Medien

Was steckt hinterm Rundfunkbeitrag?

Als Kristina ihre erste eigene Wohnung bezieht, hat sie nicht daran gedacht, dass nun Rundfunkbeiträge fällig werden. Aber sie findet es wichtig, diesen Betrag zu zahlen.
Rundfunkgebühren zahlen? Warum das denn? Das hat Kristina sich zunächst auch gefragt. Inzwischen weiß sie aber, dass hinter diesem Beitrag mehr steckt, als man zunächst vermutet. © picture alliance/dpa

Viele von uns ziehen für das Studium in die eigenen vier Wände, sei es eine Wohngemeinschaft oder eine Wohnung allein. Zu den vielen Dingen, die bei so einem Umzug anstehen, gehört auch die Ummeldung bei der Stadt. Also habe ich kurz nach meinem Umzug einen Termin beim Einwohnermeldeamt gemacht, um meine Miet-Dokumente vorzuzeigen und die neue Adresse auf meinen Personalausweis geklebt zu bekommen.

Zahlungsaufforderung lag schnell im Briefkasten

Wenige Wochen später erreicht mich ein Brief, auf dem die Logos der ARD, des ZDF und Deutschlandradio abgebildet sind: „Wir bitten Sie daher, die Rundfunkbeiträge für folgenden Zeitraum zu zahlen.“ Daran hatte ich gar nicht gedacht.

Aber warum soll jeder Haushalt in Deutschland diesen blöden Beitrag zahlen, unabhängig davon, ob man die Angebote nutzt? Für Netflix und Spotify bezahle ich beispielsweise auch nur, weil ich die Dienste wirklich nutze. Wenn ich sie nicht mehr nutzen möchte, kann ich kündigen und muss ab dem nächsten Monat nicht mehr bezahlen.

Tagesschau ist kein abendlicher Muss mehr

Die meisten jungen Leute informieren sich über die Geschehnisse in der Welt, wenn sie die Zeit dazu haben, beispielsweise morgens im Bus oder abends vor dem Schlafengehen. Das passiert dann über Nachrichten- Apps, die sozialen Medien oder den Browser am Handy.

Wir jungen Leute sitzen nicht jeden Abend pünktlich um 20.15 Uhr vor dem Fernseher, um die Tagesschau zu verfolgen.

Auseinandersetzung mit den Hintergründen

Ich habe mich mit dem Thema „Rundfunkbeitrag“ beschäftigt und gefragt, warum die öffentlich-rechtlichen Programme einen Anspruch auf dieses Geld haben. Da ich denke, dass viele von euch sich diese Frage stellen, möchte ich mein neues Wissen mit euch teilen.

Vielleicht bekommt Ihr dann auch ein bisschen mehr Verständnis dafür und seid bereit, diesen Beitrag zu zahlen, ohne Euch zu fragen, wofür man das eigentlich macht. Es steckt tatsächlich viel mehr hinter diesem Beitrag und es ist wichtig ihn zu zahlen, auch wenn wir die Sender nicht täglich verfolgen bzw. die Angebote nicht alle wahrnehmen.

Angebote für die jüngere Generation

Habt Ihr schon einmal von „funk“ gehört? Gerade in den sozialen Netzwerken, besonders YouTube, ist das Netzwerk vertreten und produziert Content bzw. Inhalte für junge Menschen. Ein Teil von funk sind beispielsweise die YouTube-Kanäle „Leeroy will´s wissen“, „Die Frage“, „follow me.reports“ oder auch „World Wide Wohnzimmer“.

Aber auch die Podcasts „Mordlust“ oder „Mädelsabende“ gehören zu funk. Das bedeutet, auch diese Angebote werden durch die Rundfunkbeiträge möglich gemacht. Auf diese Weise versuchen die öffentlich-rechtlichen Programme, auf die jüngere Generation zuzukommen und uns zu erreichen!

Fokus auf wirtschaftliche Erfolge fällt weg

Aber was haben die sogenannten „Rundfunkanstalten“, also ARD, ZDF und Co., für eine Aufgabe? Sie sind verpflichtet dazu, ihre Angebote der Bildung, Information, Beratung, Unterhaltung und Kultur abzudecken. Nur weil sie diese Standards gewährleisten, dürfen Sender wie RTL, ProSieben und Sat1, bei denen der Unterhaltungsfaktor die größte Rolle spielt, existieren.

Der Rundfunkbeitrag sorgt dafür, dass die öffentlich-rechtlichen Programme ihr Budget frei und unabhängig bekommen und somit nicht auf die wirtschaftlichen Erfolge angewiesen sind. Die Öffentlich-Rechtlichen möchten alle Menschen irgendwie einschließen und für sie ein Angebot schaffen.

Staatsferne im Journalismus gewährleistet

Zusätzlich haben wir mit den öffentlich-rechtlichen Anstalten das Privileg von freiem, unabhängigem und staatsfernem Journalismus. Der Staat darf keinen Einfluss auf die Medienberichterstattung von ARD und Co. haben. In vielen Ländern auf der Welt gibt es keine Pressefreiheit. Die Menschen dort haben also keine Möglichkeit, sich mithilfe neutraler Berichterstattung eine Meinung zu bilden.

Der Rundfunkbeitrag ist also mehr als eine unnötige Geldsumme, die wir jeden Monat bezahlen müssen. Falls ich nun euer Interesse geweckt habe, informiert euch gerne noch mehr. Denn es steckt noch viel mehr hinter diesen mittlerweile 18,36 Euro.