Fußball

Verband baut vor: Die 50-Prozent-Quote im Amateurfußball bleibt

Die Hoffnung auf eine komplette Saison 2021/22 im Amateurfußball ist groß.
Viel Betrieb im Sinsener Strafraum kurz vor dem Saisonabbruch Ende Oktober 2020: Nun stehen die ersten Tests bevor, aber ob die kommende Spielzeit reibungslos läuft? © Thomas Braucks

Bemerkenswert, wie optimistisch manche Amateurfußballer nach zwei Saisonabbrüchen wegen Corona noch sind. Da braucht man nur mal zum Niederrhein zu schauen. Dort ist die höchste Spielklasse, die Oberliga Niederrhein, nach zwei Spielzeiten ohne Absteiger auf stolze 23 Klubs angewachsen.

Dennoch sprach sich die Hälfte aller Klubs für eine komplette Saison 2021/22 mit Hin- und Rückserie aus. Das macht 44 Oberliga-Spiele für jede Mannschaft plus Pokalwettwerbe. Summa summarum können damit deutlich mehr als 50 Pflichtspiele zusammenkommen. Ziemlich sportlich im Amateurbereich.

Neuer Modus für die Oberligen

Um diesen Plan zu Fall zu bringen, braucht es keine Quarantänen oder gar eine neue Corona-Welle. Da langen zwei, drei Wochen richtiger Winter. Der Fußballverband Niederrhein (FVN) hat für seine Oberliga deshalb einen Spielmodus beschlossen, der kurz zuvor bereits in Westfalen mit 21 Oberligisten installiert wurde: eine Hinrunde, gefolgt von einer Auf- oder einer Abstiegsrunde.

In Westfalen bedeutet dies: 29 oder 30 Spieltage statt 40. Organisatorisch mit Blick auf die Pandemie sicher sinnvoll, nicht bei allen Oberligisten stößt der Plan auf Zustimmung.

Aber auch für alle anderen Spielklassen haben die im Westdeutschen Fußballverband (WDFV) zusammengeschlossen Landesverbände Westfalen, Niederrhein und Mittelrhein vorgebaut. Neue Regeln für einen Saisonabbruch wird es nicht geben. Stattdessen bleibt das vor einem Jahr beschlossene Regelwerk in Kraft. Vor allem gilt dies für die 50-Prozent-Quote aller Spielklassen.

Keine neuen Vorgaben für die Wertung

Wörtlich heißt es in der WDFV-Spielordnung: „Können aufgrund der Corona-Pandemie weniger als 50 % der Spiele einer Gruppe durchgeführt werden, bleibt das Spieljahr ohne Wertung. Es gibt keine Meister, Auf- oder Absteiger.“ Umgekehrt gilt: Kann die Saison nicht regulär beendet werden, sind aber 50 Prozent der Spiele in einer Klasse absolviert, so wird gewertet.

In diesem Fall „entscheidet der Tabellenstand unter Anwendung einer Quotientenregelung über Meister, Auf- und Absteiger“. Dazu berechnet der Verband zunächst den Punktequotienten (erzielte Punkte geteilt durch die Anzahl der Spiele). Ist der bei zwei Vereinen gleich, kommt noch der Torquotient ins Spiel – und das bis drei Stellen hinter dem Komma.

Im Zweifelsfall ist wieder der Verband gefragt

Für Ligen, die in einem besonderen Modus ausgetragen werden, also etwa die Oberliga Westfalen mit Auf- und Abstiegsrunde, gilt: Kann aufgrund der Pandemie nicht zu Ende gespielt werden, so müssen der WDFV und seine Landesverbände noch einmal ran und über die Wertung entscheiden.

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