Persönliches

Salsa-Tanz: Schwingende Röcke statt scharfer Saucen

Nach guter Vorbereitung hat Miriam sich am Salsa-Tanzen versucht und sich dabei an „Dirty Dancing“ und kraftraubende Hebefiguren erinnert gefühlt.
Ein Rock kann beim Tanzen besonders schön mitschwingen. Das hat auch Miriam gelernt. © pixabay.de

Gute Vorbereitung ist alles, denke ich selbstzufrieden, während ich „Salsa“ in das Suchmaschinen-Suchfeld eintippe … und prompt eine Reihe Saucenrezepte von fruchtig-mild bis höllenscharf ausgespuckt bekomme. Oh. „Salsa Tanz“, korrigiere ich meine Suchanfrage ungeduldig. Schon besser.

Ich lese mich etwas in die Thematik ein, da ich vorhabe, bei meinen ersten Salsa-Versuchen etwas besser gerüstet zu sein, als es beim Einstieg in den Tango vor ein paar Wochen der Fall war (ich berichtete).

Richtige Kleidung ist die halbe Miete

Um einen Kleidungsfauxpas wie beim letzten Tanzkurs zu vermeiden, lasse ich also schweren Herzens den Kapuzenpulli links liegen und entscheide mich für ein einfaches T-Shirt, einen Tellerrock und schwarze Strumpfhosen. Eigentlich auch ganz bequem.

In der Tanzschule angekommen stelle ich zu meiner Verzückung fest, dass NIEMAND hohe Schuhe trägt. Verstohlen lasse ich meine extra eingepackten Pfennigabsatz-Sandalen zurück in meine Tasche gleiten und sehe mit Freuden einer schmerzfreien Tanzstunde entgegen. Es geht los.

Unklare Rollenverteilung führt zu Chaos

Grundschritt vorm Spiegel, dann Partnerübung. Meine erste Tanzpartnerin des Tages hat leider ein ähnliches Erfahrungslevel wie ich (gar keins) und so gerät selbst der Grundschritt bei uns völlig durcheinander. Vielleicht ist es mangelndes Talent. Oder aber auch die Tatsache, dass wir uns im Vorfeld nicht geeinigt haben, wer welche Rolle tanzt.

Beim nächsten Versuch (ich bin anscheinend „der Mann“) zähle ich den 4/4-Takt sogar laut mit, was leider nur bedingt Verbesserung bringt. Zum Glück erkennt einer unserer Tanzcoaches unsere Not und tanzt den Schritt mit jedem von uns einmal vernünftig durch. Aha, jetzt geht es einigermaßen.

„Dirty Dancing“-Vibes und schmerzhafte Erinnerungen

Zufrieden und mit zunehmendem Selbstvertrauen tanze ich den Grundschritt sogar zur Musik, einem langsamen Mambo, ganz passabel. Moment, hä? Mambo?? „Salsa ist ein Tanz, der aus dem Mambo entstanden ist.“, schließt der Tanzlehrer meine Wissenslücke augenblicklich. Oh, tatsächlich?

Das erklärt zumindest die „Dirty Dancing“-Videoclips, auf die ich bei meiner Recherche gestoßen bin. Ich erinnere mich, wie ich die weltberühmte Hebefigur mal auf einer WG-Party nach viel Bier in einem winzigen Flur nachzustellen versuchte. Mein Versuchskaninchen und ich haben schmerzhaft lernen müssen, dass das nicht unbedingt die brillanteste Idee war.

Lebhafte Unterteilung der Tanzbereiche

Viel länger darüber nachdenken kann ich jetzt aber nicht mehr, denn es stehen heute noch halbe und ganze Drehungen auf dem Lehrplan. Die Tanzlehrerin, die ich schon vom Tangokurs kenne, greift meine Hände und versucht, mich dem Geheimnis der halben Drehung näherzubringen, bei der ich praktisch im Halbkreis um meinen Partner herumgehe – oder, wie ich es fälschlicherweise interpretiert habe – herumsprinte.

„Nein nein,“, verbessert mich die Tanzlehrerin. „Nicht einfach durchrennen, warte auf einen leichten Zug von deinem Partner. Und die Ellenbogen mehr nach vorn!“ Die Sache mit falsch ausgerichteten Ellenbogen ist zu meiner Beruhigung ein recht verbreitetes Problem im Kurs. Der Tanzlehrer macht es mit der Tanzlehrerin noch einmal richtig vor: „Das ist MEIN Tanzbereich, das ist IHR Tanzbereich!“, erklärt er geduldig und macht eine entsprechende Geste.

Kleidungswahl stellt sich als richtig heraus

An der Stelle kann ich nicht verhindern, dass dann doch kurz Patrick Swayze mit Jennifer Grey aus dem wohl berühmtesten Tanzfilm der Welt vor meinem inneren Auge aufblitzt und ich es augenblicklich bereue, keine Wassermelone mit in den Kurs gebracht zu haben. Ich kichere in mich hinein, während ich mit einem weiteren Tanzpartner übe, mich möglichst elegant unter seinem ausgestreckten Arm hindurchzudrehen.

Zu meiner Begeisterung stelle ich fest, dass das nicht nur erstaunlich gut klappt, sondern dass auch mein Rock bei jeder Drehung auf äußerst hübsche Weise mitschwingt. Ich beschließe hier und jetzt, auch zur nächsten Salsastunde einen Rock anzuziehen.

Heiße Gefühle trotz Schmuddelwetter

Die Sache macht echt Spaß und die fröhliche Salsa-Musik sorgt zusätzlich für glänzende Laune bei allen. Am Ende der Stunde, wo wir alle gelernten Schritte noch einmal wiederholen, traue ich mich sogar, beim Tanzen der Schritte einen ganz leichten Hüftschwung einzubauen (der Rock weht wieder schön mit, hui).

Ich bin entzückt und fühle mich trotz des Schmuddelwetters draußen extrem lateinamerikanisch. Bei der Verabschiedung stelle ich dann aber mit Schrecken fest, dass sich unter meinen Achseln ziemliche Schweißflecken gebildet haben … peinlich!

Ich höre meine atmungsaktive und schweißregulierende Sportkleidung im Kleiderschrank hämisch kichern. Wie es wohl aussieht, ein Sport-T-Shirt mit einem Tellerrock und Strumpfhose zu kombinieren, werde ich dann nächste Woche herausfinden. Adiós!

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