Handball

Nach Derbysieg: Zur Belohnung gibt‘s für die PSV eine Runde Wasserski

Die Anspannung war am Freitagabend greifbar, bei Sportlerinnen wie Iris Schultz, bei den sportlich Verantwortlichen wie Trainer Daniel Schnellhardt und beim Vorstand um Wolfgang Temme.
Die Ex-Borussin Stella Krüger nimmt Maß. Beim Auftaktspiel in der Halle Nord passte aus Sicht der PSV Recklinghausen alles. © Olaf Krimpmann

Würde das Hygienekonzept, das die PSV Recklinghausen ausgearbeitet hat, greifen? Wie würden die Zuschauer reagieren? Was ist auf dem Spielfeld los? Wird es ein Handballfest oder nach der langen Coronapause ein Krampf? Am Ende waren alle Bedenken verflogen, mit einem 32:26 gegen Borussia Dortmund II feierten die Drittliga-Handballerinnen der PSV einen optimalen Start in gleich mehrfacher Hinsicht.

198 Sitzplätze hatte der Verein zur Verfügung, fein säuberlich durchnummeriert. Nicht alle, aber fast alle Plätze waren bei Anwurf belegt. „Die Zuschauer waren sehr gut vorbereitet, am Einlass hatten wir keine Probleme“, schildert Abteilungsleiter Wolfgang Temme.

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Die PSV Recklinghausen feiert Auftaktsieg

Zutritt hatte nur, wer eins der drei G (geimpft, genesen, getestet) vorweisen konnte, das Drittliga-Auftaktspiel war 2021 die erste Hallensportveranstaltung in der Stadt unter Wettkampfbedingungen. Entsprechend angespannt waren die Verantwortlichen: „Aber das ist ja klar“, sagt Wolfgang Temme, der den Anwesenden ein einwandfreies Zeugnis ausstellte: „Es gab überhaupt keine Probleme.“ Nur die Stimmung litt ein wenig, auch während des Spiels mussten die Zuschauer den Mundschutz aufbehalten.

Dabei war die Dramaturgie wie gemacht dafür, um aus den Sitzen zu schnellen. Bei Halbzeit und einem Vier-Tore-Rückstand (11:15) hatten viele, die es mit der PSV halten, schon das Schlimmste befürchtet. Am Ende, nach furiosen zweiten 30 Minuten, gab es Freudentänze auf dem Spielfeld und Ovationen von den Rängen.

„Wir haben immer an uns geglaubt“, versichert Trainer Daniel Schnellhardt, der die Mannschaft mit ruhiger Hand auch durch schwierigste Phasen des Spiels coachte. Ein Spiel, von dem der Übungsleiter nicht gewusst hatte, was es bringen würde. „Das kann heute alles sein: Das kann sein, dass ein Team nach zehn Minuten 5:0 vorne liegt oder dass vielleicht nur zwei Tore fallen in der Zeit“, hatte Schnellhardt vor Anwurf gesagt.

Selbst Iris Schultz, routinierte Torfrau, die in den zweiten 30 Minuten mal wieder über sich hinaus wuchs, konnte eine gewisse Anspannung nicht leugnen: „Die wird wohl auch immer bleiben“, sagt die Schultz. In drei Wochen wird sie im Übrigen 51 Jahre jung.

Protagonistinnen hatte es danach genug gegeben, allen voran Neuzugang Joana Kegelmann, die in ihrem ersten Pflichtspiel für die PSV gleich acht Treffer erzielte und damit auf Anhieb beste Werferin ihres Teams war. „Das Trikot sollte sie heute am Besten gar nicht mehr ausziehen, sondern drin schlafen“, scherzte Trainer Schnellhardt.

Der hatte direkt nach Abpfiff ein Bonbon für seine wackere Truppe parat: Montag ist trainingsfrei, da geht es gemeinsam zum Wasserskifahren nach Duisburg. Wegen Corona war die Teambuildingmaßnahme im Sommer ausgefallen.

PSV Recklinghausen: Schultz, Vietor; Schmidhuber (4), Krüger (6), Küppers, Klüsener (4/3), Benthaus, Beutler, Funke, Janz (6), Kegelmann (8), Fricke (2), Schmidt, Fagin (2), Pape, Gutjahr.

Der Abend in Recklinghausen

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