E-Sport

Spvgg. Erkenschwick präsentiert die ersten beiden Spieler

Vor vier Jahren war die Gründung einer E-Sport-Abteilung noch gescheitert. Jetzt unternimmt die Spvgg. Erkenschwick einen neuen Versuch und wählt dabei einen etwas anderen Ansatz.
Yannik Puhe (l) und Martin Risto sind die ersten beiden Spieler in der neu gegründeten eSports-Abteilung der Spvgg. Erkenschwick. © Privat

300.000 Euro, so sagt es Tobias Rawers, Leiter der Marketing-Abteilung bei der Spvgg. Erkenschwick, hätte die Gründung einer professionellen E-Sport-Abteilung verschlungen. „Wir wollten das damals ganz groß aufziehen, mit der Unterstützung einer in der Szene sehr renommierten Bochumer Agentur und mit Profi-Spielern“, sagt Rawers. Das Vorhaben wurde wegen der viel zu hohen Kosten aber auf Eis gelegt.

Christoph Kasak stößt das Projekt an

Jetzt startet der Verein aber einen neuen Anlauf. „Mit einem deutlichen geringeren Etat. Unsere Spieler bekommen auch kein Geld“, versichert Rawers. Den Anstoß, es noch einmal mit neuem Konzept zu probieren, hätte Christoph Kasak, Spieler der ersten Mannschaft gegeben, sagt der Marketing-Chef. Statt auf teuer eingekaufte Spieler zu setzen, bemüht man sich im Klub nun um ein eigenes Scouting.

„Unser Ziel ist es, dass wir bis zu fünf Spieler für eine Art Pro-Mannschaft bestimmen und dahinter ein sogenanntes Talentwerk aufbauen, in dem bis zu 15 oder 20 Spieler ausgebildet werden, die sich für das Pro-Team empfehlen können“, erklärt Rawers.

Die ersten beiden Spieler sind schon da

Und die eigene Talentsichtung funktioniert offenbar. Zwei Spieler hat der Verein jetzt verpflichtet. „Beide haben Potenzial“, ist Rawers überzeugt.

Yannik „xEpicScorpion“ Puhe und Martin „martris21“ Risto werden in Zukunft die Vereinsfarben virtuell vertreten. Beide Spieler starten bei Turnieren, im Pokal-Wettbewerb oder bei der sogenannten „Weekend-League“ für die „SPVGG 1916 eSports“ im Spiel FIFA21 auf der Playstation 4.

50 Teilnehmer im Mai beim ersten Turnier

Im Mai hatte die Spvgg. ein erstes eSports-Turnier organisiert, an dem rund 50 Spieler teilnahmen. „Beide waren uns dort durch gute Leistungen aufgefallen“, sagt Rawers. Für ihn sei es wichtig, dass die eSportler des Vereins, wie es auch im „normalen“ Fußballbetrieb seit Jahren üblich ist, aus der Umgebung kommen. „Die neue Abteilung soll sich ja bestmöglich in den Gesamtverein integrieren“, erklärt Rawers. Auf beide Neuzugänge träfe das auch zu.

Marcel Kozycki leitet die neue Abteilung

Yannik Puhe wohnt in Marl und konnte bereits in zwei FIFA-Weekend-Leagues die Top 200 der Bestenliste erreichen. Außerdem erzielte er bei mehreren ESL-Cups gute Ergebnisse und holte letztendlich beim Erkenschwicker Turnier, das ein Profispieler gewinnen konnte, den dritten Platz. Mit Marcel Kozycki hat die Spvgg. auch einen Geschäftsführer für die eSports-Abteilung installiert. Er ist sicher, dass die Spvgg. mit Yannik einen entwicklungsfähigen Spieler verpflichtet hat.

Verbandspokalsieger Risto ist der Topspieler

Martin Risto, der zweite Zugang, wohnt in Dortmund-Mengede und konnte bereits mehrere regionale Turniere gewinnen, unter anderem den RuhrNachrichten-Cup in Dortmund, der mit einer virtuellen Stadtmeisterschaft gleichzusetzen ist. Zudem konnte er sich als Sieger des vom Fußball- und Leichtathletikverbandes organisierten Verbandspokal für den eDFB-Pokal qualifizieren und somit auch auf überregionaler Bühne sein Können unter Beweis stellen. Beide wollen übrigens demnächst auch am Training der Kreisliga-Mannschaft des Vereins teilnehmen.

Stadt will Räumlichkeiten zur Verfügung stellen

„In Zeiten, in denen Vereine mit einem Mitgliederschwund zu kämpfen haben, erreichen wir mit der neuen Abteilung eine neue Zielgruppe von jungen Menschen, welche unser Vereinsleben bereichern und für neue Impulse sorgen“, sagt Tobias Rawers. Einen eigenen Trainer wolle man nicht einstellen. „Das ist auch nicht üblich“, erklärt Rawers. Vielmehr werde der Verein immer mal wieder Profis nach Oer-Erkenschwick einladen, die ihr Können dann weitergeben sollen. Daher will die Spvgg. ihrer neuen Abteilung demnächst auch Räumlichkeiten zur Verfügung stellen, in denen trainiert und gespielt werden kann. „Wir sind in guten Gesprächen mit der Stadt, die uns da unterstützen will“, sagt Rawers.

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