Fußball

Gemeinsam weiter: SC Marl-Hamm und Sickingmühler SV kämpfen um jeden Nachwuchskicker

Der Weg ist alternativlos, sagen SC Marl-Hamm und Sickingmühler SV: Auch in der kommenden Saison schicken die beiden Vereine aus dem Marler Norden in einigen Altersklassen eine Spielgemeinschaft aufs Feld.
Faust drauf: Dirk Erbling (links) und Thorsten Betke besiegeln die Zusammenarbeit von SC Marl-Hamm und Sickingmühler SV im Jugendbereich. Die Jugendspielgemeinschaft geht in die dritte Saison. © Privat

Im Marler Norden machen zwei Vereine im Jugendfußball weiter gemeinsame Sache. In den Altersklassen U13, U15 und U17 schicken Sickingmühler SV und SC Marl-Hamm jeweils eine Mannschaft aufs Feld.

Bereits seit zwei Jahren arbeiten beide Klubs auf der Sportanlage am Feldweg in dem Bereich zusammen. Erfolgreich, wie Sickingmühles Jugendleiter Thorsten Betke betont: „Wir können eine positive Bilanz aus den letzten beiden Jahren ziehen und werden weiter diesen Weg gehen.“ Und Dirk Ebling, Jugendleiter der Hammer Löwen, sagt: „Wir freuen uns über die weitere Zusammenarbeit.“

Spielgemeinschaft wird für die U13, U15 und U17 gemeldet

Für die Saison 2020/2021 werden D-, C-, und B-Junioren als JSG Marl-Hamm/Sickingmühle am Spielbetrieb teilnehmen. Dafür müssen sich beide Klubs strecken. Corona hat seine Spuren hinterlassen, beide Vereine mussten in den genannten Jahrgängen einen Aderlass hinnehmen. Für jeweils zwei Teams stehen nicht genug Kicker zur Verfügung.

Immerhin, bei den Jüngsten steht vor allem der Sickingmühler SV gut da. Im fünften Jahr in Folge geht ein separates Team aus den „Füchsen“ hervor, der Ballgewöhnungsgruppe des Klubs.

Bei den älteren Jahrgängen ab der E-Jugend (U10) aufwärts aber fehlt es. Bei beiden Vereinen steht die Tür für Neuzugänge offen. Auch für Trainer übrigens. Weitere Infos und Kontakt auf den Homepages von SC Marl-Hamm und Sickingmühler SV.

Die Planung bleibt schwierig – nicht nur wegen Corona

„Grundsätzlich ist es zu Corona-Zeiten sehr schwierig, überhaupt planen zu können, denn bis zum 30. Juni, dem Ende der Abmeldefrist, kann noch viel passieren. Aber leider ist es heutzutage so, dass man ab dem 1. Juli auch keine Planungssicherheit mehr hat“, stellt Thorsten Betke fest.

Wenn Kinder oder Jugendliche keine Lust mehr hätten, kämen sie nicht mehr. Oder wechselten zu anderen Vereinen. Dennoch versuchen Dirk Erbling und Thorsten Betke alles, die Kinder und Jugendlichen am Feldweg zuhalten. Dazu sei die Jugendspielgemeinschaft mittlerweile alternativlos.

Ärger über Abwerbungen: „Das ist ein No-Go!“

Dabei würde sich Thorsten Betke einen größeren Zusammenhalt unter den Marler Klubs wünschen, auch angesichts der schwierigen Lage durch die Pandemie. „Stattdessen werden Kinder und sogar Trainer abgeworben – ohne Kontaktaufnahme durch den jeweiligen Verein. Das ist aus meiner Sicht ein absolutes No-Go.“

Sickingmühles Jugendleiter vermisst die faire Kommunikation: „So haben wir als Verein kaum noch Chancen, dagegen zu wirken, um den Spieler zuhalten. Das ist für uns, als kleines Nordlicht am Marler Fußballhimmel ein großes Problem.“ Damit dürfte Betke vielen Übungsleitern und Ehrenamtlichen aus der Seele sprechen.

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