Fußball

Gemütlich geht es auch – die Walking-Kicker suchen Verstärkung

Es muss nicht immer der Vollsprint sein. Die Walking-Fußballgruppe des SSC Recklinghausen hat sich etabliert. Neue Mitstreiter werden nun gesucht.
You never walk alone: Paul Kat (am Ball) ist einer der Gründungsväter der Walking-Fußball-Gruppe beim SSC Reckllinghausen. © Meike Holz

Sie könnten es langsam angehen lassen, in der Haard ein bisschen walken gehen und gut wäre es. Aber das runde Leder würde fehlen, auch die Geselligkeit auf der Sportanlage an der Langen Wanne mit den Kumpels, die man teils seit Jahrzehnten kennt. Also gründete der SSC Recklinghausen im Jahr 2018 eine Walking-Fußballgruppe. Doch Corona bremst auch sie aus – im wahrsten Sinne des Wortes geht nichts mehr.

Keine Exoten im Kreisgebiet

Das soll kein Dauerzustand werden – und nicht nur Paul Kat setzt alles daran, dass Walking-Fußball im Recklinghäuser Norden bald wieder zur Normalität wird. „Ein Jahr lang mussten wir jetzt pausieren. Hoffentlich geht es bald wieder los“, sagt Kat.

Exoten sind die „laufenden Kicker“ im Kreis Recklinghausen gleichwohl nicht – auch beim FC Marl und der DJK Spvgg. Herten gibt es Walking Football, der FC 26 Erkenschwick ist zudem gerade dabei, das Angebot aufzubauen.

Eine schnelle Erfolgsgeschichte

Paul Kat ist so etwas wie der Motor der Walking-Fußball-Initiative, die sich schnell zu einer Erfolgsgeschichte entwickelte. Wer mindestens das 50. Lebensjahr vollendet hatte, durfte zum Start vor drei Jahre mit auflaufen. Daran hat sich bis heute nichts geändert. „Es gibt Vereine, bei denen dürfen auch Jüngere mitspielen“, erzählt Kat, der mit seinen 73 Lenzen zu den ganz Erfahrenen im Team gehört.

Wie auch Lothar Lattemann, der kurz vor der Vollendung seines 80. Lebensjahres steht. Oder Klaus und Gustav Prahl sowie der aktuelle SSC-Vorsitzende Michael Bartz. Sie alle haben jahrzehntelang aktiv gekickt. Und wollen es weiterhin. Aber etwas ruhiger.

Videokonferenzen jeden Montag

Nur: Corona hat den Herren etwas zu viel Ruhe beschert. „Und viele haben sich die ganze Zeit über gar nicht gesehen. Paul Kat entdeckte zwar – auch durch das Vorbild von Videokonferenzen beim Fußball- und Leichtathletikverband Westfalen (FLVW) – den Vorteil von Videokonferenzen und trommelte fortan jeden Montag seine Truppe zur virtuellen Trainings- und Geselligkeitseinheit zusammen. Doch maßgebend ist und bleibt einfach „auffem Platz“ . Oder wie es Kat formuliert: „Anfangs wurde es von vielen angenommen. Jetzt langsam bröckelt die Anzahl.“

Neue Spieler sind willkommen

Neue Mitspieler sind daher gern gesehen, sobald es die Pandemie zulässt – immer montags ab 17 Uhr auf dem Kunstrasen der Bezirkssportanlage Lange Wanne. Wer mitkicken möcht, sollte aber folgendes in Sachen Regelwerk beachten: Der Ball darf nicht über Hüfthöhe gespielt werden, harter Körperkontakt ist verboten. Gespielt wird meistens im Modus „Sechs gegen sechs“, die Spieleranzahl kann aber je nach Bedarf angepasst werden. Es gibt auch keinen festen Torwart – und auch über Abseitsstellungen muss sich niemand mehr aufregen.

Die Spielfeldgröße ist mit 21 x 42 Metern ebenfalls überschaubar (Strafraum sieben mal neun Meter). Und auch die Maße der Tore sind außergewöhnlich: Drei mal ein Meter. Man könnte einfach ein umgekipptes Jugendtor oder Minitore verwenden. Der SSC machte es aber anders und schaffte eine Spezialanfertigung an.

Bodenständigkeit ist gefragt

Übrigens: Bodenständigkeit kann beim Walking-Fußball auch nicht schaden. Denn mit mindestens einem Fuß auf dem Platz zu bleiben, gehört auch zu einer dieser Grundregeln. Wer das alles beherrscht, der kann dann hoffentlich bald wieder sagen: Der Ball rollt. Und dann läuft es auch wieder…

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