PSV Recklinghausen gegen Fortuna Düsseldorf maximale Spannung und millimetergenaues Finale

Redakteur
Handball 3. Liga West Sporthalle Nord, PSV Recklinghausen – Fortuna Düsseldorf 32:32. Dana Gruner.
Übernahm Verantwortung und erzielte fünf Tore: Dana Gruner. © Olaf Krimpmann
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Die offiziell verkündeten 287 Zuschauer in der gut gefüllten Halle Nord hätten sich diese Spannung gerne erspart, wie auch PSV-Trainer Viktor Dziabel. Am Ende des nervenaufreibenden Spiels, das einen ebenso spektakulären Abschuss fand, schüttelte der Recklinghäuser Übungsleiter seinen kahlen Kopf: „So weit hätten wir es nie kommen lassen dürfen.“

Um die wichtigsten Daten zu nennen: Die Partie endete 32:32, zur Halbzeit hatte die PSV 17:13 vorne gelegen. Recklinghausen hatte auch den letzten Wurf der Partie. Leonie Fagin zog ab, der Ball flutschte an Fortuna-Keeperin Caroline Happe vorbei ins Netz. Ärgerlich: Als die Sirene ertönte, war der Ball zwar unterwegs, nach Meinung der Unparteiischen noch nicht über der Torlinie. Es fehlten Zentimeter am Sieg, oder der Bruchteil einer Sekunde.

Am Ende verließ die PSV der Mut

Das Spiel aufzuarbeiten, dürfte Zeit kosten. Dziabel bemühte sich schnell, das Remis als Punktgewinn zu feiern: „Vor Anwurf wäre ich damit zufrieden gewesen.“ Der Trainer hatte Respekt vor der Leistung Düsseldorfs. Dabei hatte sein Team vieles richtig gemacht. Ärgerlich nur aus PSV-Sicht, dass Düsseldorf auf Betriebstemperatur war, als Recklinghausen der Mut verließ.

In Halbzeit zwei schmolz der scheinbar komfortable Halbzeitvorsprung von vier Toren langsam, aber eben auch kontinuierlich. Nach 48 Minuten war es beim 25:25 ein offenes Spiel. Eins, in dem Lösungen gefragt waren. Und eben eins, in dem die PSV in alte Muster verfiel. Die Verantwortung wurde in dieser kritischen Phase immer wieder auf denselben Schultern verteilt. Das macht die Recklinghäuser Angriffsbemühungen durchschaubar.

Dana Gruner sorgt für starke Momente

Wie es gehen kann, zeigte Dana Gruner, die zwischenzeitlich auf der Mittelposition spielte, und die – bei offener Deckung Düsseldorfs – in der Crunchtime selbst anzog, fast von der Mittellinie anlief und vollendete. Das war mal ein überraschender Moment. Von denen gab es aber zu wenige, als es darauf ankam.

Dabei hatte die PSV vieles richtig gemacht in diesem Spiel, die Trefferquote war lange Zeit gut, das Abwehrverhalten nach der Hereinnahme von Ella Vietor ins Tor ebenfalls. Aber das reichte nicht für den ersehnten Heimsieg. Auch „weil wir gefühlt die ganze zwei Halbzeit in Unterzahl waren“, wie Viktor Dziabel vorrechnete. Annika Fricke erlebte die Schlusssirene nach drei Zeitstrafen und der folgenden Hinausstellung nur auf der Tribüne.

Dziabel: „Das Ergebnis ist eine gefühlte Niederlage“

Aber auch das wollte Viktor Dziabel nicht als Ausrede gelten lassen. „Das Ergebnis ist am Ende bitter und eine gefühlte Niederlage“, so Recklinghausens Trainer.

3. Liga West: PSV Recklinghausen – Fortuna Düsseldorf 32:32 (17:13).

PSV Recklinghausen: Pape, Vietor; Sattler, Heitefuß, Lucas, Fagin (3), Fricke (3), Hovenjürgen (7), Kegelmann, Janz (12/2), Heieck, Gruner (5), Klüsener (19; Benthaus (1).