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VfB Waltrop schlägt Alarm – der Platz im Hirschkamp reicht nicht aus

Jüngst meldete Thomas Breimann beim VfB Waltrop drei Mannschaften nach. Insgesamt nehmen nun 26 Teams am Spielbetrieb teil. „Wir platzen aus allen Nähten“, sagt der Jugendleiter.
Das Waltroper Hirschkampstadion bietet viel Platz – aber nicht genug für die 26 VfB-Mannschaften. © Jörg Gutzeit

Die Abteilung kratze gerade an der 400-Mitglieder-Marke, sagt Breimann. Einen höheren Wert habe es nur vor rund zwölf Jahren zuletzt am Hirschkampstadion gegeben, „als wir noch die Mädchenmannschaften hatten, da waren es mal 420.“ Zudem arbeiten 63 Übungsleiter in der VfB-Jugendabteilung.

Wohin mit den Kindern? Die Platzkapazität reiche nicht mehr aus.

Von der Ballgewöhnungsgruppe für die Kleinsten bis hin zum Leistungsbereich mit den A-Jugendlichen, die aktuell Spitzenreiter in der Landesliga sind, reicht die Bandbreite.

Das Problem ist schon lange bekannt

Die Auswirkungen sind enorm: So trainieren die U19- und die U17-Junioren teils gemeinsam auf dem großen Platz. Da sind dann 45 Leute auf dem Feld unterwegs. Für Thomas Breimann steht fest: Kinder und Jugendliche wegschicken, wird er nicht. Der Sport habe hier eine gesellschaftliche Verantwortung, derer der Verein aus Überzeugung nachkommt.

„Wir haben schon vor Jahren gesagt, dass der Platz hier nicht reicht. Aber es kamen die Neubaugebiete im Altenbruch dazu, dann der Große Kamp und bald das Waldstadion mit 110 Wohneinheiten“, rechnet Breimann vor. „Und wer baut neu? Das sind doch nicht die Rentner. Das sind Familien mit Kindern.“

Rasenfläche am Gymnasium nutzen

Und die Trainingseinheiten vorziehen, ginge auch nicht. „Selbst um 16 Uhr können wir nicht beginnen. Denn viele Kinder sind in der OGS, und die dürfen diese erst um 16 Uhr verlassen.“

Breimann hat eine Idee, wie das Problem aufgefangen werden könnte. „Indem man die Rasenfläche am Gymnasium bespielbar macht. Das muss ja kein Riesenspielfeld sein, da würde ein 50-x-70-Meter-Kunstrasenplatz reichen. Er betont, dass es ihm auch um andere Sportarten ginge. „Die Leichtathleten tun mir leid, wenn sie auf der Tartanbahn laufen, während wir auf dem Feld trainieren.“

Politik soll sich des Problems annehmen

Er kritisiert scharf, dass viele Sport-Flächen verschwunden und bebaut wurden. „So wie der Hartplatz hinter der Halle am Akazienweg. Da habe ich noch gepöhlt“, blickt Breimann wehmütig zurück.

Er berichtet von einem Vater, der im Großen Kamp gebaut hatte. Auch er habe sich durch die Bewerbung Waltrops, die Wohnstadt im Grünen und kinderfreundlich zu sein, für einen Umzug nach Waltrop entschieden. „Doch dann wollte er schwimmen gehen. Und war perplex, dass das in Waltrop an diesem Tag nicht ging und er nach Brambauer weiterfahren musste.

Ein Umstand, den Breimann ins Grübeln bringt: „Ich würde mich freuen, wenn sich die Politik dieser Problematik annehmen würde.“

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