Persönliches

Warum einem wichtige Aufgaben egaler sein sollten

Annika hat festgestellt, dass sie manche Aufgaben ganz mühelos und ohne großes Nachdenken erledigt und für andere wiederum durch die Hölle geht. Sie wünscht sich, dass ihr mehr egal wäre.
Bei manchen Aufgaben fällt allein der Einstieg so schwer, dass man völlig überfordert vor ihnen sitzt und nicht weiß, wie es losgehen soll. © Andrea Piacquadio von Pexels

Schon die beste Band der Welt (aka: die Ärzte) sang einst: „Du bist immer dann am besten, wenn’s dir eigentlich egal ist“ und sie hat damit den Nagel perfekt auf den Kopf getroffen, oder?

Ich würde sagen, dass ich generell eine sehr gründliche Arbeitsweise habe und nie so richtig gleichgültig bin, egal wie trivial die Aufgabe ist, die mir gestellt wird. Dennoch gibt es solche und solche Aufgaben.

Zum Beispiel bekommt man manchmal einen Auftrag und soll einen Text schreiben oder ein Foto zu einem bestimmten Thema machen und es kommen einem direkt Ideen in den Sinn. Dann setzt man diese um, gibt die Aufgabe ab und kann in der Regel ganz zufrieden sein.

Ohne Anspannung läuft es wie von selbst

Die eigene Kreativität hat einen nicht im Stich gelassen und man hat nicht tagelang damit verbracht, sich Gedanken darüber zu machen, wie man diese Aufgabe umsetzt. Und weil man gar nicht verkrampft, übermüdet und angespannt war, ist auch alles ganz gut gelaufen.

Das ist die eine Art von Aufgaben. Die, die man sofort macht. Die, denen man kaum eine große Bedeutung beimisst, sondern sie einfach erledigt, um sich neuen Dingen zuzuwenden.

Und dann gibt es noch die Aufgaben, die einen fast auffressen. Oft wird ihnen irgendeine wichtige Bedeutung zugeschrieben. Abschlussarbeit. Trauzeugen-Dasein. Steuererklärung. Das sind alles Dinge, die man nicht auf die leichte Schulter nehmen sollte, da sie ja schon eine gewisse Wichtigkeit haben.

Schlechte Ausführung bringt negative Folgen mit sich

Gibt man sich keine Mühe bei der Abschlussarbeit, ärgert man sich hinterher vielleicht wegen der Note und hat es schwieriger auf dem Arbeitsmarkt. Gibt man einen schlechten Trauzeugen ab, kann das zu Unmut in einer wichtigen Freundschaft führen und macht man Fehler bei der Steuererklärung kann man im schlimmsten Fall sein Konto leer räumen, um Steuern nachzuzahlen.

Allein durch die Bedeutung der Aufgaben, werden sie schwieriger – obwohl die Sache an sich vielleicht gar nicht schwierig ist. Und dadurch, dass man viel darüber nachdenkt, wie man die Aufgabe löst, statt es einfach zu tun, wird sie noch größer und immer bedrohlicher. Irgendwann weiß man gar nicht mehr, wie man den ersten Schritt zur Lösung gehen kann und schiebt die Unannehmlichkeit lieber direkt von sich.

Unkluge Reaktion unserer Psyche

Und das ist der Punkt. Wäre einem die Aufgabe ein stückweit egal, würde man sie einfach erledigen und sie hätte gar keine Macht mehr über einen. Man würde nachts nicht mehr wachliegen, um darüber zu grübeln und würde sich weniger dafür schämen, dass man sie so lange aufschiebt.

Je mehr sie einem jedoch bedeutet und je wichtiger das Ergebnis ist, desto mehr blockiert man sich. Was für eine unkluge Reaktion unserer Psyche. Warum kann das, was einem wichtig ist, nicht automatisch auch gut werden und das, was weniger wichtig ist, einfach gut genug sein, ohne das man sich groß Mühe geben muss?

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