Tanzsport

Eleganz und Hochleistungssport – Tanzpaare starten wieder durch

In einem solchen Ambiente lässt es sich gut tanzen. Die VTG Grün-Gold hat kräftig in ihr Trainingszentrum in Recklinghausen-Hochlarmark investiert. Das Ergebnis lässt sich sehen.
Wieder im vollen Trainingsprogramm sind auch Ellen und Lutz Januschowski von der VTG-Grün-Gold. © Jochen Börger

Sollte auf dem ehemaligen Zechengelände in Hochlarmark morgens um 6 Uhr Personen beobachtet werden, die das Tanzsportzentrum betreten – keine Sorge, die Polizei muss nicht sofort gerufen werden. Ja, es gibt sie wirklich, jene Sportler, die vor dem Gang zur Arbeit noch mal eben das Tanzbein schwingen. Oder sagen wir besser: Sie trainieren.

Manche trainieren schon frühmorgens

„Vielleicht ist es ja genau das, was den Verein so ausmacht“, sagen Ellen und Lutz Januschowski und legen eine kleine Trainingspause ein. Wie so viele andere Sportlerinnen und Sportler unterschiedlichster Genres sind auch die Januschowskis einfach nur froh, endlich wieder trainieren zu können. Morgens um 6 Uhr mag das für das Ehepaar aus Herten noch schwierig sein, der Beruf geht schließlich vor. Ellen Januschowski ist Lehrerin, ihr Gatte Optiker. Aber nach Feierabend kann jetzt endlich wieder regelmäßig trainiert werden.

Natürlich hält man sich als erfolgreiche Teilnehmer bei diversen Landesmeisterschaften auch zu Hause fit. „Zu Hause wurde dann auch mal die Yoga-Matte ausgebreitet. Aber so eine wirkliche Alternative war das dann auch nicht“, lacht Lutz Januschowski.

Ein Symbol des Strukturwandels

Und so läuft der Sportbetrieb im schmucken VTG-Domizil an der Karlstraße langsam wieder an. Wobei, pardon, der Begriff langsam dann doch wieder gestrichen werden sollte. Höchst konzentriert und eben auch voller Schwung schweben die Paare über das edle Eichenparkett im lichtdurchfluteten Tanzsaal. 20 Jahre ist es nun schon her, da übernahm die VTG Grün-Gold auf historischem Gelände das ehemalige Maschinenhaus der Zeche Recklinghausen II. Nichts symbolisiert an dieser Stelle so sehr Zeitenwende und Strukturwandel wie dieser Ort. Dort, wo einst der Kumpel ein zackiges „Glückauf“ ertönen ließ, erklingen heute harmonische Walzer-Töne ebenso wie manchmal vielleicht etwas gewöhnungsbedürftige Hip-Hop-Klänge.

Trainer Michael Schneider achtet mit Akribie darauf, dass alles passt. © Jochen Börger © Jochen Börger

„Der Mix macht es aus“

„Aber genau dieser Mix macht es“, sagt der Vereinsvorsitzende Helmut Lenk. 600 Mitglieder verzeichnet die VTG Grün-Gold aktuell – es ist auch ein deutliches Zeichen dafür, dass sich Kinder und Jugendliche verstärkt dem Sport verschreiben. Und wenn beispielsweise Trainer wie Michael Schneider und Udo Schmidt – allesamt ausgestattet mit der A-Lizenz und als Wertungsrichter in der S-Klasse tätig – ihren Latein-und Standard-Schützlingen den Feinschliff beibringen und eine Etage tiefer der Modern-Dance-Zug Vollgas fährt, weiß man, was der Vorsitzende mit „diesem Mix“ meint.

Mit Spaß und Konzentration: Auch die Damen sind bei den Trainingseinheiten mit viel Einsatz bei der Sache. © Jochen Börger © Jochen Börger

100.000 Euro aus dem Förderprogramm

Die VTG-Tanzpaare sind bei ihren Meisterschaftsauftritten schon vor Ausbruch der Pandemie viel herumgekommen. „Ganz ehrlich, solche räumlichen Voraussetzungen gibt es sonst kaum irgendwo“, betonen Ellen und Lutz Januschowski. Der neue Schwingboden ist für elegantes Tanzen wie gemacht, die neue Belüftungsanlage sorgt nun für „prima Klima“. Freilich kann ein Verein solche Investitionen nicht von allein stemmen. 100.000 Euro gab es aus dem Fördertopf „Moderne Sportstätte 2022“ des Landes NRW.

Grün-Gold-Ball am 20. November

Und so hofft die VTG nun auch darauf, dass der traditionelle Grün-Gold-Ball in diesem Jahr durchgeführt werden kann. Der Termin steht mit dem 20. November jedenfalls schon fest. „Nach aktuellem Stand könnten wir mit 100 Gästen feiern, hoffentlich klappt das“, sagt Lenk. Das Programm klingt jedenfalls schon mal vielversprechend – von der Flamenco-Show mit Pepi Alvarez bis zur mehrfachen italienischen Meisterin in den Lateinamerikanischen-Tänzen, Oona Oinas. Man muss kein Prophet sein, um zu behaupten: Nach diesem Ball und diesen Stars werden viele noch intensiver trainieren.

Und so mancher schon morgens um 6…

Lesen Sie jetzt