Frauenfußball

Drei Wochen Urlaub – dann will der 1. FFC Recklinghausen angreifen

Frauenfußball-Regionalligist 1. FFC Recklinghausen hat den Traum vom Aufstieg in die Zweite Bundesliga verpasst. Aber es gab auch nach dem 1:2 gegen den VfL Bochum keine langen Gesichter.
Duell auf Augenhöhe: Hanna Lange, hier im Duell mit der Bochumerin Carolin Dej, und der 1. FFC Recklinghausen kassierten eine unglückliche 1:2-Niederlage. © Jochen Börger

Kein Vergleich zur Vorwoche, als nach dem 0:2 in Siegen fast schon betretenes Schweigen herrschte und es vor allem von Sportdirektor Andreas Krznar im Anschluss harte Kritik an den Spielerinnen setzte. Auch wenn es beim 1:2 (1:1) im letzten Spiel der Regionalliga-Meisterrunde gegen den VfL Bochum für die Frauen des 1. FFC Recklinghausen erneut eine Niederlage gab, sie fühlte sich irgendwie anders an.

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FFC Recklinghausen verpasst Aufstieg

SF Siegen erreicht die Aufstiegsspiele

Und das mag nicht nur der Tatsache geschuldet gewesen, dass es auf der schmucken Sportanlage Helker Berg wegen der herrlichen Sommertemperaturen sonnig und gut gelaunt zuging. Die Leistung des 1. FFC ging in Ordnung, wenngleich der späte Bochumer Siegtreffer natürlich ärgerte.

Gute Laune herrschte in Billerbeck schon, als die beiden Teams zusammen mit dem Schiedsrichtergespann um Vanessa Arlt den Platz betraten. © Jochen Börger © Jochen Börger

Entscheidend war er aber nicht mehr – längst war da schon klar, dass die Sportfreunde Siegen den Titel und somit die Aufstiegs-Relegationsspiele gegen den SV Göttelborn erreicht hatten. Die Siegenerinnen konnten sich gar am letzten Spieltag der Meisterrunde ein 0:1 beim 1. FC Köln II erlauben. Am 20. und 27. Juni entscheidet sich nun, wer den Sprung in Liga zwei schafft. Die Recklinghäuserinnen haben darauf keine Aktien mehr. Sie werden in der kommenden Saison weiterhin in der Regionalliga spielen – unter anderem dann auch gegen Arminia Bielefeld und die Spvg. Berghofen, die als Zweitliga-Absteiger feststehen.

„Einen Punkt hatten wir verdient“

Derweil stand Laura Neboli nach dem Schlusspfiff auf dem Kunstrasen am Helker Berg und attestierte ihren Spielerinnen, alles gegeben zu haben. „Schade, dass es nicht zu einem Punkt gereicht hat. Den hätten wir auf jeden Fall verdient gehabt“, analysierte die FFC-Trainerin. Kämpferisch war den Blau-Weißen wahrlich nicht vorzuwerfen.

Auch Meltem Karadag (l.) zeigte im letzten Spiel der Meisterrunde eine ordentliche Leistung. © Jochen Börger © Jochen Börger

Neboli attestiert ihrem Team, auch in der kommenden Regionalliga-Saison eine gute Rolle spielen zu können. Dass der Großteil der Mannschaft zusammenbleibt, ist sicher. Zunächst geht es jetzt aber in eine rund dreiwöchige Trainingspause.

„Alle Verpflichtungen erfüllt“

Die Personalie Madeline Gier war in Billerbeck nur am Rande Gesprächsthema, wenngleich der Verein noch einmal Stellung bezog. Die Stürmerin war nach der Niederlage in Siegen freigestellt worden und hatte geäußert, dass noch vertraglich festgeschriebene Dinge, die noch nicht erfüllt worden seien, geklärt werden müssten.

Dass der Verein seinen finanziellen und vertraglichen Verpflichtungen nicht nachkomme, sei falsch, betonen Sportdirektor Andreas Krznar und Kassierer Carsten Juraschek. Alle im Amateurvertrag monatlich vereinbarten Vergütungen seien gezahlt, allein stünden noch Fahrtkostenbelege für Oktober 2020 und Mai 2021 aus, die erst diese Woche eingereicht worden seien und einer Prüfung unterliegen. Diese umfasse unter anderem einen Abgleich mit der Anwesenheitsliste beim Training und die ausstehende Rückgabe von vereinseigener Kleidung.

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