Fußball

Freie Stelle im Trainerteam besetzt: Tobias Rantzow hilft dem VfB Hüls

„Ebbe“ Fuchs hat den VfB Hüls verlassen, einen Nachfolger für den Torwarttrainer hat der Klub gefunden: Nach dem Corona-Lockdown übernimmt einer der besten Torhüter der Vereinsgeschichte.
Mehr als zehn Jahre die Nummer eins: Tobias Rantzow in Aktion beim Hülser Regionalliga-Gastspiel bei Rot-Weiß Oberhausen 2013. © Ralf Deinl

Sorgen um ihren Platz zwischen den Pfosten müssen sich die aktuellen Torhüter des VfB Hüls nicht machen. So wie Uli Stein, Torwart-Ikone des Hamburger SV, wird Tobias Rantzow es sicher nicht treiben: Stein ist bekanntlich noch mit 49 für den Oberligisten VfB Fichte Bielefeld aufgelaufen.

„Keine Chance. Das gibt mein Körper einfach nicht mehr her“, stellt Tobias Rantzow klar. Dabei ist er erst 41 Jahre alt. 15 Jahre ambitionierter Amateurfußball fordern ihren Tribut. „Wenn ich mit meinen beiden Jungs auf den Platz gehe und die mich richtig fordern, brauche ich danach eine Woche Urlaub.“

„Wie nach Hause kommen“

So wird sich Tobias Rantzow als Nachfolger von Eberhard Fuchs ganz auf die Ausbildung und aufs Coaching der Hülser Torhüter-Riege konzentrieren. „Wenn ich damit helfen kann, mach ich das gern.“ Der VfB ist schließlich „sein“ Verein, am Badweiher kennt der Marler jeden Grashalm. „Für mich ist das so, als würde ich wieder nach Hause kommen.“

Sportlich zumindest. Richtig weg war er nie, von seinem Büro im Chemiepark aus hat Tobias Rantzow freie Sicht auf den Evonik-Sportpark. Hier hat er als Steppke mit dem Fußball angefangen – auf dem alten Ascheplatz.

„Da habe am Anfang öfter Sandburgen gebaut, als dass ich mich um den Ball gekümmert hätte.“ Aber das hat sich schnell geändert. Rantzow ist in die Jugendabteilung von Rot-Weiss Essen gewechselt, zurück in Marl hat er in seinem ersten Seniorenjahr das Tor des SC Marl-Hamm in der Kreisliga A bewacht.

Mehr als 400 Punktspiele für den VfB Hüls

Nach einem Probetraining beim VfB Hüls war Trainer Manfred Wölpper sofort überzeugt, Rantzow kehrte zu seinem Jugendverein zurück. In der Westfalenmeister-Mannschaft 1999/2000 – wohl die beste Elf, die der VfB Hüls je hatte – spielte er noch im Wechsel mit Andreas Roch. Ab Sommer 2000 war er dann unangefochten die Nummer eins.

Bis Sommer 2013 hat Tobias Rantzow mehr als 400 Punktespiele für den VfB Hüls bestritten. In der Oberliga, in der Westfalenliga, in der NRW-Liga und schließlich in der Regionalliga West. Dazu kamen etliche Kreis- und Westfalenpokalspiele. Auch im Amateurfußballball alles andere als eine gewöhnliche Bilanz.

Zurück beim VfB Hüls: Tobias Rantzow auf der Terrasse des Clubhauses am Badeweiher-Stadion. © VfB Hüls © VfB Hüls

Sein Handwerk als Übungsleiter für Torhüter hat er unter anderem in der Knappenschmiede des FC Schalke 04 gelernt, in der tätig ist. Nicht zuletzt bei Norbert Elgert, Schalkes legendärem U19-Trainer. „Von ihm habe ich viel über das Torwartspiel gelernt.“

Dieses Wissen will er nun auch am Badweiher vermitteln. Warm werden muss er mit dem Trainerteam Elvir Saracevic, Marco Jedlicka und Werner Platzer nicht. „Das war für mich ein Grund, hier sofort zuzusagen. Gegen Elvir habe ich mit VfB Hüls oft gespielt, als der noch bei Schwarz-Weiß Essen war. Und mit Marco habe ich hier selbst noch zusammengespielt.“

Spaß gehört dazu – und ein ehrgeiziges Programm

Auch die Hülser Nummer eins, Nils Martens, kennt er bereits. Der hat als Junioren-Torhüter des Schalker Kooperationspartners TSV Marl-Hüls regelmäßig Einheiten in Gelsenkirchen und bei Rantzow absolviert.

Martens und seine Kollegen dürfen sich auf ambitionierte Übungseinheiten einstellen. „Natürlich gehört Spaß im Training dazu, sonst funktioniert es nicht. Auf der anderen Seite war ich auf dem Platz bekanntlich nicht ganz ohne Ehrgeiz.“ Wer mal bei einem Spiel hinter Rantzows Kasten stand, weiß: Das ist eine glatte Untertreibung. Die Hülser Keeper dürften gewarnt sein.

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