„The Book Of Boba Fett“: „Star Wars“-Fanliebling bekommt eigene Serie

Ein als Boba Fett (r.) und ein als Darth Revan verkleideter Fan „duellieren" sich bei einem Science Fiction-Treffen. Fans der „Star Wars"-Figur Boba Fett können sich nun über die eigene Dinsney+-Serie des Kopfgeldjägers freuen. © picture alliance / Fredrik Von Erichsen/dpa
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Nachdem Disney die Produktionsfirma Lucasfilm vor mittlerweile fast 10 Jahren für 4 Milliarden Dollar gekauft hat, konnten sich alle „Star Wars“-Fans nicht nur über neue Filme und Bücher, sondern auch über Serien freuen. Die Rezensionen waren zwar stets durchwachsen, trotzdem spricht der Erfolg für sich und deshalb werden auch im Jahre 2022 neue mediale Produkte erscheinen.

Durch den Abschluss der Filmreihe haben nun einige Nebenfiguren ihre eigenen Film- und Serienauskopplungen bekommen, erst war es „The Mandalorian“, im Laufe dieses Jahres bekommt auch Obi-Wan Kenobi seine eigene Serie.

Jede Woche eine neue Folge

Doch schon jetzt zu Beginn des neuen Jahres hat ein anderer Fanliebling seine eigene Bühne bekommen: In „The Book of Fett“ wird der legendäre Kopfgeldjäger Boba Fett nach seinen Erlebnissen und vermeintlichem Tod in Episode 6 begleitet. Denn so endgültig war sein Ableben scheinbar nicht.

Jeden Mittwoch eine neue Folge auf Disney+. Die erste Staffel wird insgesamt sieben Episoden umfassen und nach bisher zwei Folgen möchte ich ein erstes Fazit ziehen.

Der Jetpack-tragende Boba Fett hatte bereits in der zweiten Staffel von „The Mandalorian“ einen Gastauftritt und so war es für Fans bereits zu erahnen, dass im Hintergrund an einem Projekt mit ihm in der Hauptrolle gearbeitet wird.

Zwei inhaltliche Stränge zu verschiedenen Zeiten

Zeitlich spielt die Serie in zwei verschiedenen Abschnitten. Zum einen sieht man Boba auf dem Thron seines ehemaligen Meisters Jabbah. Er hat die Kontrolle auf Tatooine übernommen und schart nun alle um sich, die ihm die Treue schwören. Parallel dazu wird die Geschichte erzählt, wie er sich durch die Wüste nach oben gekämpft hat, um auf ebendiesen Thron zu kommen.

Nachdem er völlig erschöpft in der Wüste umkippt, wird ihm seine Rüstung gestohlen und er wird von den Sandleuten, den sogenannten Tusken (bekannt aus Episode 4) als eine Art Sklave gehalten. Er verbringt viel Zeit damit, die niedersten Dienste des Stammes zu erfüllen, doch trotzdem schafft er es hier und da, die Stammesmitglieder zu beeindrucken. Seine Überlebens- und Kampfkünste imponieren den Oberhäuptern und er wird Teil der Truppe.

Doch auch in der Gegenwart geht es ähnlich rau zu. Boba wird fast von einem Attentäter getötet, der ihm nach seiner Niederlage verrät, der Bürgermeister habe ihn geschickt. Außerdem sind Angehörige von Jabbah zu seinem alten Palast gekommen, um Anspruch auf das Gebiet zu erheben.

Was mir besonders gut gefällt ist, dass von der ersten Sekunde eine andere Linie gefahren wird, als bei „The Mandalorian“. Mando war eher ein Westernheld, der sehr früh ein klar-definiertes Ziel hat. „The Book of Boba Fett“ ist um einiges düsterer und dreckiger. Auf einem Planeten voller Abschaum muss er um sein Überleben kämpfen.

Look erinnert wieder mehr ans „Star Wars“-Universum

Außerdem steckt ein unheimliches Budget in der Serie und das sieht man. Viele aufwendige und detailreiche Animationen und Choreografien, die quasi auf dem Level der Hauptfilme sind. Vielleicht haben die Fanaufschreie nach den neuen Episoden etwas bewirkt, denn es wirkt für mich so, als würde Disney versuchen, nun wirklich abzuliefern.

Es gibt allerdings auch eine Sache, die mir etwas Sorge bereitet. Man sollte nicht vergessen, dass Boba Fett in der Originaltrilogie ein Schurke und alles andere als ein Held war. In der Serie wirkt er allerdings etwas weichgespült. Es fehlt so ein wenig die Abgebrühtheit, die man von ihm gewohnt ist. Dennoch macht die in zwei Zeiten spielende Geschichte Lust auf mehr und der Look ist endlich mal wieder so interessant, wie er im „Star Wars“-Universum sein sollte.