Frauenfußball

Nach der Freistellung – so reagiert FFC-Stürmerin Madeline Gier

Frauenfußball-Regionalligist 1. FFC Recklinghausen bestreitet sein letztes Spiel in der Meisterrunde gegen den VfL Bochum. Stürmerin Madeline Gier reagiert verärgert über ihre Freistellung.
Madeline Gier kann ihre Freistellung beim 1. FFC Recklinghausen nicht nachvollziehen. © Thomas Braucks

Es war eine bewegte und teils auch unruhige Woche beim Frauenfußball-Regionalligisten 1. FFC Recklinghausen. Nicht nur, dass inzwischen die Chancen auf den Titelgewinn auf ein Minimum gesunken sind, gab es hinter den Kulissen reichlich Gesprächsstoff nach der Freistellung von Spielerin Madeline Gier. Die 25-Jährige wehrt sich gegen die Art und Weise, wie es zu dieser Entscheidung und zum Ende ihres Vertrags zum 30. Juni kam.

„Warum stand ich dann in der Startelf?“

Sportdirektor Andreas Krznar hatte ihr nach dem 0:2 bei den Sportfreunden Siegen mitgeteilt, dass das Kapitel FFC für sie abgeschlossen sei. Auf die Gründe wollte Krznar öffentlich nicht weiter eingehen. Dass ihr mangelnder Einsatz und fehlendes Engagement in einer WhatsApp-Nachricht vorgeworfen worden sei, bestätigt auch Madeline Gier – und wehrt sich gegen den Vorwurf. „Zudem ich mich dann schon frage, warum ich in der Startelf stand, wenn mein Engagement mangelhaft gewesen sein soll. Ich war jedenfalls wie vor den Kopf gestoßen und hätte niemals mit dieser Entscheidung gerechnet“, sagt die Stürmerin, die in Siegen nach 40 Minuten verletzungsbedingt ausgewechselt werden musste, nach eigenem Bekunden aber bis zum Schlusspfiff ihr Team angefeuert habe.

„Fragwürdig und unfair“

Überhaupt sei ihr Verhältnis zu den Mitspielerinnen gut gewesen. Als „fragwürdig und unfair“ bewertet Madeline Gier indes die Umstände ihrer Freistellung – zumal auch noch andere vertraglich festgeschriebene Dinge, die noch nicht erfüllt worden seien, geklärt werden müssten, so die Spielerin.

Das Kapitel Recklinghausen ende für sie mit einem bitteren Beigeschmack, bilanziert die Lehramt-Studentin für Biologie und Sport, die in Kürze ihre Bachelor-Arbeit schreibt. Aktiv spielen will sie dennoch weiterhin. Erste Angebote aus der Regionalliga liegen vor. Wohin der Weg führt, ist aber noch offen.

In Billerbeck gegen den VfL Bochum

In der Regionalliga-Meisterrunde spielt der 1. FFC Recklinghausen am Sonntag (13. Juni) in Billerbeck (15 Uhr, Helker Berg) gegen den VfL Bochum. Der FFC besitzt nur theoretische Chancen auf den Titel (aktuell drei Punkte, 2:3-Tore). Spitzenreiter SF Siegen (sechs Punkte, 5:0-Tore) reicht am Sonntag beim 1. FC Köln II ein Remis zum Titel.

„Wir geben die Hoffnung nicht auf“

„Ganz geben wir die Hoffnung aber nicht auf“, sagt FFC-Trainerin Laura Neboli. Nach der Enttäuschung von Siegen habe ihr Team hart gearbeitet und wolle sich nun in Billerbeck von einer anderen Seite präsentieren. „Ich erwarte auch nicht, dass sich die Bochumerinnen hängen lassen“, setzt Neboli auf eine attraktive Begegnung. Der FFC-Kader ist komplett, die Startaufstellung legt sie erst am Samstag fest. Für eine ordentliche Kulisse in Billerbeck ist gesorgt. 450 Tickets sind bereits verkauft.

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