Breitensport

Erst wird gefegt – Training bei der TG Scherlebeck-Langenbochum

Ungewöhnliche Zeiten erfordern ungewöhnliche Maßnahmen. Die TG Scherlebeck-Langenbochum hat einen Weg gefunden, um in der Corona-Pandemie gemeinsam Sport treiben zu können.
Die TG Scherlebeck-Langenbochum ist kreativ und hat den Turnunterricht auf den Schulhof der Comeniusschule unter freiem Himmel verlegt. Im Bild Übungsleiterin Nicole Klein und Turnerin Sophie Rohde. (Foto vom 12. Mai 2021) © Olaf Krimpmann

Lange lag das Vereinsleben bei der Turngemeinde brach. Sicher, es gab Übungsstunden via Zoom, aber die können einen Übungsbetrieb an Schwebebalken oder Reck kaum gleichwertig ersetzen. Als das Land NRW dann im April seine Coronaverordnung lockerte und einen Übungsbetrieb für Kinder unter 14 Jahren in Kleingruppen zuließ, war der Klub zur Stelle.

Seit einigen Wochen findet wieder ein Training statt – nicht in der Halle, dafür auf dem Schulhof der Comeniusschule in Scherlebeck. Dazu schwingen die Übungsleiter fleißig die Besen: Ehe die Turngeräte aus der Halle geholt werden, ehe Bock und Matten ordnungsgemäß aufgestellt sind und liegen, wird gemeinsam der Schulhof von Blättern und Unrat befreit. Ein notwendiges Übel, vor dem aber niemand scheut.

Verein investiert in Besen statt Gymnastikbälle

Dass der Verein in Besen statt in Gymnastikbälle investieren würde, hätte sich die Vorsitzende Bettina Heidenreich vor Monaten auch nicht vorstellen können. „Es ist natürlich nicht wie wir es kennen“, sagt sie mit Blick auf den Unterricht unter freiem Himmel. „Aber immer noch viel besser als nichts zu tun“, so die Vorsitzende der mehr als 400 Mitglieder zählenden Turngemeinde.

Unter dem Hashtag #trotzdemsport wirbt der Landessportbund dafür, dass die Vereine auch in Pandemiezeiten aktiv sind. Bei der Turngemeinde Scherlebeck-Langenbochum setzen sie das Konzept wunderbar um.

Mundschutz tragen und Abstand halten sind kein Problem

Der Aufwand lohnt: Die Mädchen machen mit, die Trainings sind gut besucht. Abstandhalten und Maskentragen sind für die Kinder kein Problem, „sie kennen das aus der Schule. Dort werden sie ja auch regelmäßig getestet jetzt“, erklärt Bettina Heidenreich. Die Trainerinnen lassen sich ebenfalls regelmäßig testen.

Auch für die Übungsleiter ist die neue Form des Trainings eine zwar ungewohnte, aber doch gern genutzte Neuerung. „Es ist schön, die Kinder wieder bei uns zu haben“, sagt die Vorsitzende, während sie in die Runde schaut.

Auch aufgrund der vielen regen Übungsleiter ist die Turngemeinde bislang gut durch die Pandemie gekommen, einen größeren Mitgliederschwund hat der Verein nicht zu verzeichnen. Trotzdem kommen immer neue Herausforderungen dazu.

Hallensituation in Herten bleibt angespannt

In Kürze muss der Verein seine Sachen aus der Sporthalle am Gymnasium räumen, da die Halle abgerissen wird. Wohin der Verein die Sachen bringen wird, ist offen, die Turnhallen-Situation in Herten könnte aus Sicht der Vorsitzenden besser sein: „Es gibt nirgendwo mehr Kapazitäten.“ Also werden demnächst wohl einige Sachen privat in Garagen eingelagert. An Kreativität mangelt es der Turngemeinde erwiesenermaßen nicht.

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