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Shiny Flakes: Die Geschichte hinter einer Netflix-Erfolgsserie

Die Netflix-Doku „Shiny Flakes“ rollt den Werdegang von Max auf – dem „Teenage Drug Lord“. Annika hat sich den Film angeschaut, in dem Max verrät, wie er aus seinem Zimmer Drogen tickte.
Max hat sich von seinem Kinderzimmer aus ein Drogenimperium aufgebaut – nicht ohne Folgen. © Netflix

Die deutsche Serie „How To Sell Drugs Online (fast)“ wurde auf Netflix sehr gut angenommen. Inzwischen gibt es auch eine Doku zu der wahren Geschichte, auf der die Erfolgsserie beruht: „Shiny Flakes: The Teenage Drug Lord“.

In dieser Doku verrät Max S. wie er als Schüler aus seinem Kinderzimmer heraus ein großes Drogengeschäft im Internet aufgezogen hat. Er spricht davon, wie er sich langsam in die illegalen Strukturen eingearbeitet hat, ohne den finanziellen Nutzen in den Vordergrund zu stellen. Es ging ihm in erster Linie um den Kick.

Dreistes Versandsystem über die Post

Innerhalb kürzester Zeit organisiert er sich Dealer, baut eine Website auf, die im normalen Internet, nicht im Darknet zu finden ist und entwickelt ein Versandsystem – überaus dreist – über die Deutsche Post. Die Kunden und Kundinnen feiern ihn im Netz. Nie scheint es einfacher gewesen zu sein, harte Drogen und verschreibungspflichtige Medikamente zu bekommen.

Bis einer seiner wenigen Mitarbeiter angeblich einen Fehler macht und das ausgeklügelte Kartenhaus von Max S. zu bröckeln beginnt. Die Polizei Leipzig erwischt ihn letztendlich.

Die Geschichte von Max S. ist schon beeindruckend. Allein die Langeweile, der Mangel an Freunden und die einfache Tatsache, dass er kognitiv dazu in der Lage war, so ein Business aufzubauen, haben ihn dazu gebracht, ein Millionen-Unternehmen zu starten.

Dass dieses illegal und moralisch höchst fragwürdig ist, scheint ihn auch zum Zeitpunkt der Doku, wo er seine Gefängnisstrafe bereits abgesessen hat, nicht klar zu sein.

Hass trifft auf Bewunderung

Stattdessen freut er sich darüber, wie lange er die Polizei an der Nase herumführen konnte. Und wie viel Geld er verdient hat, ohne wirklich Interesse an materiellen Gütern zu haben. Von Reue ist in den Interviews mit Max S. keine Spur.

Er versteckt sich hinter seiner Arroganz und der Anonymität eines Internetrolls.

Und man hasst ihn und bewundert ihn gleichzeitig für seine Leistung. Eine spannende Doku, die einem nicht nur einen interessanten Einblick in den Drogenhandel in Deutschland gewährt, sondern auch in die menschliche Psyche.

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