Fußball

Vieles ist Kopfsache – wie die FFC-Frauen die Krise meistern wollen

Frauenfußball-Regionalligist 1. FFC Recklinghausen hat einen kapitalen Fehlstart hingelegt. Nach dem 0:7 beim 1. FC Köln II ist Ursachenforschung angesagt.
Alles reine Kopfsache: Kapitänin Anna-Lena Klos und der 1. FFC dürften nach dem Fehlstart ins Grübeln kommen und hoffen auf eine schnelle Wende. © Jochen Börger

Als sich Andreas Krznar an sein Handy schwang, um über diese Niederlage zu sprechen, hatte er seinen Humor noch nicht gänzlich verloren. Das, was da im Portal „fussball.de“ verkündet worden sei, entspreche gar nicht der Wahrheit. 1:2 durch einen Treffer in der Nachspielzeit hätte man beim 1. FC Köln II verloren, erzählte der Sportdirektor des 1. FFC Recklinghausen. Nun ja, schön wäre es gewesen. Fakt ist: Das Gastspiel im Rheinland ging, wie vom Portal gemeldet, mit 0:7 kräftig in die Hose. Am Stadion Hohenhorst herrscht Alarmstimmung.

1:15-Tore nach drei Spielen

Die Zeit für eine Analyse ist gekommen – und irgendwie wollte Krznar mit der Anmerkung einer knappen 1:2-Niederlage in Köln vielleicht etwas Aufbauarbeit leisten. Die scheint auch dringend nötig, denn drei Niederlagen zum Saisonauftakt und eine Bilanz von 1:15-Toren spiegeln eine Realität wider, wie man sie beim FFC sonst nicht kennt. Noch im Sommer klopfte man an das Tor zur 2. Bundesliga. Dass 2021/2022 kein leichteres Jahr werden würde, man konnte es mit Blick auf die inzwischen sehr ausgeglichene Regionalliga erahnen. Einen solchen Start aber nicht.

„Wir müssen zwei Wochen hart arbeiten“

Krznar ist bekannt als ein Typus Sportdirektor, der seinen Fußballerinnen auch mal ordentlich die Meinung geigt, wenn es nicht läuft. Das war in der Aufstiegsrunde so, als es zum Auftakt in Siegen ein bitteres 0:3 setzte. Damals zählte er die Spielerinnen öffentlich an. Die Töne klingen diesmal etwas anders. Die Mannschaft sei nach dem Fehlstart mehr denn je in der Pflicht, sagt er zwar. „Und die nächsten zwei Wochen muss auch konditionell hart gearbeitet werden.“

Das allein sei aber nur eine von vielen Facetten, um das Ruder herumzudrehen – mit Trainerin Laura Neboli gab es direkt nach der Pleite in Köln eine Aufarbeitung. „Ich habe den Eindruck, dass jede weiß, worum es jetzt geht“, sagt Krznar. Verletzungspech bei Spielerinnen wie Sophia Röttges oder Hanna Lange, die in Köln erstmal wieder dabei war, sei zwar auch ein Grund mit für den Fehlstart. Aber wieder den Kopf freizubekommen und so zu spielen wie in der vergangenen Saison, das sei jetzt entscheidend.

Flutlicht-Spiel am 1. Oktober in Kleve

Da mag es in die Karten spielen, dass am kommenden Wochenende spielfrei ist. Alle Blicke richten sich auf den 1. Oktober, wenn es – für einen in der Regionalliga ungewöhnlichen Freitagabend-Termin – zum VfR Warbeyen ins Bresserberg-Stadion nach Kleve geht (19.30 Uhr). Zum Selbstläufer dürfte auch diese Partie nicht werden – Warbeyen erkämpfte sich am Sonntag ein 0:0 bei Arminia Bielefeld. Aber vielleicht geht ja im Flutlicht-Spiel endlich ein Licht auf. Und die Rote Laterne brennt dann nicht mehr am Hohenhorst.

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