koval von Pexels

Wenn ich mir meine Hände so anschaue, würde ich nicht von mir behaupten, einen grünen Daumen zu haben. Bei näherem Hinsehen sind die beiden wichtigsten Finger bei mir wohl eher bräunlich bis schwarz – im übertragenen Sinne natürlich.

Jeder Versuch, mich alleine um eine Pflanze zu kümmern, ist bislang kläglich gescheitert und sogar mein Kaktus hat es irgendwann für gut befunden, eher knusprig als gesund zu wachsen.

Handwerk der Pflanzenpflege sorgfältig angeeignet

Inzwischen habe ich mir trotzdem eine Reihe von Pflanzen zugelegt und gebe mir die beste Mühe, meine braunen Daumen grün zu färben. Ich habe einen Gießplan aufgestellt und mich im Internet informiert, wo der beste Stehplatz für meine blättrigen Freunde ist. Ich sprühe manche von ihnen sogar ein, weil ich gelesen habe, dass sie hohe Luftfeuchtigkeit mögen und ich möchte, dass sie sich rundum wohl fühlen.

Im Rückblick ist das vielleicht ein bisschen unfair meinem knusprigen Kaktus von früher gegenüber, weil der kleine Kerl etwa alle neun Monate ein Flutwelle abbekommen hat, wenn mir mal wieder eingefallen ist, dass ich ihn schon echt lange nicht mehr gegossen habe. Danach wieder neun Monate Dürre. Ich kann verstehen, wenn er sich jetzt ungerecht behandelt fühlen würde. Ich war damals aber auch noch ein Kind, muss man zu meiner Verteidigung sagen!

Alles gute Zureden ist hoffnungslos

Doch trotz meiner ganzen Fürsorge für mein Fensterblatt, meinen Fikus oder auch meinen Drachenbaum, sehen manche Pflanzen wie das blühende Leben aus und die anderen lassen traurig ihre Blätter hängen.

Wenn ich das sehe, werde ich im ersten Moment ein bisschen panisch und blinder Aktionismus packt mich. Ich muss verhindern, dass sie das gleiche Schicksal einholt wie meinen Kaktus. Ich überprüfe die Trockenheit der Erde, entstaube die Blätter, sprüh noch mal alles ein – und rede der Pflanze gut zu. „Du schaffst das“, „Gib jetzt bitte nicht auf“. Bei manchen klappt das.

Andere wollen aber scheinbar gar nicht leben. Das ist die einzige Erklärung die ich habe, wenn alle Rahmenbedingungen stimmen, man genug gießt und Liebe und genug Sonnenlicht im Spiel sind und die Pflanze sich trotzdem entscheidet, über den Jordan zu gehen. Dann muss man sie auch ziehen lassen, dann hat es nicht sein sollen.

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