Frauenfußball

Zwei Generationen haben beim 1. FFC Recklinghausen ein Ziel

Bei den Regionalliga-Fußballerinnen des 1. FFC Recklinghausen ist Anna-Lena Klos das Urgestein, Naomi Sofie Januschewski dagegen das „Küken“.
„Urgestein“ und „Küken“: Anna-Lena Klos (l.) und Naomi Sofie Januschewski vertreten zwei Generationen von Fußballerinnen. Sie eint aber ab Sonntag ein Ziel: Eine gute Regionalliga-Saison beim 1. FFC Recklinghausen zu spielen. © Jochen Börger

Im Hauptberuf ist die 31-jährige Anna-Lena Klos Architektin – und im sportlichen Leben, das über viele Jahre mehr als nur ein bisschen Fußballspielen war, einer der wichtigsten Bausteine in der Entwicklung des 1. FFC Recklinghausen. Sie ist die Kapitänin. Eine, die vorangeht. Das wird auch ab dem kommenden Sonntag (5.9.) so sein, wenn der Auftakt in Regionalliga West ansteht. Heimspiel gegen Borussia Mönchengladbach. Mittendrin: die Architektin.

Noch hat sich Anna-Lena Klos, Stammkraft in der Innenverteidigung, nicht hundertprozentig entschieden, wie es nach dieser Saison weitergeht. In 2021/22 noch einmal in der Regionalliga durchzustarten, steht für sie aber außer Frage. „Danach schauen wir weiter“, sagt die Recklinghäuserin. Mittelfristig es an Sonntagen oder auch unter der Woche etwas ruhiger angehen lassen zu können, mag eine Option sein. Aber erst einmal zählt weiter der Fußball.

Anna-Lena Klos führt die junge Truppe an

Wie kaum jemand andere personifiziert Anna-Lena Klos den Frauenfußball in Recklinghausen. Sie ist in der Stadt geboren, dort zur Schule gegangen – das klassische „FFC-Urgestein“ eben. Und nun führt sie wieder eine vergleichsweise junge Truppe an. „Wie es ja oft in einer Mannschaft so ist, es gibt unterschiedliche Charaktere. Aber es passt“, sagt die Kapitänin. Wohlwissend, dass die Regionalliga West diesmal eine kleine sportliche Wundertüte sein kann.

Anna-Lena Klos hat auch in dieser Spielklasse viel erlebt. „Aber so ausgeglichen wie jetzt war sie wohl noch nie“, lautet ihr Urteil, mit dem sie wohl richtig liegen dürfte. Dass sich am vergangenen Sonntag Zweitliga-Absteiger Arminia Bielefeld und der stets hochgehandelte VfL Bochum 0:0 trennten, mag ein erstes Indiz sein.

15 Mannschaften spielen in dieser Saison in der Frauenfußball-Regionalliga West. Der 1. FFC Recklinghausen war am ersten Spieltag am vergangenen Wochenende spielfrei und steht erst am Sonntag, 5. September, ins Meisterschafts-Geschehen ein. Anstoß gegen Borussia Mönchengladbach ist um 15 Uhr im Stadion Hohenhorst.

Die Aufstiegsregelung greift wie schon in 2020/21. Der Meister ermittelt den Zweitliga-Aufsteiger in Entscheidungsspielen gegen den Meister der Staffel Südwest. Und was passiert in dieser Spielzeit mit dem Meister Sportfreunden Siegen, der in der Zweitliga-Aufstiegsrelegation an Südwest-Meister SV Göttelborn scheiterte und vor einer Woche einen überraschenden Fehlstart bei der SpVg Berghofen (1:3) hinlegte?

Januschewski pendelt zwischen Bergischem Land und Ruhrgebiet

Fragen, die sich nicht nur eine Anna-Lena Klos als Routinier stellt, sondern auch Naomi Sofie Januschewski. Das „Küken“ des Teams vom Hohenhorst, 17 Jahre jung, ist ganz neu dabei. Die ersten Wochen unter Trainerin Laura Neboli hat sie hinter sich. „Es macht großen Spaß“, sagt sie – und hat gleich erkannt: Läuferisch und spieltechnisch ist es natürlich etwas ganz anderes als im Jugendbereich. Dass die Angreiferin das Zeug hat, sich schnell auch im Seniorinnenbereich durchzusetzen, davon sind die FFC-Verantwortlichen um Sportdirektor Andreas Krznar überzeugt.

In Hückeswagen wohnt die Schülerin, hat aber schon einige fußballerische Stationen erlebt: FC Remscheid, Bayer Leverkusen VfL Bochum, MSV Duisburg, jetzt Recklinghausen. Einen Führerschein besitzt sie noch nicht, also wird die Pendelei zwischen Bergischem Land und Ruhrgebiet von den fußballbegeisterten Eltern gemanagt. Aber in Kürze will sie selbst durchstarten. Nicht nur, wenn der Führerschein da ist. Sondern so schnell wie möglich auch auf dem Platz.

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