Basketball

„Ich muss auf meinen Körper hören“ – Jonas Bredeck macht Schluss

Wenn ein erfolgreicher Basketballer mit gerade einmal 23 Jahren seine Karriere beendet, ist das eine bittere Geschichte. Jonas Bredeck musste diesen schweren Entschluss fällen.
Kraftvoll und energisch: So ist Jonas Bredeck vielen Citybasket-Fans bekannt. Aufgrund anhaltender Hüftprobleme muss der 23-Jährige nun aber langfristig passen. © Jochen Sänger

Unterkriegen lässt sich der Mann auch durch eine solche Nachricht nicht. Aber als er vor wenigen Tagen die Entscheidung fällen musste, mit gerade einmal 23 Jahren dem Basketball-Sport Adieu zu sagen, war es für Jonas Bredeck natürlich ein schwerer Schritt. Die Hüfte macht Probleme, die kommende Regionalliga-Saison müssen die Herren von Citybasket Recklinghausen ohne den „Hünen“ bestreiten.

Nicht noch einmal eine Operation

„So macht die Sache einfach keinen Sinn mehr“, sagt Bredeck, der – wie so viele andere in seiner Generation – Basketball und auch die Vereins-Philosophie in Recklinghausen geradezu lebt. Vor zwei Jahren sorgte bereits die linke Hüfte für Probleme. Eine Operation war unumgänglich, die Sache funktionierte auch. Nur beschlich Bredeck schon damals das Gefühl: Noch einmal brauche ich so etwas nicht. Aber genau dort liegt jetzt das Problem: Das „noch einmal“, sprich die mehr schmerzende als nur zwickende Hüfte, bereitet erneut Ärger. Dummerweise diesmal auf der rechten Seite.

Höherklassig zu spielen, das macht so keinen Sinn

Ja, die Schmerzen seien vergleichsweise aushaltbar, konstatiert Bredeck und spricht von einer „abgeschwächten Form“. Letztlich blieb dennoch nur das Gespräch mit den Ärzten, verbunden mit zwei Fragen: Will ich schon wieder unter das Messer? (Antwort: „Da habe ich nun absolut keine Lust drauf“). Und macht es dann noch Sinn, höherklassig Basketball zu spielen?

Robert Franklin war der erste Trainer

Die Antwort darauf gibt er in sieben einfachen Worten. „Nein, ich muss auf meinen Körper hören.“ Alles andere mache keinen Sinn – und so endet bereits in jungen Jahren eine Karriere, die in ganz, ganz jungen Jahren bei Citybasket begann.

Der drei Jahre jüngere Bruder Valentin ist der erste der Bredeck-Söhne, der in ganz jungen Jahren auf Korbjagd geht. Es dauert nicht lange, da hat auch der „Große“ Spaß daran. Zehn Jahre ist Jonas damals alt und wird der damaligen vierten Mannschaft der U 12 zugeordnet. Trainer damals ist ein gewisser Robert Franklin, der als Spieler im Herren-Team für mächtig Furore sorgt. „Lustig waren die Trainingseinheiten allemal“, erzählt Bredeck. Auf der einen Seite eine große Gruppe, gerade aus dem Grundschulalter entwachsen, auf der anderen Seite das lokale Basketball-Idol, das mit rudimentären Deutsch-Kenntnissen erklärt, was Sache ist. „Lustig war es auf jeden Fall“, resümiert Bredeck.

Das BWL-Studium hat nun Vorrang

Und erfolgreich sowieso – in den Jugendmannschaften wie auch später bei den Herren, meist unter Coach Johannes Hülsmann, der ihn am meisten prägte und nun Recklinghausen Richtung Phoenix Hagen verlässt.

Sich beispielsweise ebenfalls als Trainer zukünftig im Basketball zu engagieren, über diese Option hat Bredeck schon einmal nachgedacht. Priorität besitzt jetzt aber erst einmal das Betriebswirtschafts-Studium in Dortmund.

Ausgenommen von den Samstagabenden, wenn seine Teamkollegen, von denen viele längst zu Freunden geworden sind, ab September wieder in der Ersten Regionalliga antreten. Die Halle am Campus Blumenthal statt der Uni-Campus ist dann das Ziel. „Das lasse ich mir doch nicht entgehen.“

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