Leichtathletik

Corona-Frust: Start nur für Kadermitglieder – Zuschauer bleiben draußen

Die breite Leichtathletik schiebt weiter Corona-Frust. Eine Chance auf Wettkämpfe haben nur Athletinnen und Athleten, die einem Kader angehören. Sogar in der Region gibt es Veranstaltungen.
Flotte Bahn: Im Olfener Steversportpark sind in der Vergangenheit schon Asse wie Yasmin Kwadwo (2.v.l.) gestartet. Pfingsten sollen hier Kadermitglieder und Profis sprinten dürfen. © Thomas Braucks

Alles ist wie 2020. Die NRW-Meisterschaften in Recklinghausen am kommenden Sonntag und das traditionsreiche Hohenhorst-Meeting des Recklinghäuser LC: Abgesagt. Das Gladbecker Borsig-Meeting: Fällt aus. Die Westfälischen Jugendmeisterschaften Anfang Juni im Rahmen der Ruhr Games in Bochum: Gestrichen.

Für die große Mehrheit der Athletinnen und Athleten bedeutet dies: Sie haben sich wohl vergebens geschunden. Ihren Ärger kann Bernhard Bußmann, der Vorsitzende im westfälischen Verbands-Leichtathletik-Ausschuss (VLA), nur allzu gut verstehen.

Kaum Chancen auf eine DM-Quali

Bußmann weiß von jungen Athleten, die – etwa nach Verletzungen – gerade einen großen Leistungssprung gemacht haben. „Die haben jetzt nicht mal die Chance, sich für die Deutsche Meisterschaft zu qualifizieren.“ Eben weil es für sie keine Wettkämpfe gibt.

Starten darf aktuell nur, wer einem Landes- oder gar Bundeskader angehört. Viele hochklassige Athletinnen und Athleten tun dies nicht – schon aus Altersgründen. Wer den Nachwuchsklassen entwachsen ist, landet im sportlichen Niemandsland, auch wenn das Potenzial auf einen Start bei einer Deutschen Meisterschaft vorhanden ist.

Aus der Westfalenkeisterschaft wird ein Leistungstest

„Jetzt sieht man, wie falsch das ist“, sagt Leo Monz-Dietz. Der Trainer der LG Dorsten kritisiert das Fördersystem seit Langem. So sollten etwa die Landeskader auch mit Blick auf Frauen und Männer breiter aufgestellt sein.

Für das zweite Leichtathletik-Jahr im Corona-Modus indes gilt: Viele ambitionierte Athletinnen und Athleten bleiben außen vor. So will der westfälische Verband statt der Westfalenmeisterschaft am 5. Juni im Lohrheidestadion in Bochum-Watttenscheid zwar einen Wettkampf anbieten. Aber nur für Kader, die im Rahmen der Ruhr Games eine Chance einen Leistungstest bekommen sollen..

Pfingsten: Laufveranstaltung beim SuS Olfen

Aber schon vorher gibt es eine Veranstaltung in der Region – ebenfalls exklusiv für Kadermitglieder und Berufssportler. So wie es das Bundesinfektionsschutz-Gesetz, die sogenannte Corona-Notbremse, verlangt. Bernhard Bußmanns Verein SuS Olfen richtet auf der flotten Kunststoffbahn im Steversportpark am Pfingstsamstag, 22. Mai, einen Läufertag aus.

Im Angebot sind dabei alle Strecken von den 100 bis zu den 3000 Metern ab der Altersklasse U16. Das alles findet unter strengen Auflagen statt. Das bedeutet: keine Umkleiden, keine Duschen, keine Speisen und Getränke, keine Siegerehrungen. Und vor allem: keine Zuschauer.

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