Fußball

Kevin Just: Vollblutfußballer seit der Opa ihn im Verein anmeldete

Wenn Kevin Just fit ist, zählt der zu den besten Spielern der stark besetzten Offensive bei A-Ligist SC Marl-Hamm. Lange fehlte er, jetzt kämpft er sich langsam wieder heran.
Starke Technik, explosiver Antritt, das zeichnet Kevin Just aus, wenn er fit ist. Und er ist wieder auf dem Weg dahin. © AvS

Wer die Namen im Kader des SC Marl-Hamm liest, dem ist klar: Da steckt Potenzial drin. Das gilt auch für Kevin Just, nur musste der A-Kreisligist lange auf seinen Flügelspieler verzichten, erst am vergangenen Sonntag bestritt er beim 3:0-Sieg über Westfalia Gemen nach langer Pause wieder ein Punktspiel für den A-Ligisten.

Wie alle Kicker hat Kevin Just im Sommer auf den Wiederbeginn nach langer Corona-Pause hingefiebert. Die Freude war für ihn aber nur von kurzer Dauer: Anfang Juli half Just in der zweiten Mannschaft beim Freundschaftsspiel gegen den FC Marl II aus. „Ich hatte 2018 einen Sprunggelenkbruch und seitdem eine Platte im Fuß“, sagt der 30-Jährige. „Es war kein Foul, der Gegenspieler hat anscheinend gegen die Platte getreten, und die hat sich verschoben.“ Just musste sofort ins Krankenhaus, wo die Platte entfernt wurde, es folgte eine lange Pause.

Treffer bei Comeback zählt nicht

Zu Ende war sie erst am vergangenen Sonntag im Heimspiel gegen Gemen. „Das war ein tolles Gefühl“, sagt Kevin Just über die 82. Minute, in der er für Danny Pritchard auf den Platz kam. Und Just traf auch sofort, auch wenn der Treffer nicht zählte. „Ich habe mich schon unheimlich gefreut, aber Yannick Goecke sollte wohl im Abseits gewesen sein.“

Aber auch ohne seinen ersten Saisontreffer war das Comeback für den Vollblutfußballer, der seit er drei Jahre ist, dem Ball nachjagt. Angemeldet hat den kleinen Kevin vor 27 Jahren sein Großvater Horst Thiel, und war beim TuS 05 Sinsen. Dort durchlief Just alle Jugend- und Seniorenteams. Er sammelte bei der ersten Mannschaft Landesliga-Erfahrung, lief aber auch fürs Zweit- und Drittteam auf. Auch Opa Horst zuliebe blieb Kevin Just bis 2016 beim TuS 05 Sinsen, wechselte dann zu vielen Freunden beim SC Marl-Hamm.

Gute Kameradschaft bei den Löwen

Die Kameradschaft am Feldweg schätzt er auch heute noch. Es sei nicht nur so, dass die Hammer Löwen auf dem Platz zusammen um Punkte kämpften. „Wir sind auch privat zusammen unterwegs.“

Viele Fußballexperten fragen sich, warum ein so stark besetzter Kader nicht immer oben mitspielt in der Kreisliga A1, sondern manchmal dem Abstieg nur knapp entrinnt, wie 2018, als der SC sich erst in der Relegation gegen die DJK Germania Lenkerbeck rettete. „Ich weiß nicht, wie oft ich darauf schon angesprochen worden bin“, sagt Kevin Just.

Manchmal fehlt die Kraft bei der Abwehrarbeit

Eine einfache Erklärung dafür hat er bisher auch nicht gefunden. „Vielleicht hat es mit etwas zu tun, was ich auch von mir selbst kenne: Ich renne mit voller Power nach vorne, dann fehlt vielleicht die Kraft, mit nach hinten zu arbeiten“, sagt der 30-Jährige, der als Sanitäter für die Bundeswehr in Münster arbeitet.

Für Kevin Just wird es in den kommenden Wochen darum gehen, wieder richtig fit zu werden – und dann dabei mitzuhelfen, die Hammer Löwen von Platz fünf aus noch ein bisschen weiter nach vorne zu bringen.