Reisetipps

Vanlife in Schweden: die besten Spots für eine Rundreise

Anna war mit ihrem Van unterwegs in Schweden und hat die schönsten Orte für Euch festgehalten. Astrid-Lindgren-Fans kommen besonders auf ihre Kosten.
Das schöne am Reisen mit dem Van: man kann an so wunderschönen Orten mitten in der Natur aufwachen. © Privat

Nach längerer Pause sind mein Freund und ich, geimpft und mit frisch aufgehübschtem Van wieder unterwegs. Vor einigen Tagen haben wir bei Sonnenuntergang die Öresundbrücke zwischen Dänemark und Schweden überquert und unsere erste Nacht in der Nähe von Malmö verbracht.

Wandern auf dem Kullaberg

Nach einem Tag Starkregen im Bus haben wir die Stadt erkundet. Das Wetter war zwar mäßig, trotzdem fanden wir Malmö richtig cool, insbesondere die Altstadt, das Viertel um den Turning Torso und die Einrichtungsgeschäfte. Weiter ging es einige Tage durch Skåne (die südlichste Provinz Schwedens).

In der südlichsten Provinz Schwedens, Skåne, hat Anna einen Abstecher auf den Kullaberg gemacht. © Privat © Privat

Hier fanden wir die Landschaft noch nicht so besonders, lohnenswert ist aber auf jeden Fall eine Wanderung auf dem Kullaberg inklusive eines Abstechers in die Fischerdörfchen Arild und Mölle.

Schweden macht Wildcampen möglich

Besonders schnell haben wir Gefallen an Schwedens sozialer Institution der Fika gefunden. Fika bedeutet eine Unterbrechung aller anderen Tätigkeiten, um den Nachmittagskaffee zu zelebrieren. Mein Freund war besonders von den Kanellbullar (Zimtschnecken) angetan, ich davon, dass es überall (wirklich überall!) Hafermilch, und meistens auch vegane Teilchen gibt.

Richtig toll an Schweden ist außerdem, dass das Wildcampen durch das „Jedermannsrecht“ super unkompliziert ist und man sein kleines Haus auf Rädern überall da abstellen kann, wo es nicht ausdrücklich verboten ist, wie in Naturschutzgebieten, oder man die Natur kaputtmacht. Schlafplätze zum Zelten sind meistens kostenfrei, auf den Autoparkplätzen muss man hin und wieder eine Gebühr bezahlen.

Unzählige Seen zum Schwimmen und Paddeln

Weiter ging es in Richtung Småland, meine (bisherige) Lieblingsprovinz. Wer kennt sie nicht, Astrid Lindgrens idyllische Büllerbü/Lönneberga-Schwedenwelt? In Småland ist jeder See, jedes Wäldchen und jedes kleine Schwedenhäuschen so idyllisch und verwunschen, dass kurz alle Probleme der Welt vergessen sind.

Über 5000 Seen gibt es in Småland und einige davon wurden zwischenzeitlich zu unserem Zuhause.

Besonders für Stand-Up-Paddler lohnt sich ein Trip in die Provinz Småland mit ihren unzähligen Seen. © Privat © Privat

Über kleine Wege erreichbar, findet man über „Google Maps“ oder „park4night“ mega einfach kleine Buchten oder Lichtungen. Mehrmals waren wir ganz alleine, hatten über einen Steg oder einen kleinen Sandstrand Zugang zum Wasser und konnten den ganzen Tag schwimmen oder waren mit dem Stand Up Paddle unterwegs. Auch das Wetter spielte mit: Plötzlich hatten wir 24 Grad und Sonne.

Meisterschaften im Makrele angeln

So ging es einige Tage, bis wir uns aufgrund schlechter Wetterprognosen auf in Richtung Bohuslän machten. Bohuslän ist eine Region an der schwedischen Westküste – mit zu diesem Zeitpunkt besserer Wettervorhersage).

An der Westküste war es aufgrund dichterer Bebauung etwas schwieriger, einen guten Stellplatz zu finden, trotzdem absolut machbar und vor allem lohnenswert, weil die Schären und die dazugehörigen Fischerdörfer oberhalb von Göteborg absolut sehenswert sind.

Besonders gut gefallen hat uns die Insel Skaftö, der (im Hochsommer wohl überlaufene) Postkarten-Ort Smögen und Fjällbacka, wo gerade die Volksmeisterschaft im Makrele angeln stattgefunden hat. Mit wunderschönem Blick auf die Schären (kleine, felsige Inseln) kann man in diesen Örtchen am Hafen entlang flanieren und die süßen bunten Holzhäuschen bewundern.

Traumhafte Abende an Schwedens Küste

Einen besonders schönen Platz an der Küste haben wir an unserem letzten Schwedentag gefunden, an dem wir mit einem anderen Pärchen, das auch im Bus unterwegs war, noch einmal bei tollstem Wetter im Skagerak suppen und schwimmen waren und abends – ganz klischeehaft – mit Gitarre und Lichterkette am Lagerfeuer saßen.

Schweden hat, ganz ohne spektakuläre Touristenattraktionen, sondern durch seine Stille und unaufdringlich zauberhafte Natur mein Herz erobert und ich weiß, dass dies nicht mein letzter Urlaub hier war.