Handball

Spielen, wenn andere auf Mallorca sind? Das kann im Handball passieren

Eine mögliche Saisonunterbrechung im westfälischen Handball bleibt ein heißes Thema. Fest steht schon vor Auswertung der Vereinsbefragung: Es kann in diesem Frühjahr ziemlich wild werden.
Wird in Westfalen im Januar gespielt (eine Szene aus dem letzten Verbandsliga-Derby zwischen der PSV Recklinghausen und SV Westerholt) oder pausiert der Handball? © Olaf Krimpmann

Noch bis Dienstagabend (11. Januar), 20 Uhr, haben Vereine die Gelegenheit, sich bei der Umfrage des Handballverbandes Westfalen (HVW) zu äußern. Im Raum steht eine Spielunterbrechung zunächst für den kompletten Januar und damit für drei Spieltage.

Grund ist die angespannte Corona-Lage in NRW. Erst am Sonntag hatte es wieder eine Spielabsage in Westfalen gegeben: Wegen eines Corona-Falls in der Mannschaft hatte die Verbandsliga-Partie der PSV Recklinghausen bei Westfalia Kinderhaus kurzfristig abgesetzt werden müssen.

PSV-Coach Nadim Karsifi hatte sich im Vorfeld für eine Saisonunterbrechung ausgesprochen. Aber liegt der Übungsleiter damit auf einer Linie mit anderen Mannschaftsverantwortlichen? Andreas Tiemann, Vizepräsident Spieltechnik im Handballverband Westfalen, will keine Prognose abgeben: „Die Vereinsbefragung läuft, jetzt schon eine Tendenz zu erkennen, wäre nicht seriös.“

Eine Tendenz ist noch nicht zu erkennen

Fakt aber ist: Der Verband wird die Umfrage auswerten und am Mittwochabend in den Gremien beraten. Spätestens am Donnerstagvormittag sollen die Vereine informiert werden, ob sie am Wochenende 15./16. Januar wieder um Punkte spielen oder bis auf Weiteres pausieren.

In der vergangenen Woche hatte der HVW bereits zu Online-Staffeltagen geladen, dort sei die Stimmungslage sehr gemischt gewesen, berichtet Tiemann: „In einigen Staffeln gibt es die Tendenz, besser zu pausieren. Es gibt aber auch einen ganzen Haufen Vereine, die sagen: Lasst uns weiterspielen. Die Pandemie wird uns weiter begleiten und die Politik hat jüngst erst wieder festgestellt, dass der organisierte Sport kein Pandemietreiber ist.“

Saisonende erst Mitte Juni?

Der HVW werde das Votum seiner Vereine respektieren und deren Willen umsetzen, so der Funktionär aus dem ostwestfälischen Hille. Das könnte kuriose Auswirkungen haben. Andreas Tiemann: „Das kann dann sein, dass eine Landesliga-Staffel weiterspielt, während die andere pausiert.“ Für die spielleitenden Stellen sei das aber kein Problem: „Wir haben die Saison so geplant, dass die Staffeln keine Abhängigkeiten untereinander haben, auch Entscheidungsspiele sind am Saisonende nicht vorgesehen.“

Nur über eins müssen sich die Klubs auch im Klaren sein, so der Funktionär: „Wer jetzt pausiert, muss dann spielen, wenn andere vielleicht schon auf Mallorca sind.“ Heißt im Klartext: Die Punktspielsaison könnte damit bis weit in den Juni gehen. Normalerweise ist das Saisonende immer für Mitte Mai anvisiert.

Ob der Ball in Westfalens Handball im Januar rollt oder vielerorts liegen bleibt, entscheidet sich in dieser Woche. © Olaf Krimpmann

Aber ob Mai oder Juni: Nach zwei Jahren Pandemie wäre eine komplette Saison zu spielen bereits ein großer Erfolg – und dauert sie noch so lange.

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