Fußball

VfB Hüls: „Trainer kommen und gehen“

Normalerweise verlassen Trainer einen Verein, wenn sie keinen Erfolg haben. Bei Elvir Saracevic und Bezirksligist VfB Hüls ist das nun anders.
Elvir Saracevic und der VfB Hüls haben ihren Vertrag am Dienstagabend aufgelöst. Marco Jedlicka bereitet die Mannschaft zusammen mit Werner Platzer und Tobias Rantzow aufs Spitzenspiel am Sonntag gegen Dülmen vor. © Sebastian Schneider

Der Zeitpunkt der Trennung kommt zu einem ebenso überraschenden wie (für den VfB Hüls) ungelegenen Zeitpunkt: Wenige Tage vor dem Spitzenspiel gegen die TSG Dülmen am Badeweiher hat Trainer Elvir Saracevic um die Auflösung seines Vertrages gebeten. Plötzlich war die Trennung perfekt.

Erste Tendenz schon nach Zweckel-Spiel

Am Sonntag, nach dem 3:0-Sieg in Zweckel, habe er noch am Platz mit Saracevic gesprochen, erzählt der Hülser Fußball-Abteilungsleiter Hakan Simsir. Da habe es eine Tendenz gegeben, dass der Coach aufhöre. „Am Montag war es dann eigentlich schon klar.“

Zwar habe der Abteilungsvorstand noch versucht, Saracevic umzustimmen. „Wir waren ja sehr zufrieden mit Elvirs Arbeit“, sagt Simsir. Aber der Trainer blieb bei seinem Trennungswunsch. Auch einem Aufschub – schließlich kommt am Sonntag Bezirksliga-Topfavorit und Spitzenreiter TSG Dülmen mit Trainer Manni Wölpper an den Badeweiher – habe Saracevic nicht zugestimmt.

VfB hätte sich anderen Zeitpunkt gewünscht

Der 48-jährige Halterner habe seine Gründe für die Trennung intern dargelegt, sagt Simsir. Der VfB hatte in einer Mitteilung auf seiner Homepage von „persönlichen Beweggründen“ des Trainers geschrieben. „Weiter wollen wir uns dazu auch nicht äußern“, so der Abteilungsleiter. „Es ist für uns okay, aber wir hätten uns einen anderen Zeitpunkt gewünscht.“

Elvir Saracevic selbst will sich nicht zur Trennung äußern. Von außen lässt sich nur spekulieren, wo die Gründe liegen, auch die Gerüchteküche ist zum Thema erstaunlich still. Sportliche Ursachen können jedenfalls kaum den Ausschlag gegeben haben. Denn in der aktuellen Spielzeit führte Elvir Saracevic, am Spielfeldrand als Trainer verbal sehr aktiv, die junge VfB-Mannschaft überraschend auf Platz zwei – und zum Spitzenspiel gegen die TSG Dülmen.

Er hatte im Sommer 2020 die Bezirksliga-Mannschaft des VfB Hüls als Spitze eines Trainertrios zusammen mit seinem Freund Marco Jedlicka und Werner Platzer übernommen. Jedlicka betreut das Team nun hauptverantwortlich mit Platzer, der am 1. Januar seine neue Aufgabe als neuer Sportlicher Leiter antritt. Saracevic und sein Team leiteten erfolgreich einen radikalen Personalumbruch beim VfB ein.

„Reiberei“ zwischen Trainern

Einer der wenigen älteren Spieler ist Kapitän Dominik Grams. Es habe am Sonntag in Zweckel zwar eine „Reiberei“ zwischen Saracevic und Jedlicka gegeben. „Ich glaube aber gar nicht, dass das den Ausschlag gegeben hat“, so der 28-Jährige. „Elvir hat uns gesagt, es gebe private Gründe, und mehr wissen wir auch nicht. Wir akzeptieren das. So ist Fußball: Trainer kommen und gehen, damit muss man sich abfinden“, sagt der 52-fache Oberligaspieler. „Es ist natürlich schade in unserer Situation, aber wir freuen uns, wenn Elvir mal zum Zugucken vorbeischaut.“

Von Vorteil sei, dass mit Jedlicka und Platzer die alten Trainer weitermachen und kein neuer kommen müsse.

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