Olympia in Tokio

Marius Kusch ist gut drauf, doch fürs Finale muss Historisches gelingen

Am Donnerstag wird’s ernst für Schwimmer Marius Kusch. Um 12.57 Uhr deutscher Zeit startet der gebürtige Dattelner in Tokio über seine Paradestrecke, die 100 Meter Schmetterling.
Der Dattelner Marius Kusch (l.) und auch sein DSV-Kollege Jacob Heidtmann, der bei Olympia das Finale über 400 Meter Lagen nur knapp verpasste, haben sich in Tokio schon gut eingelebt. © Privat

Und Marius Kusch ist „total positiv“, wie sein Vater Udo versichert. „Er ist zuversichtlich, dass Schmetterling sehr schnell wird“, sagt Udo Kusch, der mit seiner Frau im Allgäu lebt. Eine erste Duftmarke hat der 28-jährige Wahl-Kalifornier am Sonntag in der Freistilstaffel über 4×100 Meter bereits gesetzt.

Zwar konnte auch Kusch, der in jungen Jahren beim SV Blau-Weiß Recklinghausen erste Wettkampferfahrungen sammelte, das Aus der deutschen Staffel nicht verhindern. Doch in 48,71 Sekunden war er schnellster Schwimmer des DSV-Quartetts, das als Letzter des zweiten Vorlaufs aber den Einzug ins Finale klar verpasste. Kusch, der als Dritter für den DSV vor Schlussschwimmer Damian Wierling ins Wasser sprang, verbesserte seine bisherige Bestleistung um elf Hundertstel Sekunden. „Die Wende und die Tauchphase waren schon sehr gut“, hat auch Udo Kusch festgestellt, der die Rennen mit seiner Frau natürlich vor dem Fernseher verfolgt. Am Wochenende erwarten die Kuschs zudem Besuch aus der Heimat. Detlev Kuhnert, der vor Jahren den Vorsitz bei den Kanuten Emscher Lippe von Udo Kusch übernommen hatte, und dessen Frau haben sich zum gemeinsamen „Olympia-Gucken“ angemeldet.

Fürs Finale muss der deutsche Rekord fallen

Am Donnerstagmittag nun wird es also ernst für den amtierenden Kurzbahn-Europameister von Glasgow. Schon fürs Erreichen des Halbfinales am Freitag (3.30 Uhr) müsste er nahe an seine persönliche Bestleistung (51,35 Sekunden) kommen. Um im Finale der besten Acht am Samstag noch dabei zu sein, muss ihm dann wohl Historisches gelingen. „Ich schätze mal, dass man mit einer Zeit um 50,7 Sekunden das Finale erreicht“, sagt Udo Kusch. Zur Info: Der deutsche Rekord über die 100 Meter Schmetterling datiert aus dem Jahre 2013, liegt bei 51,19 Sekunden und wird gehalten von Steffen Deibler.

Kusch geht als 21. der Meldeliste an den Start

In Tokio geht Marius Kusch mit einer Meldezeit von 51,50 Sekunden als 21. der Meldeliste an den Start. „Er muss also noch einige Schwimmer hinter sich lassen, um ins Halbfinale der besten 16 zu kommen und noch ein paar mehr, um das Finale zu erreichen“, weiß auch sein Vater. Doch das Wassergefühl im eigens für die Spiele errichteten „Tokyo Aquatics Centre“ sei schon sehr gut, hat Marius Kusch seinen Eltern berichtet. Und selbstbewusst genug ist der junge Mann aus der Kanalstadt auch. Alle deutschen Olympiastarter wurden kurz vor Beginn der Spiele komplett eingekleidet. Stolz hat auch Marius Kusch seinen Eltern danach alle Sachen präsentiert und ihnen erklärt, was er wann wo tragen wird. „Bei einem Trainingsanzug meinte er dann mit einem Augenzwinkern: Den hier trag’ ich bei der Siegerehrung“, erzählt Udo Kusch.

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