Wacker Obercastrop gegen Türkspor Dortmund Wende kommt nach Rudelbildung

Am Ende nicht mehr obenauf war Obercastrops Elvis Shala (r) gegen Türkspor Dortmund.
Am Ende nicht mehr obenauf war Obercastrops Elvis Shala (r) gegen Türkspor Dortmund. © VOLKER ENGEL
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Am abschließenden Westfalenliga-Spieltag des Jahres 2022 kam es zu dem Duell in den vergangenen fünf Partien unbesiegten SV Wacker Obercastrop mit dem Titelfavoriten Türkspor Dortmund. Die Hausherren gingen zwar durch Elvis Shala mit 1:0 (29.) in Führung, nach 99 (durch Nachspielzeit) aufreibenden Minuten jubelten aber die Gäste nach einem 3:1-Sieg im massiven Pulk an der Mittellinie. Wie ein frisch gebackener Meister.

In der Kältekammer Erin-Kampfbahn ging es heiß her. Der Höhepunkt vieler Nickligkeiten war die Rudelbildung, die man in dieser Masse selten gesehen hat, kurz nach Beginn der zweiten Halbzeit . Die Atmosphäre war geladen. Der SV Türkspor war gefordert, weil Wacker Obercastrop nach kurzer Anlaufphase mit dem Tabellenzweiten auf Augenhöhe agierte.

Türkspor-Keeper Acil mit Paraden

Türkspor hatte versucht, mit viel Ballbesitz und zahlreichen langen Diagonal-Pässen zumeist von Aldin Kljajic, die Formation von Wacker-Trainer Toni Molina zu überraschen. Die Gastgeber stellten sich immer besser auf die Aktionen ein und bekamen Chancen. Das erste Ausrufezeichen setzte Serhat Can, der von der linken Seite die Kugel in der siebten Minute am rechten Pfosten ins Toraus setzte.

Da konnte Türkspor-Keeper Muhammed Acil, der später durch einige Prachtparaden seine Mannschaft vor einem Rückstand bewahrte, nur hinterherschauen. Wacker war im Spiel, musste aber bei einem Freistoß von Yussef Yesilmen, der knapp am Tor vorbeiging mächtig durchpusten. Gianluca Zentler spielte danach Doppelpass mit Kevin Holz, der den Ball schnell auf Elvis Shala brachte. Doch der Torjäger schoss aus kurzer Distanz vorbei. Die Wacker-Anhänger stöhnten, konnten dann doch endlich jubeln.

Hektik kam im Spiel zwischen Wacker Obercastrop und Türkspor Dortmund zu Beginn der zweiten Halbzeit auf - auch mit einer Rudelbildung.
Hektik kam im Spiel zwischen Wacker Obercastrop und Türkspor Dortmund zu Beginn der zweiten Halbzeit auf – auch mit einer Rudelbildung. © Jens Lukas

Shala staubt zum 1:0 ab

Nach einem Eckball bekam Shala den Abpraller Ball vor die Füße und ließ sich jetzt nicht lange bitten: 1:0 (29.). Und Wackers Elvis hätte vielleicht der große Held an diesem 2. Advent werden können. Alleine vor dem gegnerischen Tor geriet sein Schlenzer zu schwach, Acil konnte den Ball mühelos fangen. Ganz bitter war, dass Holz ganz frei neben Shala mitgelaufen war. Die Chance zum 2:0 war vertan.

Das rächte sich. Türkspor kam mit viel Motivation. Trainer Orhan Özkara schickte zwei frische Spieler aus der Kabine. Adem Cabuk und Santiliano Braja kamen für Okan Saritas und Yasin Acar auf das Feld. Das 1:1 (22.) durch Aldin Klajic läutete die Wende ein. Weil auch Wacker beste Chancen nicht nutzte.

Mit einem Freistoß machte Youssef Yesilmen das 1:2 (79.), Santiliano Braja gelang in der Nachspielzeit das 1:3 (90.+7).

Nach Abpfiff betonte Türkspor-Keeper Muhammed Acil, dass die Obercastroper sein Team „mächtig gefordert hätten“. Man habe gesehen, dass im Vergleich zum Hinspiel, das ebenfalls mit einem 3:1 endete die Wacker-Mannschaft mittlerweile ein anderes Gesicht und nach einer positiven Entwicklung viel Qualität habe.

In der Halbzeitpause sei sein Team hart mich sich selbst ins Gericht gegangen und habe daraus die Kraft geschöpft, das Ruder noch herumzureißen. Dennoch sei das Spiel auch da kein Selbstläufer gewesen. Acil: „Man darf nicht vergessen, dass vor unserem 3:1 die Obercastrop Großchancen zum 2:2 hatten.“

Toni Molina, Coach des SV Wacker, betonte: „Wir hätten dieses Spiel gewinnen können. Allein mit den Torchancen der ersten Halbzeit war das drin.“ Dem Freistoß, der zum Dortmunder 2:1 führte, sei kein Foul vorausgegangen, bekräftigt Molina. Das 3:1 sei nur noch Ergebniskosmetik gewesen.