Diskussion um Legalisierung

Pro & Kontra: Argumente für und gegen die Cannabis-Legalisierung

Die Politik diskutiert derzeit weiterhin über die geplante Cannabis-Legalisierung. Nico hat sich angeschaut, welche Argumente dafür und dagegen im Raum stehen und für Euch zusammengefasst.
Die Ampel-Parteien wollen Cannabis für den Genuss legalisieren. Bald könnte Hanf in lizenzierten Geschäften frei verkauft werden. © picture alliance/dpa

Viele haben die politischen Entwicklungen der letzten Wochen mitbekommen: Die neu gewählte Ampelkoalition aus SPD, FDP und Grünen hat sich in ihrem Koalitionsvertrag für den regulierten Verkauf von Cannabis und der damit einhergehenden Legalisierung der Droge ausgesprochen.

Das Bundesland Hessen und speziell die Stadt Frankfurt könnten dabei zum Vorreiter werden, denn die zuständige Landesregierung unterstützt erste Modellversuche für den legalen Verkauf von Cannabis.

Die Argumente im Überblick

Alle Zeichen stehen auf grün und da das Thema durchaus für heftige Diskussionen sorgt, stelle ich einmal die prägnantesten Punkte vor, die für und gegen eine Legalisierung sprechen, sodass Ihr Euch vielleicht Euer erstes Urteil zu diesem Thema bilden könnt.

Kontra:

– Gesundheitliche Folgen von Cannabis-Konsum: Der regelmäßige Konsum von Cannabis, vor allem in Kombination mit Tabak, kann die Atemwege schwer beschädigen und zu einem erhöhten Lungenkrebsrisiko führen. Außerdem können „Gewohnheitskiffer“ eine nicht zu unterschätzende psychische Abhängigkeit entwickeln.

Schutz von Jugendlichen weiterhin beachten

Besonders anfällig für eine solche Abhängigkeit sind Jugendliche und eine mögliche Legalisierung würde ihnen den Zugang zu dieser Droge erleichtern. Menschen, die schon früh anfangen zu kiffen, beeinträchtigen damit zudem noch ihre kognitive Entwicklung, zum Beispiel die Gedächtnisbildung.

Es steht natürlich außer Frage, dass selbst nach der Legalisierung der Besitz und Konsum von Cannabis bei Kindern und Jugendlichen immer noch verboten bleibt, trotzdem könnte ein legaler Vertrieb für nicht unerhebliche gesundheitliche Schäden in vielen Teilen der Gesellschaft sorgen.

Pro:

– Entlastung des Staates + Geldsegen: Jährlich werden fast 150.000 Straftaten gemeldet, die Cannabis betreffen. Wenig überraschend werden in den seltensten Fällen Dealer erwischt, sondern Konsumenten. Eine Legalisierung würde diese Kapazitäten entlasten.

Steuerabgaben für Präventionsmaßnahmen nutzen

Außerdem generiert der Verkauf von Cannabis schätzungsweise ein bis zwei Milliarden Euro jährlich und das natürlich steuerfrei. Eine Legalisierung würde diese Gelder in Form von Steuerabgaben zugänglich machen und könnte beispielsweise dafür genutzt werden, den unter 18-Jährigen den Zugang zu Cannabis noch weiter zu erschweren und zudem umfangreiche Aufklärungskampagnen finanzieren, die einen angemessenen Umgang mit dieser Droge aufzeigen.

– „Sicherer“ Konsum: Laut dem aktuellsten Drogen- und Suchtbericht der Bundesregierung aus dem Jahr 2017 wird davon ausgegangen, dass über drei Millionen Deutsche regelmäßig kiffen, verschiedene Hochrechnungen gehen sogar von etwa fünf Millionen aus. Das aktuelle Verbot scheint also niemanden davon abzuhalten, Cannabis zu erwerben und zu konsumieren. Ganz simpel gesagt: Wer kiffen will, tut das sowieso schon.

Kontrollen verhindern Streckmittel

Eine Legalisierung würde den Konsum sogar „sicherer“ machen, da fehlende Qualitätskontrollen Platz für allerlei Streckmittel lassen. Wenn der Staat Qualität und Reinheit überwachen kann, wüssten Konsumenten genau, was sie bekommen.

Das Thema ist zugegebenermaßen durchaus kontrovers, beide Seiten sind verständlich. Wichtig wäre es allerdings in jedem Fall, die Aufklärungsarbeit zu erweitern, um das Missbrauchsrisiko der Droge zu minimieren.

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