Fußball

1. FFC ist von der Rolle – 0:4 gegen Mönchengladbach

Das war nichts. Frauenfußball-Regionalligist 1. FFC Recklinghausen hat seine Saisonpremiere gegen Borussia Mönchengladbach vergeigt. Die Elf vom Hohenhorst unterlag mit 0:4 (0:1).
Nichts ausrichten konnten Meltem Karadag (r.) und Anna-Lena Klos (Nr.6) mit dem 1. FFC gegen Borussia Mönchengladbach, hier mit Jessica Hackenberger. © Jochen Börger

Eigentlich hätten die Spielerinnen des 1. FFC Recklinghausen schon beim Warmlaufen nur etwas besser hinhören müssen. Aus dem Lautsprecher im Stadion Hohenhorst ertönte das Lied „Save your tears for another day“. Zu deutsch forderten also der Musiker „The Weeknd schlicht und einfach auf, sich Tränen für einen anderen Tag aufzusparen. 90 Minuten später, nach der 0:4 (0:1)-Heimpleite gegen Borussia Mönchengladbach blieb den Regionalliga-Kickerinnen aber nur eine Erkenntnis: Die Darbietung war ziemlich tränenreich.

Kaum Schwung, keine Torchancen

Keiner hatte also auf „The Weeknd“ gehört – und FFC-Trainerin Laura Neboli wird in dieser Woche neben einer Menge mentalen Aufbauarbeit auch einiges an Gesprächsbedarf haben. Vorab sprach sie von einer „echt guten Trainingswoche“, diesen Schwung ließ ihr Team am ersten Spieltag aber vollends vermissen. Nur in ersten zehn Minuten hatte man ansatzweise den Eindruck, dass die Gastgeberinnen etwas reißen könnten. Kurze Zeit später nahm das Unheil aus Recklinghäuser Sicht seinen Lauf. Eine lange Rechtsflanke senkt sich in den Strafraum, die Gladbacherin Sarah Schmitz steigt hoch und nickt zum 0:1 ein. FFC-Torhüterin Lisa Czora ist machtlos.

Gute Leistung von Lisa Czora

An ihr, das durfte man schon nach 45 Minuten konstatieren, lag es wahrlich nicht, dass es ein gebrauchter Tag war. Czora rettete schon in der ersten Halbzeit zweimal hervorragend gegen die agile Jessica Hackenberger und verhinderte einen höheren Rückstand.

Laura Neboli setzte mit Besjana Recica und Chiara Tat auf zwei Spitzen. Doch so sehr sich die beiden auch aufrieben, sie konnten nichts ausrichten. Das Spiel des 1. FFC wirkte über weite Strecken zu pomadig. Und gegen Ende brachen die Gastgeberinnen völlig ein. Das 0:4 mag letztlich zu hoch ausgefallen sein. Wie die Gegentreffer in der Schlussphase allerdings zustande kamen, war auch sinnbildlich für den Nachmittag. Im Mittelpunkt ab Minute 75: Sarah Abu Sabbah, Sturmführerin in Mönchengladbach, die allerdings über weite Strecken zunächst gar nicht sonderlich auffiel.

Sarah Abu Sabbah in Torlaune

Dann schlägt sie aber gleich dreimal eiskalt zu. Beim 0:2 steht sie im Fünfmeterraum goldrichtig, mit dem nächsten Angriff demonstriert Abu Sabbah ihre Extraklasse mit einem satten Rechtsschuss. Der vierte Treffer ist nur noch eine Frage der Zeit. Wieder Abu Sabbah – und längst hat sich der FFC da aufgegeben. Und es passt ins Bild, dass in der 90. Minute Chiara Tat wegen groben Foulspiels noch die Rote Karte sah.

Die Tränen wurden also nicht aufgespart.

1. FFC Recklinghausen: Czora, Karadag, Siemes, Klos, Dökel, Prinz, Tat, Kniszewski, Recica (73. Reinhardt), Schmidt (84. Januschewski), Matsumoto (73. Kilic)

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