Fußball

Zusammenbruch des Torwarts: „Dann ist das Spiel für mich zu Ende“

Über zwei Spiele mit Waltroper Beteiligung wird im Fußballkreis viel diskutiert. Fest steht: Eines hätte nicht abgebrochen werden dürfen. Das andere wäre besser nicht fortgesetzt worden.
Die Sorge um Tim Ressemann war groß. Dass Schiedsrichter Bruno Krause die restlichen drei Minuten noch zu Ende spielen ließ, konnten die Beteiligten nicht nachvollziehen. © Ronald Brendel

Am Sonntag geriet das sportliche Ergebnis der Kreisliga-A2-Partie zwischen SW Röllinghausen und VfB Waltrop völlig in den Hintergrund. Waltrops Torwart Tim Ressemann hatte nach einem Zusammenprall mit einem Gegenspieler zunächst 20 Minuten weitergespielt, war dann aber in der 87. Minute auf dem Spielfeld zusammengebrochen. Notarzt und Rettungswagen wurden gerufen, bis zu deren Eintreffen bemühten sich die Verantwortlichen, mit dem Keeper zu reden. „Er war zum Glück ansprechbar und machte einen stabilen Eindruck“, berichtete Matthias Heyden, der gemeinsam mit Marcel Wagner den verreisten Coach Yücel Özdemir an der Linie vertrat.

Doch auch als der Verletzte ins Elisabeth-Krankenhaus gebracht wurde, blieb die große Sorge bei Spielern, Trainern und Verantwortlichen um die Gesundheit Tim Ressemanns.

Dennoch pfiff Schiedsrichter Bruno Krause die Partie für die verbleibenden drei Minuten wieder an. Die Akteure spielten mit – allerdings kickten sie sich den Ball nur noch zu wie einst beim legendären WM-Spiel Deutschland-Österreich. Letztlich blieb es beim 5:1 für SW Röllinghausen. Noch am Sonntagabend kam dann Entwarnung vonseiten des VfB Waltrop. Bei Tim Ressemann war eine leichte Gehirnerschütterung diagnostiziert worden, da befand er sich bereits auf den Heimweg nach Waltrop.

Das Spiel hätte nicht beendet werden müssen

„Diese Situation muss besprochen werden“, sagt Harald Woller, Vorsitzender des Kreisschiedsrichterausschusses auf Anfrage unserer Redaktion. „Wenn so eine Verletzung passiert, nach der der Torwart 20 Minuten weiterspielt, dann aber zum Ende des Spiels hin zusammenbricht, und man nicht weiß, was folgt, ist für mich das Spiel zu Ende.“ Ein Unparteiischer solle nicht darauf bestehen, die Partie weiterzuführen, so Woller.

Bei der Sprechstunde des Fußballkreises an diesem Dienstag kommt zudem ein Spielabbruch auf den Tisch, den es nach Auffassung von Harald Woller gar nicht hätte geben dürfen. Zur Erinnerung: Am 5. September führte die zweite Mannschaft des VfB Waltrop in der Kreisliga C4 gegen die mittlerweile abgemeldete Mannschaft von Kültürspor Datteln II mit 7:0, als während der Trinkpause in der zweiten Halbzeit die Dattelner darum baten, das Spiel abzubrechen.

„Platt“? Das ist kein Grund für einen Abbruch

„Wir sind zu wenige Leute, wir sind platt und können nicht mehr“, lautete die Begründung. Michael Henseleit, Jugendtrainer beim VfB Waltrop, hatte in Ermangelung eines offiziellen Schiedsrichters die Spielleitung übernommen und war der Bitte der Dattelner – nach Rücksprache mit den Waltropern – nachgekommen.

Harald Woller: „Dieser Spielabbruch war falsch. Bis vor drei Jahren war es möglich, wegen Unterlegenheit um den Abbruch zu bitten. Die neue Regel besagt, dass dies nur noch möglich ist, wenn weniger als sieben Spieler einer Mannschaft einsatzfähig – also unverletzt – sind.“ Das Argument platt zu sein, gelte nicht. „Das wäre nicht im Sinne des Fußballs.“

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