Frauenfußball

Zielort Göttelborn? 1. FFC Recklinghausen hofft auf die Zweite Liga

Nichts geht mehr im Fußball-Land? Denkste! Die Frauen des 1. FFC Recklinghausen hoffen auf den Aufstieg in die Zweite Bundesliga. Freilich ist es noch ein steiniger Weg dorthin.
Auf den 1. FC Köln II werden Amai Matsumoto (r.) und der 1. FFC Recklinghausen in einer Meisterrunde nicht mehr treffen. Auf den VfL Bochum und die Sportfreunde Siegen allerdings schon. © Jochen Börger

Es ist nicht näher bekannt, ob Laura Neboli und Andreas Krznar jemals schon mit den Städten Billerbeck und Göttelborn zu tun hatten. Das könnte sich für die Trainerin und den Sportlichen Leiter des Frauenfußball-Regionalligisten 1. FFC Recklinghausen in den kommenden Wochen ändern. Eine besondere sportliche Konstellation erfordert es manchmal auch, sich mit besonderen Orten zu beschäftigen.

Letztes Pflichtspiel im Oktober

Während nahezu ganz Fußball-Deutschland in einem coronabedingten Vorsommerschlaf verharrt, sieht die Lage in der Frauen-Regionalliga West inzwischen wieder anders aus. Seit Oktober 2020 hat der 1. FFC Recklinghausen kein Pflichtspiel mehr bestritten, nach dem 2:1-Heimsieg gegen den 1. FC Köln II war für die Elf von Laura Neboli Feierabend. Jetzt gerät Bewegung in die Sache.

„Meisterrunde“ mit vier Teams

Denn der Westdeutsche Fußballverband (WDFV) will – immer vorausgesetzt, die Pandemie-Lage erlaubt es – eine „Meisterrunde“ mit jenen Teams aus der Regionalliga durchführen, die für einen möglichen Aufstieg zur Zweiten Bundesliga gemeldet haben. „Stand heute gehen wir davon aus, dass eine solche Runde auch durchgeführt werden kann“, sagt Marianne Finke-Holtz, Vorsitzende des WDFV-Frauenfußballausschusses. Freilich kann das Ganze nur unter verschärften Bedingungen stattfinden. Im Klartext: Zuschauer werden nicht zugelassen.

Spiele sind ab dem 6. Juni geplant

Mit Hochdruck arbeiten nun die WDFV-Verantwortlichen an einem Modell für die Meisterrunde. Fest steht bislang folgendes: Vier Mannschaften werden teilnehmen, neben dem 1. FFC Recklinghausen sind das die Sportfreunde Siegen, der VfL Bochum und der 1. FC Köln II. Die SGS Essen II, möglicher fünfter Teilnehmer, hat inzwischen abgewunken. „Bis zum 13. Juni müssen wir den Meister aus der Weststaffel für die Relegationssspiele gegen den Meister aus der Regionalliga Südwest melden“, stellt Marianne Finke-Holtz klar.

Austragungsorte sind noch offen

Heißt im Klartext: Recklinghausen, Köln, Siegen und Bochum werden zwischen dem 6. und 13. Juni den Meister ausspielen, wobei schon untereinander ausgetragene Partien während der Saison in die Wertung einfließen. Der 1. FFC spielt also nicht mehr gegen Köln und tritt nur noch gegen Siegen und Bochum an. Wo die Begegnungen ausgetragen werden, ist noch offen und hängt von dann aktuellen Inzidenzwerten an den Spielorten ab. Möglicherweise kommen kurzfristig auch neutrale Orte in Betracht.

Freilich kann sich kein Team nach einer solch langen Pause aber einen Kaltstart erlauben und will nun schnell ins Mannschaftstraining einsteigen. Nur was tun, wenn das die aktuellen Corona-Bestimmungen noch nicht hergeben? Der 1. FFC macht aus der Not eine Tugend und verlebt das kommende Wochenende in der Nachbarschaft, wo die Lage etwas anders ist.

Training in Billerbeck

Denn der Kreis Coesfeld ist Modellregion in Sachen Lockerungen – und genau in jene Gemeinde, wo jüngst gar ein Schwimmbad öffnete, verschlägt es nun die Fußballerinnen aus der Festspielstadt. Auf dem Gelände des VfL Billerbeck wird unter strenger Einhaltung des DFB-Hygienekonzeptes trainiert.

Billerbeck ist also das Nahziel, der zweite Schritt soll dann Göttelborn heißen. Ein Ortsteil der Gemeinde Quierscheid, zwölf Kilometer von Saarbrücken entfernt, Heimat des neuen Südwest-Regionalliga-Meisters SV Germania 1913 Göttelborn, der bereits den Titel sicher hat. Auf diesen trifft der Westmeister in den Entscheidungsspielen um den Zweitliga-Aufstieg. Am 20. Juni zunächst im Saarland, eine Woche später im Westen.

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